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Aufschluss am Leichtersberg
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Aufschluss am Leichtersberg
Hinter Sträuchern versteckt leuchtet der rötlich gefärbte Aufschluss (Aufn. 2009)
(Element 1 von 8: Bild)
Bild: Aufschluss am Leichtersberg (1), Schriesheim
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Aufschluss am Leichtersberg:
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Aufschluss am Leichtersberg

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Geologischer Aufschluss am Leichtersberg bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Aufschluss am Leichtersberg (Rhein-Neckar-Kreis)
Freigelegter Aufschluss am Nordwesthang des Leichtersberg bei Schriesheim
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Im Oberen Bereich des Aufschlusses, nahe der Bodenoberfläche, befinden sich verkieselte Bänke mit sandigen, violettroten Tuffen.

 
Bild: Aufschluss am Leichtersberg (3)
Felsspalte mit unterschiedlicher Lagen des Rotliegenden
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Der Aufschluss im verfestigten Bereich läßt Spalten und Klüfte erkennen, die entweder durch Schrumpfung bei der Abkühlung des Vulkangesteins oder durch Flexuren (= tektonische Vorgänge) entstanden sind. Hier zeigen sich Kontaktzonen unterschiedlicher Lagen des Rotliegenden.

  • Links: Kompaktes Gestein des Oberen Rotliegenden mit glatter Oberfläche
  • Rechts: abgesackte Porphyrtuff-Scholle mit scharfkantig-rauher Oberfläche

Geleitet durch die Publikation "Geologische Naturdenkmale im Regierungsbezirk Karlsruhe" (Hrsg. LfU, 1999), wurden im September 2009 mehrere Geotope im Bereich des Vorderen Odenwalds angefahren und untersucht. Nach bisheriger Erfahrung wohl wissend, dass auch an geologischen Objekten der "Zahn der Zeit", insbesondere die Vegetation nagt, konnten die meisten Aufschlüsse mit Hilfe der vorgegebenen Ortsangaben dennoch aufgefunden werden. So auch der Aufschluss (*) am Leichtersberg oberhalb Schriesheims, im Rhein-Neckar-Kreis. Nach Rodung der vorhandenen Sträucher und Büsche (u.a. Riesen-Bärenklau), die den Aufschluss nahezu verdeckt haben, ist die Betrachtung und Begehung dieses geologischen Fensters des Rotliegenden nun wieder möglich.

Beschreibung:

Der Aufschluss befindet sich am Nordwesthang des Leichtersbergs bei der Kleinen Fohklinge, im unmittelbaren Grenzbereich des Kristallinen Odenwalds und des Sandstein-Odenwalds. Wie am Wendenkopf, steckt auch der Sockel des Leichtersbergs noch im Granit. In ca. 240 m ü.NN. beginnt das Rotliegende und ab 350 m die Deckschichten des Unteren Buntsandsteins.

Im Oberen Horizont des Aufschlusses, nahe der Bodenoberfläche, zeigen sich stark verkieselte Bänke mit Lapilli-Tuffen (= verfestigte Ascheablagerungen des Rotliegenden), die eindrucksvoll in violettroten Farben leuchten. Im unteren, verfestigten Bereich sind Spalten und Klüfte zu erkennen, die entweder durch Schrumpfung bei der Abkühlung des Gesteins oder durch Flexuren (= Schichtverbiegung durch tektonische Vorgänge) entstanden sind. Häufig finden sich im Gestein helle, ausgebleichte Grundgebirgsfragmente, die entweder in Längsrichtung oder an Abbruchkanten auch quer angeschnitten sind (s. Abbildungen).

Die Region um den Leichtersberg, zählt zu den geowissenschaftlich interessanten Bereichen im Schriesheimer/ Altenbacher Tal. Der Aufschluss am Leichtersberg wird in der o.g. Publikation somit zu Recht als schutzwürdig eingestuft. Inzwischen gilt der Bereich als Teilfläche des FFH-Gebiets "Odenwald bei Schriesheim".


* Der Begriff "Geologischer Aufschluss" steht für Stellen der Erdoberfläche, an denen sonst durch Boden oder Pflanzenbewuchs verdecktes Gestein unverhüllt zutage tritt (MURAWSKI 1977). Ob ein Aufschluss natürlichen oder anthropogenen Ursprungs ist, ist zunächst nicht entscheidend.

MURAWSKI, H. (1977): Geologisches Wörterbuch. - 288 S., Stuttgart (Enke).

Übersicht:

1 Geologischer Aufschluss am Leichtersberg bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)