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NSG Frauweiler Wiesen
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Frauweiler Wiesen
Südwestlicher Zugang in das Schutzgebiet
(Element 1 von 14: Bild)
Bild: Frauenweiler Wiesen, Rhein-Neckar-Kreis
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Seit 1993 verhindert eine Schranke den illegalen Zugang mit Fahrzeugen.

NSG Frauweiler Wiesen:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Frauweiler Wiesen (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Frauenweiler Wiesen (Rhein-Neckar-Kreis)
Wechselfeuchte Orchideenwiese
(© M. Linnenbach)

Wechselfeuchte, ungedüngte Orchideenwiese im Kernbereich der Schutzgebiets. Standort des Breitblättrigen Knabenkrauts (Dactylorhiza majalis). Seit 1993 wird die Wiese im Rahmen des Pflegeplans des Staatl. Liegenschaftsamts Heidelberg regelmäßig gemäht, um den Untergrund entsprechend auszuhagern.

 
Bild: Frauenweiler Wiesen (Rhein-Neckar-Kreis)
NSG Frauweiler Wiesen, Großer See - Westufer
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

NSG Frauweiler Wiesen, Großer See - Westufer mit Schilfröhricht und Weidengebüsch (Aufn. April 2009).

 
Bild: Zottiger Klappertopf (3), Blütezeit Mai
Zottiger Klappertopf (Rhinanthus alectorolophus), Blütezeit Mai
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die leuchtend gelben Blüten zeigen sich im Mai.

Das Naturschutzgebiet liegt im äußersten Nordwesten der naturräumlichen Einheit des Kraichgau, im Übergang zur Rheinebene im Westen und zum südlichen Teil Odenwalds mit der Vorbergzone der Bergstraße, die sich im Norden anschließt. Der Bereich zählt zur sog. "Rauenberger Bucht", einer Randbucht des Kraichgau mit flachhügeligem, lössbedecktem Relief über den abgelagerten Randschollen der hier auslaufenden Langenbrücker Senke. Am Rand dieser Senke treten mehrere Schwefelquellen zutage, denen Bad Mingolsheim und Bad Schönborn ihre Bedeutung als Kurorte verdanken.

Im Schutzgebiet selbst stehen unter den tiefgründigen Lösslehmschichten ölschieferhaltige Tone (Schwarzer Jura) an, die im Zusammenhang mit der Randtektonik des Oberrheingrabens entstanden sind. Früher existierte hier eine schwefelhaltige Mineralquelle, wie wir sie heute noch bei Östringen erleben können. Infolge des historischen Erzbergbaus am Gänsberg bei Wiesloch und des Tontagebaus vorort ist die Quelle zerstört bzw. versiegt. Pläne, die Schwefelquelle im 18. Jh. unter Kurfürst Karl Theodor (1724-1799) zu einer Kur- und Badeanlage auszubauen, konnten nie verwirklicht werden. Die Reste der ehemaligen Kurbrunnenquelle sind als kulturdenkmalwürdiger Bestand in das Naturschutzgebiet Frauweiler Wiesen mit einbezogen worden. Sie befinden sich am östlichen Rand des Schutzgebiets, am Anstieg zum Gänsberg.

"Im Sumpf bei der Frauenweilerkirch", wie früher die Gewannbezeichnung lautete, herrscht überwiegend sommerwarmes wie wintermildes Beckenklima des Oberrheingrabens vor (mittlere Jahrestemperatur ca. 9 °C bei 750 mm mittlerer Jahresniederschlag). Unter den günstigen Umweltbedingungen haben sich auf den tiefgründigen, fruchtbaren Lösslehmboden mit ihrer hohen Wasserkapazität artenreiche Eichen-Hainbuchenwälder entwickelt. Dort wo keine Wälder anstehen existierte bis in das 19. Jh. ein durch den Menschen genutztes großflächiges, wechselfeuchtes Wiesengebiet, das durch den Tonabbau und den Autobahnbau (BAB 6) heute auf ca. 10 % seiner ehemaligen Ausdehnung zurückgegangen ist.

Das Naturschutzgebiet befindet sich seit 1985 im Besitz des Landes Baden-Württemberg. Es verfügt inzwischen über eine große Artenvielfalt mit zahlreichen seltenen Tieren und Pflanzen. Die beiden Stillgewässer (Großer u. Kleiner See) sind unter Auflagen an einen Sportfischereiverein verpachtet. Die einzige flächig noch bewirtschaftete Wiese im westlichen Bereich des Schutzgebiets wird einmal im Jahr gemäht. Die an das Gebiet angrenzenden Äcker sollen extensiviert und mittelfristig ebenso in ungedüngtes Grünland umgewandelt werden.

Seit 2005 zählen die Frauweiler Wiesen zum Natura 2000-Gebiet "Östringer Kraichgau" (Gebietsnr.: 6718341).

Kartenansicht Google.maps