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Steinbruch Sporenberg
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Steinbruch an der Schauenburg
Steinbruch am Sporenberg und Ruine Schauenburg (1985)
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Bild: Steinbruch u. Ruine Schauenburg (Rhein-Neckar-Kreis)
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Die Ruine Schauenburg, östlich von Dossenheim liegt in etwa 275 m Höhe NN, auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Sporn, am Südwesthang des Vorderen Odenwalds. An dieser strategisch wichtigen Stelle führte im Mittelalter mit der alten Bergstraße einer der damaligen Hauptverkehrswege des Rheintales vorbei. Das Anwesen war der herrschaftliche Sitz der Schauenburger, nach den Wittelsbacher Pfalzgrafen das bedeutendste Adelsgeschlecht im 13. Jh.

Im Jahr 1460 wurde die Burg zerstört und nicht mehr aufgebaut. Die Ruine war bis ins frühe 20. Jahrhundert durch den Abbau des hier anstehenden Quarzporphyrs akut bedroht, da die Abbruchkante bis nahe an die Umfassungsmauern vorangetrieben wurde. Dabei gingen Teile der Vorburg durch Sprengung verloren.


weiterführende Literatur

CHRISTIAN BURKHART: "Die Ruine Schauenburg bei Dossenheim a. d. Bergstraße. Geschichte - Verfall - Erhaltung." In: Burgen und Schlösser, Zeitschrift der Deutschen Burgenvereinigung e.V. für Burgenkunde und Denkmalpflege, Jg. 35, Heft 2., Braubach 1994, S. 65-76.

 

 

Steinbruch Sporenberg:
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Übersicht

Steinbruch Sporenberg

 

Steinbruch am Sporenberg bei Dossenheim (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Burgruine Schauenburg (Rhein-Neckar-Kreis) (5)
Abbruchkante unterhalb der Schauenburg bei Dossenheim
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die Burgruine steht direkt an der Abbruchkante des stillgelegten Dossenheimer Steinbruchs R. Vatter. Das Gelände ist heute frei zugänglich, Vorsicht Steinschlaggefahr!

 
Bild: Sporenberg und Kirchberg (Rhein-Neckar-Kreis)
Sporenberg und Kirchberg - durch Gesteinsabbau geformt
(© Autor: C. Ritter)

Die durch Gesteinsabbau geformte Vorbergzone Dossenheims ermöglicht tiefe Einblicke in Geologie und Landschaftsgeschichte (Aufn. 2009) 

 
Bild: Lithophysenporphyr,  Ölberg, Wachenberg
Lithophysenporphyr mit Manganoxid-Einschlüssen
(© LUBW, Autor: Linnenbach)

Quarzporphyrblock mit Manganoxid-Einschlüssen (sog. Mangan-Dendriten). Man spricht hier auch von einem Lithophysenporphyr. Solche Blöcke sind für die Weiterverarbeitung weniger geeignet.

 

Die Geschichte der Dossenheimer Steinbruchbetriebe reicht bis in das Jahr 1760 zurück.Eine Gebirgsabsenkung am Südhang des Schriesheimer Ölbergs, die sog. Schauenburg-Verwerfung (Absenkung der Landoberfläche zum Rheingraben in westliche Richtung), ist der Grund für die topografisch günstige und bessere Erreichbarkeit des Dossenheimer Quarzporphyrs.

Die stillgelegten Steinbruchflächen, unterhalb der Schauenburg bei Dossenheim, gehören zum Hauptsteinbruch am Sporenberg, der von 1908 bis 1918 durch das Großherzogtum Baden, ab 1919 bis 1926 durch den Freistaat Baden betrieben wurde. Von 1927 bis 2002 übernahm das Privatunternehmen R. Vatter die Flächen sowohl am Sporenberg als auch am Kirchberg. Zeitweise waren über 400 Einwohner Dossenheims in den Steinbrüchen beschäftigt. Die Gemeinde an der Bergstraße erfuhr dadurch einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung.

Vor dem 1. Weltkrieg fielen bei Sprengungen sogar Teile der Schauenburgruine (Vorburg) dem intensiven Porphyrabbau zum Opfer.  Nicht immer war die Burgruine so gut sichtbar, wie das heute der Fall ist. Erst der Altertumsforscher Karl Pfaff (1856-1908) aus Heidelberg, der ab 1898 umfassende archäologische Ausgrabungen in der Umgebung von Heidelberg durchführte, grub in den Jahren 1902 bis 1904 die ehemaligen Festungsanlagen der Schauenburg vollständig aus. Die Ruine befindet sich heute im Eigentum der Gemeinde Dossenheim und steht als Kulturdenkmal unter Schutz! Seit 1982 bemüht sich auch die Arbeitsgemeinschaft Schauenburg (AGS) um den Erhalt des Denkmals.

Ab den 1960er Jahren verlor der Gesteinsabbau an der Bergstraße zunehmend an Bedeutung, nachdem durch Rationalisierung viele Arbeitsplätze wegfielen und neue Arbeitsfelder im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs  hinzugekommen waren. So schloß man den Steinbruch am Ölberg bereits 1967, ihm folgte die Schließung der Firma Gebrüder Leferenz 1985. Die Stillegung des Steinbruchs R. Vatter erfolgte 2002. Im Jahr 2005 wurden die Anlagen des Porphyrwerks, die Talstation der Seilbahn und die Verladestation an der B3 vollständig abgerissen.

Das geräumte Betriebsgelände wird seit 2008 im Zuge des Bebauungsplans "Bergstraße Nord II" überbaut und seit 2009 als Siedlungsfläche  (Quartier "Am Rebgarten") genutzt.