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NSG Neckarburg
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NSG Neckarburg
Blick auf das Naturschutzgebiet Neckarburg
(Element 1 von 5: Bild)
Bild: Naturschutzgebiet Neckarburg (Ldkr. Rottweil)
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Das Umlauftal mit dem "Bergle" aus der Vogelperspektive. Die Bahnlinie folgt dem nach Norden (rechts) fließenden Neckar.

NSG Neckarburg:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Neckarburg (Ldkr. Rottweil)

 
Bild: Neckarburg bei Rottweil
Naturschutzgebiet Neckarburg (Ldkr. Rottweil)
(© verlag regionalkultur, Autor: F. Staub)

Das Bild zeigt die ehemalige Flussschlinge des Neckars ("Neckarburg") nördlich von Rottweil. Die Neckarburg, auch Bergle genannt, überragt die ehemalige Talsohle des Neckars um etwa 30 m und liegt im Grenzbereich Muschelkalk / Unterer Keuper. An den Hängen befinden sich durch Schafbeweidung entstandene Wacholderheiden auf flachgründigen Kalksteinböden (Rendzinen). Die hiesigen Wacholderheiden zählen mit zu den ökologisch wertvollsten außerhalb der Schwäbischen Alb. Die Talsohle wird von tiefgründigen, lehmigen Ackerböden aus abgeschwemmtem Bodenmaterial eingenommen (Kolluvisole).

Bedeutendes Naturschutzgebiet.

 
Bild: NSG Neckarburg
NSG Neckarburg, Wacholderheide (Ldkr. Rottweil)
(© LUBW, Autor: M. Witschel)

Die Entstehung des bekannten Bodendenkmals Neckarburg ("Bergle") war an bestimmte geografische und geomorphologische Voraussetzungen geknüpft. Während der Neckar weiter östlich in den weichen Schichten des Gipskeuper (Mittlerer Keuper) ein breites Flussbett schuf, hat er sich in die harten Oberdorfer Gäuplatten schluchtartig etwa 150 bis 180 m tief eingeschnitten. Die massiven Schichten des dort anstehenden Oberen Muschelkalk boten dem Fluss erheblichen Widerstand und zwangen ihn zu Pendelbewegungen, wodurch sich steile Prallhänge und flache Gleithänge bildeten.

Die anfänglich sanften Einbuchtungen verstärkten sich im Laufe der Zeit, sodass eines Tages die Flußschlinge an der engsten Stelle durchbrach und einen sog. Umlaufberg - das heutige "Bergle" - zurückließ. Infolge des großen Mäanderbogens um das Bergle verlegte der Neckar seine Fließrichtung nach Nordosten. Damit entstand eine weitere Neckarschlinge um den Schlossberg. Diese nordöstlich verlaufende Schlinge liegt vom Geländeniveau etwa 25 m tiefer als die ältere, südwestliche Schlinge (s. Karte des Gebiets). Insgesamt hat das 1988 ausgewiesene Naturschutzgebiet Neckarburg eine Größe von rund 64 ha.

Die zusätzliche Ausweisung des „Neckartals zwischen Rottweil und Sulz" als FFH-Gebiet unterstreicht die besondere Bedeutung des Oberen Neckartals. So ist das Naturschutzgebiet „Neckarburg"- zusammen mit fünf weiteren - inzwischen auch ein Teil des europäischen Schutzgebietssystems Natura 2000. Neben dem im Süden liegenden Naturschutzgebiet Neckarburg umfasst das FFH-Gebiet von Süd nach Nord die Schutzgebiete Schlichemtal, Kälberhalde, Mittlere Bollerhalde, Brandhalde und als nördliche Enklave das Naturschutzgebiet Albeck. Wacholderheiden, Magerrasen, Felsbildungen, Schutthalden, Höhlen, Feuchtwiesen, Auenlebensräume und unterschiedliche Waldtypen prägen als europaweit bedeutende Lebensräume dieses Natura-2000-Gebiet.

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