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Landkreis Böblingen

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Landkreis Böblingen

 
Bild: Muschelkalk-Steinbruch, Darmsheim
Muschelkalk-Steinbruch Sindelfingen-Darmsheim (Ldkr. Böblingen)
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Der aufgelassene Muschelkalk-Steinbruch bei Sindelfingen-Darmsheim ist ein geologisch bedeutendes Naturdenkmal im Landkreis Böblingen.

 
Bild: Der Grafenberg
Der Grafenberg am Schönbuchrand (Ldkr. Böblingen)
(© RP Stuttgart, Autor: Klotz)

Streuobst und Steppenheide am Schönbuchrand; kleinräumiges Mosaik von Tier- und Pflanzengesellschaften mit einer Vielzahl von seltenen und bedrohten Arten. Der Grafenberg war 1969 das erste Naturschutzgebiet im Landkreis Böblingen. Den Anlass, das Gebiet unter Schutz zu stellen, gab das Vorkommen der Ungarischen Platterbse, einer an extreme Trockenheit angepassten Steppenpflanze, von der in Deutschland bislang nur drei Standorte bekannt sind.

 

 
Bild: Heckengäu bei Weil der Stadt
Heckengäu bei Weil der Stadt (Ldkr. Böblingen)
(© GNU FDL, Autor: M. Hagenlocher)

Das Heckengäu ist eine von Menschenhand und Schafen gestaltete Kulturlandschaft. Fleißige Hände haben hier seit Jahrhunderten Steine von den Äckern gelesen und entlang der Grundstücksgrenzen abgelagert. So entstanden die typischen Lesesteinriegel, auf denen sich Hecken gebildet haben. Sie waren auch der Namensgeber für das Heckengäu und schufen die kleingliedrige Kulturlandschaft, die eine artenreiche Flora und Fauna beherbergt.

Vor den Toren Stuttgarts erstreckt sich der Landkreis Böblingen von den waldreichen Gebieten Schönbuch, Glems und Glemswald über das Heckengäu bis hin zum Schwarzwald. Vom westlichen Teil des weiten Neckarlandes bis zur Schwäbischen Alb im Südosten. Das Kreisgebiet reicht von Weissach im Norden bis Bondorf im Süden, etwa 42 Kilometer an der weitesten Nord-Süd-Entfernung und von Deckenpfronn im Westen bis nach Waldenbuch im Osten, mit etwa 28 Kilometer die größte Ost-West-Ausdehnung. Der im zentralen Bereich des Südwestdeutschen Schichtstufenlands gelegene Landkreis ist naturräumlich an drei Einheiten beteiligt:

  • Den langgezogenen Streifen im Westen zwischen Bondorf und Magstadt nimmt die Muschelkalklandschaft der Oberen Gäue ein. Scharf unterscheiden sich hier das von Lettenkeuper und Löss bedeckte fruchtbare Korngäu und die verkarstete Muschelkalkplatte des Heckengäus voneinander.
  • Einen zweiten natürlichen Landschaftsraum bildet das Schwäbische Keuper-Lias-Land im Dreieck zwischen Herrenberg, Waldenbuch und der Kreisgrenze nördlich von Sindelfingen. Untereinheiten dieses Naturraums sind der ausschließlich von Keuperschichten aufgebaute südliche Schönbuch, die tektonisch abgegrenzte Scholle des nördlichen Schönbuchs mit ihrem größeren Anteil an Liasplatten sowie im Nordosten des Kreises der GIemswald.
  • Im Bereich von Leinfelden reicht das Kreisgebiet noch in den dritten Naturraum, die Filderebene, hinein.

Die höchste Erhebung im Landkreis ist der Kühlenberg in Oberjettingen mit 626 Meter über dem Meeresspiegel (NN). Der niedrigste Punkt dagegen liegt mit 315 Meter über NN dort, wo die Glems den Landkreis in nördlicher Richtung verlässt.

Der Landkreis liegt in seiner Gesamtheit im Einzugsbereich des Neckars. Aus dem Keuperstufenrand von Schönbuch und Glemswald kommend entwässern vor allem Würm und Schwippe mit ihren Nebenbächen das nördliche Kreisgebiet nach Nordwesten. An der Kreisgrenze vereinigen sich beide Flüsse, um gemeinsam die Nagold kurz vor der Mündung in die Enz zu erreichen. Auf kürzerem Weg gelangen dagegen die nach Osten bzw. Süden fließenden Hauptgewässer, aus dem nördlichen Schönbuch, die Aich mit der Schaich und aus dem südlichen der in die Ammer mündende Goldersbach, zum Neckar. Am südlichen Schönbuchrand sammelt die Ammer andererseits auch Bäche aus dem Korngäu für den Neckar. Die örtliche Wasserscheide zwischen Nagold im Westen und Ammer im Osten entspricht ungefähr dem Westrand des oberflächlichen Ausstreichens der Lettenkohle.

Im Kreisgebiet gibt es daher viel zu entdecken: Kulturhistorische Sehenswürdigkeiten (besonders zahlreich sind die Grabhügel der Hallstattzeit), naturnahe Landschaften sowie historische Dörfer und zahlreiche Städte mit hoher Lebensqualität. Im Landkreis Böblingen leben derzeit ca. 372.000 Einwohner (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2010).

 

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