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Kristallines Grundgebirge
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Geotope im Grundgebirge
Die Spatschlucht bei Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
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Bild: Die Spatschlucht - Übersicht
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Die an die 10 m hohe und ca.  3 Meter breite Schlucht markiert einen ehemaligen Barytgang (Schwerspat), der in den Jahren 1809 bis 1839 steinbruchartig abgebaut wurde. Neben Baryt treten noch Flußspat, Hämatit und Malachit auf. -

Flächenhaftes Naturdenkmal im Naturpark Neckartal-Odenwald.

Kristallines Grundgebirge:
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Kristallines Grundgebirge

 

Kristallines Grundgebirge im Odenwald und Schwarzwald

 
Bild: Der Falkenfelsen
Der Falkenfelsen an der Bühlerhöhe (Lkr. Rastatt)
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Die ca. 60 m hohe Felsgruppe aus Granit zeigt den typischen Blockzerfall längs der Granitklüftung. Exponierte Felswände sind beliebte Vogelsitzplätze insbesondere für Greif - und Rabenvögel. Aufgrund dieses Sachverhalts erhielt der Falkenfelsen auch seinen Namen. - Naturdenkmal

 
Bild: Russenstein (1) (Rhein-Neckar-Kreis)
Granitfelsen Russenstein bei Heidelberg
(© privat, Autor: B. Grießmann)

Normalerweise liegt der Granit des Odenwaldes unter mächtigen Buntsandsteinschichten. Nur am Russenstein bei Heidelberg tritt er zutage.

Der Name Russenstein geht auf eine unterhalb des Felsens platzierte Gedenktafel mit der Inschrift "Hier starb im Dienste seines Herrn, der mit der Russen Heeresbann gezogen war aus weiter Fern, ein treuer Knecht, jetzt stiller Mann" zurück. An jener Stelle soll ein Kutscher des russischen Großfürsten Michael namens Theodor Rudolph Perewicsch im Jahre 1815 im Neckar ertrunken sein.

Das Grundgebirge bildet das Fundament für die darüber liegenden geologischen Schichten, die als Deckgebirge bezeichnet werden. Kristallines Grundgebirge tritt in Baden-Württemberg sowohl im Odenwald als auch im Bereich des Schwarzwalds zutage.

Im Odenwald bestehen die Gesteine des kristallinen Grundgebirges aus Granit, Granodiorit, Gabbrodiorit und Hornblendediorit. Hinzu kommen noch diverse metamorphe Gesteine.

Im Schwarzwald lässt sich das Grundgebirge untergliedern in die:

  • Granitgebiete im Nordschwarzwald (Forbacher Granit, Seebachgranit),
  • Granit- und Gneisvorkommen des Mittleren Schwarzwalds (Oberkirch-Granit, Lahrer-Granit, Triberger Granit, Renchgneise)
  • Granit- und Gneisvorkommen des Südschwarzwalds (z.B. am Feldberg und am Schauinsland).

Bei den Graniten des Nord- und des Mittleren Schwarzwalds sind häufig große, milchig-weiße Feldspatkristalle zu beobachten, wie etwa im Oberkirch-Granit. Diese einsprenglingsartigen Großkristalle verleihen dem Gestein ein porphyrartiges Aussehen.

Die ältesten bekannten Gesteine im Schwarzwald sind die Gneise. Sie sind aus präkambrischen Sediment- bzw. magmatischen Gesteinen hervorgegangen. Die Ersteren werden auch als Paragneise und die aus magmatischen Gesteinen hervorgegangenen als Orthogneise bezeichnet. Nach dem Rench- bzw. Schapbachtal (Ldkr. Freudenstadt), wo diese Gesteinstypen zuerst unterschieden wurden, bezeichnet man die Paragneise auch als Renchgneise und die Orthogneise als Schapbachgneise.

Im Odenwald (z.B. in der Spatschlucht bei Schriesheim) sowie gesamten Schwarzwald treten entlang tektonischer Bruchlinien sog, Ganggesteine auf. Diese Gesteine stammen von magmatischen Nachschüben, also Restschmelzen, die nach der Platznahme der variszischen Granite in das Grundgebirge eingedrungen sind. Sie sind meist in parallelen Ganglinien angeordnet, die kilometerlang ausstreichen können. Im Mittleren Schwarzwald streichen sie bevorzugt in nordöstlicher Richtung, im Südschwarzwald mehr in die Nordwest-Richtung aus.

Inbesondere an diesen Grenzlinien treten zahlreiche Erz- und Mineralgänge (z.B. Silbererze) auf, die bereits von den Römern bergbaubaulich abgebaut wurden. Eine erste Blütezeit der Montanindustrie war das Mittelalter. Noch heute sind zahlreiche Stollen und Mundlöcher - aber auch Altlasten, aus dieser Epoche zu finden. Der wirtschaftliche Nutzen der Bodenschätze war häufig starken Schwankungen ausgesetzt, wie aus den noch erhaltenen Dokumenten des historischen Bergbaus ersichtlich ist.

Heute ist der Abbau fast überall zum Erliegen gekommen. Der Bergbau hat nur noch lokale Bedeutung.