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Steinbruch Saurücken
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Blauer Steinbruch b. Ehingen (Donau)
Naturschutzgebiet "Blauer Steinbruch" bei Ehingen (Alb-Donau-Kreis)
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Bild: Steinbruch Saurücken
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Das Naturschutzgebiet "Blauer Steinbruch" am westlichen Stadtrand von Ehingen a.d. Donau. Die Exposition der Felswände und der Flachwasserzonen des Steinbruchsees erfahren im Frühjahr rasche Erwärmung. Die Lufttemperaturen des hufeisenförmigen Geländes steigen im Sommer stark an.

Steinbruch Saurücken:
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Steinbruch Saurücken

 

Aufgelassener Steinbruch "Saurücken" bei Ehingen (Alb-Donau-Kreis)

 
Bild: Steinbruch Saurücken
Aufgelassener Steinbruch Saurücken bei Ehingen (Alb-Donau-Kreis)
(© LUBW, Autor: Kusch)

Stillgelegter Steinbruch westlich von Ehingen (Donau), mit unterschiedlichsten Sukzessionsstadien, die von Gesteinsschutthalden bis zu versumpften Flächen mit Kalktuff und lückigem Mischwald reichen. In dem ehemaligen Steinbruch wurde über längere Zeiträume Weißjura ζ abgebaut. 1980 wurde der Steinbruch Saurücken mit einer Größe von ca. 5 ha als Naturschutzgebiet mit der amtlichen Bezeichnung "Blauer Steinbruch" ausgewiesen.

 
Bild: Aufgelassener Steinbruch Saurücken (Alb-Donau-Kreis)
Steinbruch Saurücken bei Ehingen - Abbruchwand
(© LGRB, LUBW, Autor: Burgmeier, Bergner)

Ehemalige Abruchwand (Weißjura ζ) - obere Sohle mit gelben Mergeln und plattenförmigen Kalkbänken.

Der im Weißjura ζ gelegene Steinbruch wurde bereits ab 1890 infolge seines qualitativ hohen Kalkgehalts von der Zementindustrie (Oberschwäbische Cementwerke) genutzt. Nach einer Phase intensivem Abbaus erfolgte 1927 die Stillegung. Das Gelände blieb anschließend über Jahrzehnte ungenutzt. 1952 gab es erstmals Pläne der Stadt Ehingen zur Rekultivierung bzw. Verfüllung des Steinbruchs. Diese konnten zunächst nicht umgesetzt werden. 1966 sollten die Flächen als offene Mülldeponie genutzt werden, dies scheiterte aber aus wasserrechtlichen Gründen.

Nachdem die ökologische Bedeutung des Gebiets offensichtlich wurde, begannen naturkundliche Kartierungen mit Bestands- und Artenerfassungen. Als die klimatologischen und pflanzensoziologischen Kartierungsergebnisse vorlagen, konnte ein Teilbereich für die Ablagerung von Erdaushub freigegeben werden. Nicht davon betroffene Flächen (etwa 5 ha) wurden im Jahr 1980 durch das Regierungspräsidium Tübingen als Naturschutzgebiet "Blauer Steinbruch" ausgewiesen.

Die ökologische Bedeutung des Schutzgebiets resultiert vor allem aus der Vielzahl von Lebensräumen mit unterschiedlichsten Sukzessionsstadien, die sich im Verlauf von über 70 Jahren gebildet haben. Von den zahlreich dort lebenden Pflanzenarten soll v.a. die Gruppe der Orchideen genannt werden. So ist z.B. die Mücken-Händelwurz auf die Halbtrockenrasen des Steinbruchsgelände konzentriert. Die Sumpf-Stendelwurz, die Zweiblättrige Waldhyazinthe und das Große Zweiblatt bevorzugen den kalkhaltigen, offenen Lehmboden. Das Helm-Knabenkraut wächst auf den sonnenexponierten Hangfluren des Steinbruchs.

Insgesamt leben bzw. laichen im Steinbruchsee 8 Amphibienarten, darunter Gelbbauchunke, Kreuzkröte und Fadenmolch. Von den Vogelarten sind die Brutvorkommen des Zwergtauchers und der Reiherente hervorzuheben.