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NSG Schopflocher Moor (Torfgrube)
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Schopflocher Moor
Schopflocher Moor - einziges Hochmoor der Schwäbischen Alb
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Bild: Schopflocher Moor (2)
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Eine landschaftliche Besonderheit im Karstgebiet der Schwäbischen Alb stellt das Schopflocher Moor dar. Seine Entstehung verdankt das Schopflocher Moor einer wasserstauenden Tonschicht, welche durch Verwitterung des Basalttuffes eines Vulkanschlotes entstand. Sie verhinderte die Versickerung des Oberflächenwassers in das klüftige Kalkgestein. Der an dieser Stelle ursprüngliche vorhandene Maarsee ist im Laufe der Zeit verlandet. Begünstigt durch die hohen Niederschläge am Albtrauf konnte sich hier das einzige größere Hochmoor der Schwäbischen Alb entwickeln.

Von Ende des 18. Jahrhunderts an bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurde im Schopflocher Moor Torf abgebaut. Diese Eingriffe, verbunden mit einer großflächigen Entwässerung, führten schließlich zum Ruin dieses einzigartigen Kleinods. 1931 gelang es dem Schwäbischen Albverein mit staatlicher Unterstützung die letzten verbliebenen Torfhügel zu erwerben.Damit wurde die Keimzelle für das bereits 1942 ausgewiesene Naturschutzgebiet geschaffen. 1983 wurde das Naturschutzgebiet auf76 Hektar erweitert. Trotz der Unterschutzstellung ging der Bestand moortypischer Tier- und Pflanzenarten zurück. Die noch zahlreichen vorhandenen Gräben begünstigen bis heute die Entwässerung und Austrocknung des Moores.

Die Mineralisierung und Eutrophierung des Hochmoorfläche ermöglicht in den Randbereichen die Ausbreitung von Pflanzenarten, welche die Moorflora verdrängen können. An Stelle der Hochmoorvegetation sind vielerorts Hochstaudenbestände, Schilfröhrichte oder Weidengebüsche getreten.

NSG Schopflocher Moor (Torfgrube):
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Übersicht

NSG Schopflocher Moor (Torfgrube)

 

Naturschutzgebiet Schopflocher Moor (Ldkr. Esslingen)

 
Bild: Schopflocher Moor, Ldr. Esslingen
Blick auf das Schopflocher Moor
(© RP Stuttgart, Autor: M. Steinmetz)
 
Bild: Schopflocher Moor (Torfgrube)
Naturschutzgebiet Schopflocher Moor mit Bohlenweg (Ldkr. Esslingen)
(© RP Stuttgart, Autor: Schubert)

Ein Bohlenweg führt den Besucher durch die Kernzone des Hochmoors. Nur über diesen Pfad darf das Moor betreten werden. (Aufnahme: 1979).

Das Schopflocher Moor ist das einzige Hochmoor der Schwäbischen Alb. Es liegt inmitten eines Karstgebiets, das normalerweise nur unterirdisch entwässert, also keine Oberflächengewässer aufweist. Seine Bildung war nur möglich, weil hier wasserundurchlässige Schichten eines ehemaligen Vulkanschlots an der Oberfläche anstehen. Entstanden aus einem verlandeten See, bildeten Torfmoose über viele Jahrhunderte eine bis zu 4,5 m mächtige Torfschicht aus. Am Rand des Moors wuchsen Birkenwälder und Heidekraut.

Bis 1784 blieb das Schopflocher Moor nahezu unberührt, danach wurde es bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts für den Torfabbau intensiv genutzt. Seit 1942 ist es als Naturschutzgebiet gesetzlich geschützt. 1983 wurde das Schutzgebiet vom Regierungspräsidium Stuttgart auf seine heutige Größe von 76 ha erweitert. Auch der Schwäbische Albverein bemüht sich seit einiger Zeit um Wiedervernässung und Regeneration des einstigen Hochmoors.

Das Naturschutzgebiet ist zugleich in Teilen ein Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung im Sinne der Europäischen Richtlinie 92/43/EWG zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen (FFH-Richtlinie).

Bis 1784 blieb das Schopflocher Moor Ort in seinem 9.000 Jahre währenden Hochmoorstadium nahezu unberührt. Mit Beginn des 18. Jahrhunderts wurde es für den Torfabbau intensiv genutzt und im Laufe der Zeit nahezu zerstört. Seit 1942 stehen die Restflächen unter Schutz ("Banngebiet"). Danach wurden die Flächen nur noch als Streuwiesen genutzt. Im Jahr 1983 wurde das Schutzgebiet vom Regierungspräsidium Stuttgart auf seine heutige Größe von 76 ha erweitert. Seit einiger Zeit bemüht man sich um Wiedervernässung und Regeneration der einstigen Moorflächen, - mit gewissem Erfolg.

Schutzzweck ist der Erhalt wie die Regeneration der einzigen Hochmoorfläche auf der Schwäbischen Alb, mit ihrer vielfältigen, typischen Flora und Fauna. Das für diesen Naturraum einmalige Biotop, mit seinem nährstoffarmen, sauren Milieu inmitten des basischen Kalksteingebirges, verleiht dem Lebensraum außergewöhnliche Eigenschaften. So haben sich am Rand des Moorflächen, aufgrund der Vermischung von saurem Oberflächenwasser und dem anstehenden kalkhaltigem Juragestein, zahlreiche Dolinen gebildet.

Seit 2009 zählt das Schopflocher Moor auch zum Biosphärengebiet Schwäbische AlbDie unmittelbare Betreuung der Flächen obliegt dem nahe gelegenen Naturschutzzentrum Schopflocher Alb. Dort befindet sich auch ein Informationszentrum. Auf Anfrage werden entsprechende Führungen angeboten.

Hinweise für Besucher: Für die Besucherlenkung wurde 1976 ein Bohlenweg durch die Torfgrube angelegt, der 2003 durch den Schäbischen Albverein und das Regierungspräsidium Stuttgart barrierefrei ausgebaut gwurde (geeignet für Rollstühle, unter Mithilfe einer Begleitperson).