Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Steinbruch Kallenberg
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Steinbruch Kallenberg
Tektonische Verwerfung (Flexur) im Osten des Steinbruchs
(Element 1 von 43: Bild)
Bild: Steinbruch Kallenberg (Rhein-Neckar-Kreis)
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

An einer aufgelassenen Wand im Osten des Steinbruchs ist erkennbar, wie Erdbewegungen (z.B. Absenkung des Oberrheingrabens) die einst horizontal abgelagerten Schichten des Muschelkalks verschoben haben (sog. Flexuren).

Steinbruch Kallenberg:
Weitere Informationen
Erlebnisorte in der Nähe:
 
Übersicht

Steinbruch Kallenberg

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Aufgelassener Steinbruch Kallenberg bei Eschelbronn (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Steinbruch Kallenberg
Aufgelassener Muschelkalksteinbruch Kallenberg (Rhein-Neckar-Kreis)
(© M. Linnenbach)

Der Steinbruch Kallenberg (Oberer Muschelkalk), nördlich von Eschelbronn (Rhein-Neckar-Kreis). Der Abbau begann 1861 und endete 1978. Das strukturreiche Gelände mit seinen verkarsteten Felsflächen ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Seit 1989 Naturschutzgebiet.

 
Bild: NSG Kallenberg, Rhein-Neckar-Kreis)
Blick in den Muschelkalksteinbruch Kallenberg
(© J. Scharwies)

Der Muschelkalksteinbruch (Oberer Muschelkalk) Kallenberg, nördlich von Eschelbronn (Rhein-Neckar-Kreis). Der Abbau begann hier 1861 und endete 1978. Das strukturreiche Gelände mit seinen verkarsteten Felsflächen ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen. Seit 1989 Naturschutzgebiet.

Der Kallenberg bei Eschelbronn ist ein ca. 70 m hoher Bergrücken auf der Nordseite des Schwarzbachtals. Nach mehreren erfolglosen Schürfungen nach Bleiglanz im 17. Jh., wurde 1861 am Südwesthang des Bergs erstmals Muschelkalk als Baumaterial für die Badische Odenwaldbahn (Heidelberg - Mosbach) über Tage gebrochen. Der Abbau des anstehenden fossilienreichen Oberen Muschelkalks (mo 1) setzte sich mit unterschiedlicher Intensität bis in die 1970er Jahre fort. So wuchs die Abbaustätte bis zu ihrer Stillegung im Jahr 1978 auf ca. 10 ha an. Das aufgelassene Gelände mit bis zu 30 m hohen Steilwänden und einem großflächigem Stillgewässer (Kallenbergsee) wurde rasch von Pflanzen und Tieren wiederbesiedelt. Es entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem ökologisch wertvollen Sekundärbiotop. 1989 erfolgte die Ausweisung als Naturschutzgebiet und Eingliederung in den Naturpark Neckartal-Odenwald.

An der Steinbruchsohle entstanden über den wasserstauenden Bereichen zahlreiche Kleingewässer, die bevorzugt von Gelbbauchunken besiedelt werden. Grasfrösche und Erdkröten suchen im Frühjahr den Kallenbergsee, dessen sonnenexponierte Uferzonen sich rasch erwärmen, zum Ablaichen auf. Im Gewässer, das zeitweise auch als Anglersee diente, leben Rotaugen (Rutilus rutilus), Rotfedern (Scardinius erythrophtalmus) und Große Flussmuscheln (Unio tumidus). Auf den vorgelagerten Blockhalden der Abbruchkanten finden sich zahlreiche Versteinerungen (z.B. Ceratiden, Muscheln, Seeigelstachel).

Das stillgelegte Steinbruchgelände ist öffentlich zugänglich und darf zu Fuß begangen werden. Angeln ist begrenzt in ausgewiesenen Zonen zulässig, das Baden im See ist verboten. Weite Teile der Wiesen- und Ruderalflächen des Steinbruchgeländes werden durch Pflegemassnahmen des Regierungspräsidium Karlsruhe offengehalten.

Kartenansicht-google.maps

 


Literatur (Auswahl)

Joachim Friedel: Der Kallenberg bei Eschelbronn - ein Naturschutzgebiet. In: Kraichgau. Beiträge zur Landschafts- und Heimatforschung, Folge 15/1997, S. 33−55, Hrsg. vom Heimatverein Kraichgau, Eppingen 1997, ISBN 3-921214-14-9

Übersicht:

1 Aufgelassener Steinbruch Kallenberg bei Eschelbronn (Rhein-Neckar-Kreis)