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Kiese und Sande
Kiesgrube am Hardtwald bei Durmersheim (Ldkr. Karlsruhe)
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Bild: Kiesgrube am Hardtwald Durmersheim
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Sekundärlebensraum mit feuchten bis extrem trockenen Pionierstandorten in unterschiedlichen Sukzessionsstadien. Seit 1991 Naturschutzgebiet mit einer Größe von rund 30 ha.

Quartär:
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Quartär: Nutzung

 

Nutzung

 
Bild: Gewinnung von Kies im Nassabbau
Gewinnung von Kies im Nassabbau
(© Autor: LGRB)

Nassbaggerungen haben ihren Schwerpunkt in der Oberrheinebene. Aus den Kieslagerstätten der Oberrheinebene werden rund 60 % der jährlichen Fördermenge dieses Massenrohstoffs gewonnen. Weitere kleinere Abbauflächen liegen im mittleren Neckarraum sowie im Donautal.

 
Bild: Bodenprofil Parabraunerde aus würmeiszeitlichem Löß
Parabraunerde aus würmeiszeitlichem Löss
(© LUBW, RP Ka, Autor: LUBW)

Tiefgründige, lehmige Parabraunerden finden sich häufig im Kraichgau sowie in der Vorbergzone der Oberrheinebene. Die Böden sind sehr fruchtbar und eignen sich u.a. gut für den Anbau von Zuckerrüben.

Die quartärzeitlichen Kies- und Sandablagerungen im Oberrheingraben stellen die mächtigsten Vorkommen dieser Art in Mitteleuropa dar. Sie werden im Oberrheingraben von Geröllen aufgebaut, die durch Transport in fließenden Gewässern aus dem Abtragungsschutt der Alpen, des Schweizer Juras und der Randgebirge des Oberrheingrabens (Schwarzwald, Vogesen) in den letzten 2,6 Mio. Jahren hervorgegangen sind. Sie bestehen aus steinigen, z. T. blockigen Mittel- bis Grobkiesen.

Die Zusammensetzung der Kies- und Sandablagerungen wechselt entlang des Oberrheingrabens in Süd-Nord-Richtung. Entsprechend werden sie in unterschiedliche quartärstratigraphische Formationen gegliedert:

  • Neuenburg- und Breisgau-Formationen im Süden,
  • Ortenau-Formation in der Mitte
  • Mannheim- und Kurpfalz-Formationen im Norden.

Der Sandgehalt der oberen Kieslager liegt zumeist zwischen 20 und 25 %. Zu außergewöhnlich hohen Kiesmächtigkeiten kam es durch die nahezu kontinuierliche Einsenkung der als Oberrheingraben bezeichneten tektonischen Scholle zwischen den Randgebirgen Schwarzwald, Vogesen, Odenwald und Pfälzer Wald in einem Zeitraum, in dem durch das wiederholte Abschmelzen der pleistozänen Alpengletscher mehrfach große Sedimentmengen antransportiert wurden.

Aus den Kieslagerstätten der Oberrheinebene werden rund 60 % der jährlichen Fördermenge dieses Massenrohstoffs gewonnen. Das zweite wichtige Fördergebiet ist die Region Bodensee-Oberschwaben. Kleine Kies- und Sandvorkommen werden auch noch in den Flusstälern von Neckar, Oberer Donau und Wutach genutzt.

Die meisten unserer heutigen Böden sind in den vergangenen 12.000 Jahren nach der letzten landschaftsbildenden Eiszeit (Würm-Kaltzeit) entstanden. Zu ihnen gehören die in Baden-Württemberg weit verbreiteten, fruchtbaren Parabraunerden und Kolluvien. Sie dienen v.a. der Erzeugung von Grundnahrungsmitteln. Es ist wichtig, diese leistungsfähigen Flächen auf Dauer zu erhalten und vor schädlichen Bodenveränderungen zu schützen!