Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Bild: Heidenhöhlen bei Überlingen, Molasse
Molassefelsen (Heidenhöhlen) bei Überlingen - Goldbach (Bodenseekreis)
(© LGRB, Autor: Bergner)

Die Heidenhöhlen bei Überlingen - Goldbach befinden sich in einer ca. 400 m langen und über 20 m hohen Felswand mit Steilabfall zum Bodensee. Die Reste der durch Menschen angelegten Höhlengänge werden im Volksmund auch als "Heidenhöhlen" bezeichnet.

Das als "locus typicus" geltende Aufschlussprofil zeigt massigen, weichen Sandstein, der das Mineral Glaukonit enthält und als sogenannte Heidenlöcher-Schichten den unteren Teil der Oberen Meeresmolasse (= tertiäre Schichtenfolge in der nördlichen Randsenke der Alpen) bildet. Die Gesamtmächtigkeit der Formation beträgt hier 65 bis 70 Meter.

Vor dem Bau der Eisenbahntrasse (Bodensee-Gürtelbahn) und der B 31 (alt) hatten die klippenartigen Felsformationen noch direkten Kontakt bis zur Uferlinie des Bodensees. Im Zuge der Baumassnahmen wurde der vordere Bereich der Felsen im Jahr 1895 komplett wegesprengt. Heute sind die Felsen als Naturdenkmal ausgewiesen und geschützt. Bis in das 16. Jh. befand sich vorort eine Brutkolonie des Waldrapps (Geronticus eremita).