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NSG Schurmsee
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Schurmsee
Schurmsee (Ldkr. Rastatt)
(Element 1 von 14: Bild)
Bild: Schurmsee, Karsee
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Der Schurmsee bei Schönmünzach. Ein glazial geprägter Karsee im Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen mit See- und Moorablagerungen als Dokument der nacheiszeitlichen Vegetationsentwicklung. Ausgeprägte Verlandungszone mit stark gefährdeten sub-alpinen Pflanzen- und Pflanzengemeinschaften. Naturschutzgebiet seit 1985. 

NSG Schurmsee:
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Naturschutzgebiet Schurmsee (Ldkr. Rastatt)

 
Bild: Schurmsee, Luftbild  (Ldkr. Rastatt) - Luftbild
Der Schurmsee im Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen
(© LUBW, Autor: R. Steinmetz)

Die Entstehung des Schurmsees geht auf die letzte Eiszeit zurück. Infolge niedrigerer und damit wärmerer Lage bildeten sich im Nordschwarzwald sog. Kargletscher, in deren Zungenbecken sich nach dem  Abschmelzen des Eises Karseen bildeten. Seit 1985 Naturschutzgebiet.

 
Bild: Schurmsee bei Schönmünzach (Ldkr. Rastatt)
NSG Schurmsee (Ldkr. Rastatt)
(© LUBW, Autor: P. Sieb-Puchelt)

Eiszeitlich geprägter Karsee mit Hochmoorvegetation. Bedeutendes Naturschutzgebiet seit 1985.

Nach dem Abschmelzen der Gletscher waren die Hochflächen um den Schurmsee nahezu vegetationslos. Die ersten Bäume und Sträucher die wieder einwanderten waren Zwergbirken und Wacholder. Dazu gesellten sich ab dem 9. Jahrtausend v.Chr. Eichen, Linden und Ahorne. Ab dem 6. Jahrtausend v.Chr. wanderten mit Weißtanne, Rotbuche und Fichte die Baumarten ein, die noch heute als standortypisch für die mittleren Lagen des Schwarzwalds gelten.

Dichte Tannenwälder (Abies alba) mit geringer Beteiligung anderer Baumarten stellen im Schwarzwald den Abschluss der Waldentwicklung dar (Klimaxstadium). Dieses Stadium wurde im Schwarzwald etwa im 4. Jahrtausend v.Chr. erreicht. Danach kam der Mensch...

 
Bild: Karsee, Entstehung, Grafik
Entstehung eines Karsees
(© public domain)

Der Schurmsee bei Schönmünzach liegt im Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen auf 794 m Höhe. Seine Entstehung geht auf die letzte Eiszeit (Würmeiszeit) zurück. Infolge niedrigerer und damit wärmerer Lage des Nordschwarzwaldes bildeten sich in diesem Naturraum sogenannte Kar (*)-Gletscher, in deren Zungenbecken sich mit dem Abschmelzen der Eismassen Seen ausbildeten. Die vorher durch den Frost geformten, erodierten Karwände stürzten in der Nacheiszeit teilweise ein. Dies führte zu den typischen Blockhalden und Endmoränen, die man bei den meisten Karseen noch heute erkennen kann.

Heute wird der Schurmsee aus einem größeren Zufluss gespeist, der in Form eines Stichgrabens aus nordwestlicher Richtung dem See zuläuft. Sein Quellhorizont entspringt der steilen Karwand, die sich aus der Formation des Mittleren Buntsandsteins aufbaut. Der Abfluß des Sees, auf der Südseite, entwässert über den Vorderen Seebach in die Schönmünz kurz vor deren Einmündung in die Murg.

Der Karsee ist nahezu kreisrund, seine maximale Tiefe beträgt etwa 13 m. Aufgrund der kalkarmen Umgebung hat sich das Gewässer zu einem Hochmoor entwickelt. Das Wasser kann je Witterung und Jahreszeit sehr sauer sein -  insbesondere nach der Schneeschmelze. Daher findet man im Schurmsee keine Fische.

Das 1985 ausgewiesene  7,8 ha große Naturschutzgebiet gehört teilweise zum Staatswald Herrenwies sowie zum Murgschifferschaftswald. Es umfasst die Seefläche mit den verschiedenen Verlandungs- und Übergangszonen. Der Moorsee verlandet vom Rande her, über einen ca. 15 m breiten schwimmenden Vegetationsgürtel (Schwingrasen aus Torfmoosen). Zwischen den Torfmoosen wachsen Pfeifengras, Stern-Segge, Scheidiges Wollgras und Rundblättriger Sonnentau. Im Westen sowie am Überlauf bedeckt ein Schwimmblatt-Gürtel der Gelben Teichrose die Wasserfläche.

Wie andere Seen im Nordschwarzwald, wurde auch der Schurmsee im 19 Jh. zum Zwecke des Holzflößens als Schwallgewässer (Stausee) genutzt. Der Holzbedarf der Glas- und Eisenhütten sowie die Bautätigkeit in den Städten und nicht zuletzt der niederländischen Seefahrt wuchs seinerzeit über die Maßen. Die Wasserkraft der Schwarzwaldbäche und -seen wurde gebietsweise lückenlos genutzt, mit großräumigen Auswirkungen auf den Grund- und Oberflächenwasserhaushalt. Dies führte auf den mineralarmen Böden zu umfangreichen Vermoorungen.


( * ) Der Begriff Kar stammt vom althochdeutschen Wort „Kar" für Gefäß ab.

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