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Die Schauenburg
Rastplatz mit Ausblick auf Sporenberg und Kirchberg
(Element 1 von 8: Bild)
Bild: Schauenburg, Rastplatz (Rhein-Neckar-Kreis)
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Gepflegter Besucherbereich mit Bänken und einer fantastischen Aussicht auf die Vorbergzone Dossenheims.

Schauenburg, Dossenheim:
Weitere Informationen
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Übersicht
 

Die Schauenburg bei Dossenheim

 
Bild: Burgruine Schauenburg
Burgruine Schauenburg bei Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Die Reste der Ruine Schauenburg, liegen östlich von Dossenheim in etwa 275 m Höhe NN, auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Sporn, am Südwesthang des Vorderen Odenwalds.

An der einst strategisch wichtigen Stelle führte im Mittelalter mit der alten Bergstraße einer der damaligen Hauptverkehrswege vorbei. Im 14. Jahrhunderts wurde die alte Turmburg der Herren von Schauenburg abgelöst durch die damals moderne, heute noch in Resten sichtbare Schildmaueranlage mit Zwinger und talseitiger Vorburg.

Die Burgruine war bis ins frühe 20. Jahrhundert durch den Abbau des hier anstehenden Quarzporphyrs akut bedroht, der bis an die Umfassungsmauern vorangetrieben wurde.


weiterführende Literatur

CHRISTIAN BURKHART: "Die Ruine Schauenburg bei Dossenheim a. d. Bergstraße. Geschichte - Verfall - Erhaltung." In: Burgen und Schlösser, Zeitschrift der Deutschen Burgenvereinigung e.V. für Burgenkunde und Denkmalpflege, Jg. 35, Heft 2., Braubach 1994, S. 65-76.

 
Bild: Ruine Schauenburg (Rhein-Neckar-Kreis)
Blick von der Ruine in die Oberrheinebene
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Die Ruine Schauenburg, oberhalb von Dossenheim, bietet beste Aussichtsmöglichkeiten über die Nördliche Oberrheinebene.

 
Bild: Schauenburg, Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis)
Neu erbaute Holzbrücke (2009)
(© privat, Autor: C. Ritter)

Die im Spätjahr 2009 errichtete Holzbrücke (hier im Rohbau) führt über den ehemaligen Burggraben (Aufn. 01.11.09). Seit nunmehr 30 Jahren sichern die Helfer der Arbeitsgemeinschaft unter Aufsicht des Landesdenkmalamts erfolgreich die Reste der Burg.

Die Burgruine Schauenburg, hoch über den Dächern von Dossenheim, hat sich in den letzten Jahren zu einem lohnenswerten Ausflugsziel im Rhein-Neckar-Kreis entwickelt. Dank großem ehrenamtlichen Engagement ist es heute möglich, die geschichtliche Bedeutung dieses Denkmals vor Ort nachzuvollziehen. Darüber hinaus bietet die Lokalität fantastische Einblicke in die Geologie und Landschaftgeschichte des Oberrheingrabens sowie in die stillgelegten Porphyrsteinbrüche am Sporenberg und Kirchberg.

Die weitläufige Festung wurde um das Jahr 1100 durch das Kloster Lorsch zur Sicherung und Verwaltung ihrer Besitztümer im heutigen Nordbaden errichtet. Der Name Schauenburg taucht erstmals im Jahr 1130 auf. Urkundlich erwähnt wird ein Gerhardt von Schauenburg aus Lorsch, der von hier aus die Herrschaft über größere Ländereien bei Dossenheim und Heidelberg-Handschuhsheim ausübt. Um 1280 stirbt das Geschlecht der Schauenburger aus, neuer Besitzer der Burg ist nun das Bistum Speyer, der Name Schauenburg wird aber beibehalten.

Im Jahr 1320 erwirbt das Erzbistum Mainz sowohl die Burg als auch die Ortschaft Dossenheim. In der Folgezeit führen politische Spannungen zwischen der Kurmainz und der aufstrebenden Kurpfalz zu kriegerischen Auseinandersetzungen, denen schließlich auch die Schauenburg 1460 zum Opfer fiel. Seitdem liegt die Ruine brach. Steine der Burg dienten über mehrere Jahrhunderte den Einwohnern Dossenheims als Baumaterial für den eigenen Bedarf. So wurden große Bereiche der Anlage im Laufe der Zeit abgetragen, der Rest verfiel und geriet nahezu in Vergessenheit. Unter diesen Umständen geschah es auch, dass um die 1900er Jahrhundertwende Teile der Vorburg durch Sprengarbeiten am Sporenberg vernichtet wurden.

Erst der Altertumsforscher K. Pfaff (1856-1908) aus Heidelberg, weist auf die geschichtliche Bedeutung der Burg hin und gräbt in den Jahren 1902 bis 1904 die verbliebenen Reste der Festungsanlage aus. Heute befindet sich die Burgruine  im Eigentum der Gemeinde Dossenheim und steht als Kulturdenkmal unter Schutz! Seit 1982 bemüht sich auch die Arbeitsgemeinschaft Schauenburg (AGS) um den Erhalt des bedeutenden Denkmals. Aus den mit Brombeergestrüpp überwucherten, erodierten Mauerresten ist nun eine ansehnliche Burgruine mit erkennbarem Grundriss geworden. Das Engagement der AGS wurde vom Innenministerium Baden-Württemberg als "vorbildliche kommunale Bürgeraktion" ausgezeichnet.

Die Schauenburg ist ganzjährig für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Besichtigung ist kostenlos.