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Steinweiler Steinbrüche
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Steinweiler Steinbrüche
Steinbruchgelände Steinweiler
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Bild: Steinweiler Steinbruch
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Aufgelassenes Steinbruchgelände mit Terrassen und Abraumhalden.
Steinweiler Steinbrüche:
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Steinweiler Steinbrüche

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Steinweiler Steinbrüche bei Nattheim (Ldkr. Heidenheim)

 
Bild: Steinbruch bei Steinweiler
Aufgelassener Steinbruch bei Steinweiler (Ldkr. Heidenheim)
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)
Aufgeschlossen sind hier Zwischenkalke der Weißjuramergel, die auch als „Steinweiler Kalke“ bekannt sind.Sie sind im unteren Bereich in dicken Schichten abgelagert. Nach oben hin werden die Schichten dünnbankig bis plattig. Über einen Zeitraum von fast 200 Jahren wurde hier abbgebaut. Seit 1997 ist der ehemalige Steinbruch als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
 
Bild: Steinweiler Kalk
Steinweiler Kalk (Ldkr. Heidenheim) - Weißjura ζ
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Aufgeschlossen sind hier markanten Zwischenkalke der Weißjuramergel (Weißjura ζ), die auch als „Steinweiler Kalke“ bekannt sind. Das Geistein ist im unteren Bereich in dicken Schichten abgelagert. Nach oben hin werden die Schichten dünnbankig bis plattig. Die marmorierten Kalkplatten waren als Wand- und Bodenfliesen gefragt - insbesondere für den Bau der Klosterkirche Neresheim. Der Steinbruch wurde 1965 geschlossen und 1997 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

 
Bild: Steinweiler Steinbruch (Ldkr Heidenheim)
Aufgelassene, verwitterte Abbauwand
(© RP Stuttgart, Autor: Klotz)
An der stark verwitterten, aufgelassenen Steinbruchwand sind die mamoriert gefärbten Schichtfugen der Weißjura-Bänke (Zwischenkalke) kaum mehr sichtbar. Aufgrund seines Verwitterungsgrades ist dieser Aufschluss schon seit längerer Zeit stillgelegt.

Die Umgebung von Nattheim-Steinweiler im Naturraum Härtsfeld wird von den gebankten Kalken des Weißjura ζ (zeta = griech. z) geologisch geprägt. Bei dem Jura-Gestein aus den Steinweiler Steinbrüchen handelt es sich um eine ganz besondere Variante. Hier sind die abgelagerten Weißjura-Kalke reich an marinen Kieselschwamm-Skeletten (Spongin), die teilweise sowohl in ihrer ursprünglichen Zusammensetzung teilweise aber auch in umgewandelter Form (Calcit) anstehen. Die als Zwischenkalke bezeichneten Einlagerungen verleihen dem Steinweiler Gestein ein besonderes Aussehen sowie besondere strukturelle Eigenschaften.

Zur Gewinnung von Wand- und Bodenfliesen für das Kloster Neresheim wurde die Abbaustätte im Jahr 1775 auf der Gemarkung Auernheim in Betrieb genommen. Hierzu errichtete man eine kleine Steinhauer-Hütte. Aus dieser ersten Ansiedelung entstand die Ortslage Steinweiler. Mit der Vollendung der Errichtung der Klosterkirche Neresheim 1792 gingen die Tätigkeiten im Gesteinsabbau vorläufig zurück, bis nach der Säkularisierung 1803 Kloster und Steinbruch in öffentlichen Besitz gelangten und der Abbau wieder reaktiviert wurde. In der Oberamtsbeschreibung Neresheim (1872) finden sich dazu folgende Vermerke:

  • ...der Gesteinsabbau in den Steinweiler Brüchen ist eine wichtige Einnahmequelle für die Bevölkerung...
  • ...während der Sommermonate arbeiten hier bis zu 200 Personen...

Die gebrochenen Werksteine waren überregional zur Herstellung von Treppen, Fliesen, Gesimsen und Grabsteinen sehr begehrt. Sie wurden bis in das benachbarte Königreich Bayern verkauft.

Das Steinbruchgelände wurde 1965 geschlossen und 1997 als Naturschutzgebiet (ca. 7 ha) ausgewiesen. Der Abbau an den aufgeschlossenen Wänden ist zu unterschiedlichen Zeiten aufgegeben worden. So entstanden auf dem Gelände sehr unterschiedliche Sukzessionstadien an Vegetation.

Heute haben Büsche und Bäume weite Bereiche die ehemals kahlen Abbauflächen und Abraumhalden zurück erobert. Auf den offenen Flächen finden sich stellenweise okölogisch wertvolle Trockenrasen. Hier wächst der seltene Alpen-Pippau (Crepis alpestris). Diese Bereiche gilt es durch Pflegemaßnahmen frei von Gehölzen zu halten. Das Steinbruchareal beherbergt auch eine vielfältige Fauna, darunter gefährdete Reptilienarten wie Kreuzotter und Schlingnatter.

Kartenansicht google.maps

 

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