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Der Auerstein
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Der Auerstein
Der Auerstein - beliebtes Freizeit- und Exkursionsziel in Heidelbergs Umgebung
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Bild: Der Auerstein im Hellenbachtal (Rhein-Neckar-Kreis)
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Der Auerstein liegt direkt am Hellenbachweg (syn. Höllenbachweg) im Hellenbachtal oberhalb von Handschuhsheim

Der Auerstein:
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Übersicht

Der Auerstein

 

Der Auerstein bei Heidelberg - ein ganz besonderer Felsen

 
Bild: Naturdenkmal Auerstein (Rhein-Neckar-Kreis)
Der Auerstein bei Heidelberg - eine erstarrte magmatische Glutwolke (Ignimbrit)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Naturdenkmal Auerstein bei Heidelberg (Rhein-Neckar-Kreis).

Im Norden von Heidelberg, im Hellenbachtal (Stadtteil Handschuhsheim) befindet sich am Westhang des Vorderen Odenwaldes eine aufgeschlossene, ca. 12 m hohe Felswand aus Quarzporphyr. Hiebei aber handelt es sich nicht um kompaktes Lava-Deckgestein sondern um eine gewaltige ausgestoßene Glutwolke aus geschmolzenen Tuffgestein, die sich über die Landschaft ergoß und vor Ort erstarrte (sog. Ignimbrit, Schmelztuffe). Im Anschluss an die eruptive Phase wurde der Quarzporphyr hydrothermal mit Kieselsäure und Eisenlösungen durchsetzt.

Die besonderen Standortbedingungen des Auersteins haben die Entwicklung seltener Lebensräume ermöglicht: So findet sich auf den Kuppen dieses Geotops ein markanter Trauben-Eichenwald, vermischt mit Esskastanien, Eiben und Hainbuchen.

 
Bild: Der Auerstein bei Heidelberg (Rhein-Neckar-Kreis)
Auerstein - Felsbasis mit Klüften und Spalten
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Quarzporphyr ist ein hartes, feinkörniges Gestein, das gegen Erosion und Verwitterung äußerst widerstandsfähig ist. Unter den Verwitterungsschichten zeigt sich das typische Gelb des Bergsträsser Quarzporphyrs.

Die bis zu 12 m hohe Felsformation Auerstein liegt in einem steilen Hangeinschnitt, oberhalb von Heidelberg-Handschuhsheim, im Naturraum Bergstraße (Rhein-Neckar-Kreis). Der Felsen selbst besteht aus Porphyrgestein des Oberrotliegenden. Seine Entstehung geht auf etwa 260 Mio. Jahre (Perm) zurück.

In dieser geologischen Epoche kam es in der Umgebung nördlich von Heidelberg zu gewaltigen vulkanischen Eruptionen von Quarzporhyr, die sich im Bereich der heutigen Bergstraße bis zu 100 Meter hoch auftürmten. Die immense vulkanische Aktivität führte zeitweise auch zur Bildung von pyroklastischen Strömen (hier: Glutwolken aus Porphyrtuff und Asche). Je nach Dichte und Temperatur erzeugen diese am Boden fließende, nur durch die Schwerkraft und das topografische Relief kontrollierte, Gesteinsablagerungen. Aufgrund der hohen Temperaturen können die Komponenten während des Transports schmelzen. Es bilden sich "Schmelztuffe" oder Ignimbrite. Dieser Vorgang findet bei Temperaturen von über 550° C statt. Man geht davon aus, das der Auerstein seinerzeit durch solch eine Glutwolke entstanden ist. Weitere Glutwolken breiteten sich in südöstlicher Richtung bis nach Ziegelhausen und in nordöstlicher Richtung bis nach Heiligkreuzsteinach aus.

Das genaue vulkanische Eruptionszentrum bei Heidelberg ist nicht bekannt. Möglicherweise lag es unter dem Ölberg bei Schriesheim. Die Mächtigkeiten der Gesteinsmassen am Rand zum Rheingraben zeigen, dass hier ursprünglich keineswegs die Grenze der Auswurfmassen war. Große Gesteinsflächen westlich davon, sind durch Verwerfung in die Tiefen des später (vor 45 Mio. Jahren) eingebrochenen Rheintals mit abgesunken.

Die besonderen Standortbedingungen am Auerstein haben  im Laufe der Zeit die Entwicklung seltener Lebensräume ermöglicht: So findet sich auf den Kuppen dieses Geotops ein markanter Trauben-Eichenwald, vermischt mit Esskastanien, Eiben und Hainbuchen. Der Felsen, wie seine nähere Umgebung sind als Naturdenkmal ausgewiesen. Ein Besuch lohnt sich.