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NSG Dornacher Ried
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Dornacher- und Häcklerried
Dornacher Ried mit Häckler Ried (Ldkr. Ravensburg)
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Bild: Dornacher Ried mit Häckler Ried
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Blick auf die verlandeten Riedflächen, im Vordergrund blüht ein Gewöhnlicher Schneeball (Viburnum opulus). Die Pflanze wächst bevorzugt auf feuchten Standorten wie im Uferbereich von Bächen, Flüssen und Seen.

NSG Dornacher Ried:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Dornacher Ried mit Häckler Ried, Häckler Weiher und Buchsee (Kreis Ravensburg)

 
Bild: NSG Dornacher Ried
Dornacher Ried mit Häckler Ried, Häckler Weiher und Buchsee (Ldkr. Ravensburg)
(© LUBW, Autor: Albinger)

Das Dornacher Ried, ein nahezu unberührtes Bergkiefern-Hochmoor mit dem Blindsee, einem Hochmoorkolk. Häckler Weiher und Buchsee, zwei zwischen Endmoränen gelegene, vermoorte und verlandete Gletscherseen. Das Häckler Ried besteht aus einem Flach- und Übergangsmoor und umschließt den Häckler Weiher. Der Buchsee mit ausgedehnten Seerosen-Beständen wird durch die Bundesstraße 32 vom Häckler Weiher getrennt. Das heutige Naturschutzgebiet hat eine Größe von 151 Hektar.

Die oberschwäbischen Seen sind Relikte der letzten Eiszeit (Würmeiszeit), deren Gletscher vor etwa 20 000 Jahren ihre maximale Ausdehnung hatten. Neben der historischen Bedeutung prägen die zahlreichen Seen und Weiher die Landschaft Oberschwabens. Das Häckler Ried gehörte einst zum Kloster Weingarten und wurde über einen langen Zeitraum von den Mönchen als Fischweiher überstaut.

 
Bild: Erlenbruchwald, Dornacher Ried
Erlenbruchwald im Dornacher Ried (Lkr. Ravensburg)
(© LUBW, Autor: Albinger)

1924 wurde das Dornacher Ried zum Bannwald erklärt. So konnte es vor der drohenden Abtorfung bewahrt und als nahezu ungestörtes Hochmoor erhalten werden.

Das Naturschutzgebiet Dornacher Ried mit Häckler Ried, Häckler Weiher und Buchsee liegt zwischen Fronreute und Wolpertswende.

Das Dornacher Ried wurde bereits 1924 von der Württembergischen Forstdirektion zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Erweiterung des Gebiets auf die Flächen des Häckler Rieds und den Buchsee gehen auf die Entwürfe des damaligen Landesbeauftragten für Naturschutz, Dr. Hans Schwenkel, zurück. Seine Vorschläge wurden 1937 durch die Oberste Naturschutzbehörde am Kultusministerium in Stuttgart in geltendes Recht umgesetzt. Mit der Ausweisung zum Naturschutzgebiet wurde die Streuwiesennutzung nicht beeinflusst. Die Beibehaltung dieser Nutzung bis weit nach dem 2. Weltkrieg schuf die Voraussetzung für das heutige Landschaftsbild.

Das Häckler Ried gehörte seit dem 14. Jh. zum Kloster Weingarten und wurde über einen langen Zeitraum (nahe 4 Jh.) von den Benediktiner-Mönchen überstaut und als Fischgewässer (Häckler Weiher) genutzt. Die Basis der heutigen B 32, die den Buchsee vom Häckler Weiher trennt, wurde um 1800 durch Aufschüttung von Moränenmaterial geschaffen. Über den aufgeschütteten Damm verlief einst der Kirchweg der Einwohner von Vorsee nach Blitzenreute.

1873 erfolgten durch den Bau von Entwässerungsgräben weitere gravierende Eingriffe in den Moorkomplex. Die danach folgenden Bestrebungen, die entwässerten Moorflächen an die Bauern aus Blitzenreute parzellenweise zu verkaufen, fanden wenig Anklang, da nur einige Randflächen veräußert wurden. Nach dem wirtschaftlichen Fehlschlag überließ man die Moorflächen bis zu ihrer Unterschutzstellung (1937) sich selbst. Dennoch hielten die Massnahmen der Entwässerung weiter an. Ebenso waren Jagd und Fischzucht im Schutzgebiet weiterhin zulässig. So wurde der Häcklerweiher noch bis 1986 als Fischteich (Karpfenzucht) intensiv genutzt.

Heute zählt das Dornacher- und Häckleried-Gebiet zum EU-Life Projekt "Lebensraum Blitzenreuter Seenplatte". Um die Moorflächen wieder zu vernässen, wurden im Januar 2006 insgesamt 18 Holzspundwände in die im Jahr 1873 angelegten Entwässerungsgräben eingebaut (s. Video). Für den Bau der Spundwände wurde Eichenholz verwendet, das eine lange Lebensdauer hat. Das im Rahmen des EU-Life-Projekts wieder hergestellte Moorgebiet hat nun Zeit, vollständig zu dem zu werden, was es einmal war: Ein naturnahes, intaktes Hochmoor sowie ein Lebensraum für viele, zum Teil seltene Tier- und Pflanzenarten (z.B. Schwarzstorch, Sumpfbärlapp, Sonnentau, Gefleckte Heidelibelle, s. Bildergalerie).

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