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Oberschwäbisches Hügelland

 

Oberschwäbisches Hügelland - Moränen, Kies und Toteislöcher

 
Bild: Pfrunger-Burgweiler Ried
Pfrunger-Burgweiler Ried (Ldkr. Ravensburg u. Sigmaringen)
(© Autor: LUBW)

Einzigartiger ausgedehnter Moorkomplex aus Hoch-, Zwischen- und Niedermooren als Lebensraum einer artenreichen Pflanzen- und Tierwelt. Die Vielfalt der von Natur und Kultur geprägten Landschaftselemente soll für die künftigen Generationen bewahrt werden. Das Naturschutzgebiet Pfrunger-Burgweiler Ried hat eine Größe von ca. 779 ha, davon befinden sich im Landkreis Ravensburg 161 ha und im Landkreis Sigmaringen 618 ha.

 
Bild: Drumlin Kammerhof, Eiszeit
Drumlin beim Kammerhof (Ldkr. Ravensburg)
(© LGRB, Autor: Burgmeier, Bergner)

Auffallender, nur mit Grünland bewachsener Hügel, an der B 32 (Ravensburg-Amtszell) in der Nähe des Weilers Kammerhof. Der etwa 500 m vor Kammerhof streichende Moränenzug kennzeichnet während des Würmglazials die Randlage des Eisschilds. Der ca. 20 m hohe aus der Verebnung ragende Hügel ist ein sog. Drumlin.

Die im Grundriss ovale, ca. 150 x 250 m große Oberflächenform entstand unter dem Eis des wiederholt vorrückenden Rheingletschers. Im Nordwest-Südost verlaufenden Längsprofil ist eine steilere südöstliche-Flanke und eine flachere Nordwest-Flanke feststellbar. Die Ausrichtung des Drumlin folgt der ehemaligen Fließrichtung des Eises. Naturdenkmal.

 
Bild: Toteisloch Sausenwind (Ersee)
Toteisloch Sausenwind (Ersee), Ldkr. Ravensburg
(© LGRB, Autor: Bergner)

Abflusslose Senke nördlich des Verbindungsweges der Ortslagen Waldburg-Edensbach-Vogt westlich von Ershaus. Durch Grünlandnutzung quadratisch geformtes Toteisloch mit etwa 80 m Kantenlänge und einer Tiefe von ca. 2 Meter. Naturdenkmal

Das Oberschwäbische Hügelland gehört zu der von glazialen Becken, Seen und Mooren durchsetzten Jungmoränenlandschaft des Voralpinen Hügellandes (Voralpenland). Im Norden wird der Naturraum durch einen Endmoränenwall begrenzt; nach Süden bilden eine innere Endmoräne sowie der Molasserücken die Grenze zum Bodenseebecken und zum Hegau.

Dort, wo sich die ältere und innere Endmoräne annähern, besteht nach Westen die Grenze zum Westallgäuer Hügelland. Im Naturraum läßt sich ein östlicher Teil, in dem ein innerer Moränenkranz ein Großbecken in mehrere vermoorte, mit Restseen gefüllte Kleinbecken gliedert, von einem westlichen Teil unterscheiden, der hauptsächlich von den Deckenschottern der Hochflächen gebildet wird, die durch breite, versumpfte Talungen (z.B. Naturschutzgebiet Pfrunger-Burgweiler Ried) unterbrochen sind. Vielerorts sind die versumpften Riedflächen zur Fischzucht aufgestaut (z.B. Häckler Weiher). Aus den versumpften Flächen entwickeln sich im Laufe der Zeit Niedermoore und Hochmoore (Wurzacher Ried).

Der Großteil des Naturraumes gehört zum Wassereinzugsgebiet des Bodensees (z.B. das Gewässersystem Untere, Obere Argen). Nur ein kleiner Bereich entwässert in die Donau. Auf den Flächen der Grundmoränen herrschen sandige Lehme vor, in den ehemaligen Schmelzwasserrinnen finden sich Ansammlungen gröberer Kiese und Sande. Die hügeligen Waldflächen werden meist forstwirtschaftlich genutzt. Niederschlagsbedingt dominiert im Osten die Grünlandnutzung, der Westteil wird überwiegend ackerbaulich genutzt. Die feuchten Wiesen mit den wenigen Futterpflanzen werden meist im Herbst nur einmal gemäht, um Einstreu für den Winter zu erhalten.

Das Oberschwäbische Hügelland ist durch Teilräume mit wichtigen Funktionen gekennzeichnet, die bei der weiteren Entwicklung in besonderem Maß geschützt und entwickelt werden sollten. Es sind vor allem die großen Landschaftsausschnitte des Pfrunger Rieds und des Altdorfer Waldes sowie die Tal- und Beckenlagen als Lebensraum für zahlreiche schutzbedürftige Arten, als Erholungsraum für den Menschen und als Grundwasserreservoir von landesweiter Bedeutung. Der Nährstoffeintrag ins Grundwasser (insbesondere im südwestlichen Bereich) sollte durch Anpassung der landwirtschaftlichen Nutzung an die geringe Schutzfunktion der Grundwasserüberdeckung reduziert werden.