Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Südliches Oberrheinisches Tiefland und Hochrheingebiet
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Südliches Oberrheinisches Tiefland, Hochrheingebiet und Freiburger Bucht
Isteiner Klotz
(Element 1 von 14: Bild)
Bild: Isteiner Klotz mit Hohlkehle (Ldkr. Lörrach)
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Der Isteiner Klotz stand vor der Rheinkorrektur durch Tulla dem Rhein als mächtiges Hindernis im Wege. Heute zeugt noch die große, vom vorbeiströmenden Wasser geglättete Hohlkehle am Fuß des Jurafelsens von dieser Zeit. Am Felsen wurde eine Kapelle errichtet.

Südliches Oberrheinisches Tiefland und Hochrheingebiet:
Weitere Informationen
 

Südliches Oberrheinisches Tiefland und Hochrheingebiet

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Böden der Niederterrassen und Auen

 
Bild: NSG Kapellengrien
Naturschutzgebiet Kapellengrien (Ldkr. Lörrach)
(© RP Freiburg, Autor: solum)

Ehemalige, heute verlandete Kiesinsel (Grien) am Rhein, mit Anlandungsflächen (großflächige Kiesbänke) und Trockenaue. Der Kapellengrien (früher auch Kapellengrün genannt) gehörte vor der Rheinkorrektion zu den vorgelagerten Kiesinseln des Isteiner Klotzen.

Heute ist die Fläche Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten sowie ein bedeutendes Brut-, Durchzugs- und Überwinterungsgebiet für seltene Vogelarten. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 70 ha. Es liegt westlich der BAB 5 zwischen den Gemeinden Rheinweiler und Kleinkems.

 
Bild: Niederterrasse bei Bad Krozingen
Niederterrasse westlich von Bad Krozingen
(© Autor: W. Krause)
Die fast ebene Niederterrasse besteht überwiegend aus Kies und Sand, den eiszeitlichen Ablagerungen des Rheins. Klimatisch begünstigt wird hier, mit Hilfe künstlicher Bewässerung, intensive Landwirtschaft betrieben. Rötliche Parabraunerden dominieren die Böden der Kiesebene. Sie werden von den fluviatilen Ablagerungen der seitlichen Zuflüsse durchschnitten.
 
Bild: Rötliche Parabraunerde
Rötliche Parabraunerde aus Niederterrassenschotter des Rheins (Neuenburg am Rhein)
(© LGRB, Autor: W. Krause)
Die rötliche oder rubefizierte Parabraunerde ist auf der Niederterrasse weit verbreitet und hat einen intensiv rotbraunen Bt-Horizont. Zwischen dem Bt- und dem sandig-kiesigen lC-Horizont liegt ein harter Kalkanreicherungshorizont (rGco), der als Ausfällung aus dem ehemals höheren kalkreichen Grundwasser hervorgegangen ist.
Landschaft im Wandel

Die aus mächtigen pleistozänen Sand- und Kiesablagerungen bestehende Niederterrasse bildet am Oberrhein eine mehrere Kilometer breite Kiesebene. Durchschnitten wird sie durch Ablagerungen (Hochflutlehme und Auensedimente) der seitlichen Zuflüsse.

In der Nähe zum lössbedeckten Hügelland und entlang der Zuflüsse wurde mehrere Meter mächtiger spätwürmzeitlicher Hochflutlehm abgelagert. Aus diesem lössbürtigen Material konnten sich tiefe Parabraunerden entwickeln. Diese wurden später von den Steilhängen des angrenzenden Löss-Hügellandes durch holozän verlagerte Abschwemmmassen überdeckt. Es entstanden Kolluvisole über Parabraunerde.

Die Auen der kleinen Zuflüsse reichen oft fingerartig in die Ebene und versickern, bevor sie den Rhein erreichen, im Kies. Die rezenten Auen sind meist schmal und weisen kalkhaltige Braune Auenböden auf.

Zum Rhein hin dominieren kiesige, rötliche Parabraunerden aus kryoturbat überprägten Rheinschottern. Im nahen Untergrund dieser Böden ist im Kies oft ein harter Kalkanreicherungshorizont ausgebildet, der vermutlich durch Ausfällung aus dem ehemals höher reichenden Grundwasser entstanden ist.

Am Hochrhein tragen die viel kleineren Niederterrassenflächen Parabraunerden aus einer lösshaltigen Deckschicht über Rheinschottern. Die Zuflüsse aus dem Schwarzwald schotterten hier Terrassen und Schwemmfächer mit Braunerden auf.

Zum Teil bilden die schnellfließenden „Schwarzwaldflüsse" beim Eintritt in die Ebene Schwemmfächer, wie in der Freiburger und Staufener Bucht. Sie bestehen aus kalkfreien, kristallinen Schwarzwaldschottern. Große Flächen der Staufener Bucht wurden mit Löss überdeckt, dieser wurde fingerförmig von späteiszeitlichen Flüssen aus dem Schwarzwald wieder ausgeräumt. Auf den Lössverebnungen bildeten sich Löss-Parabraunerden, die bis heute erhalten blieben. In den tieferliegenden Rinnen sind stark kiesige Böden mit hohen Grundwasserständen zu finden (Braunerde-Gley, Gley). Während die fruchtbaren Parabraunerden als Acker genutzt werden, sind die minderwertigen Gleye Grünlandstandorte. Dagegen sind in den höheren Bereichen der Freiburger Bucht kiesreiche Braunerden zu finden. Geringe Wasserspeicherfähigkeit und wenig Nährstoffe bedingt durch den hohen Steingehalt begrenzen die Ertragsfähigkeit dieser Böden. Im äußeren Randbereich der Freiburger Bucht, verursacht durch die aufstauende Wirkung des Tunibergs, steht das Grundwasser ganzjährig an der Bodenoberfläche. Im Mooswald konnten sich Braunerde-Gleye und Gleye bilden.

Die Niederung zwischen Tuniberg und Kaiserstuhl wurde bis in die Nacheiszeit vom Rhein durchflossen. Nach Aufgabe der Ostrheinrinne kam es bei hohen Grundwasserständen zur Bildung von Moorgleyen, Anmoorgleyen und Niedermoor (Wasenweiler Ried). Nach starker Entwässerung wurden die Moore größtenteils stark degradiert. Wo früher nur extensive Grünlandwirtschaft möglich war, wird heute intensiver Ackerbau betrieben.

Zwischen Freiburg, Emmendingen und Riegel haben Dreisam und Elz eine ausgedehnte Flusslandschaft geschaffen. Bei den periodischen Überflutungen kam es zur Ablagerung von lehmig-sandigen Auensedimenten. Es bildeten sich, je nach Grundwassereinfluss, Braune Auenböden, Auengleye und Nassgleye.

Am Oberrhein haben außerhalb der Deiche durch die TULLA'sche Rheinkorrektur und den Bau des Rheinseitenkanals die Auenböden des Rheins den Anschluss an das Grundwasser meist verloren und werden vom Hochwasser nicht mehr überschwemmt. Die ehemaligen Rheinarme sind heute trocken und heben sich durch gröbere Schotter von den höher liegenden Kies- und Sandinseln ab. In der Rheinaue dominieren Pararendzinen aus sandigen und lehmig-schluffigen Sedimenten, die stellenweise eine reliktische Vergleyung aufweisen können. Diese ehemals semiterrestrischen Auenböden werden heute zu den terrestrischen Böden gezählt, da sie in Zukunft durch keine Auendynamik mehr geprägt sind. Nur innerhalb des heutigen Hochwasserbetts finden sich verbreitet humusarme bis -freie Auenkarbonatrohböden, die eine deutliche Schichtung der fluviatilen Sedimente aufweisen. Bis in eine größere Tiefe sind in diesen Böden, als Zeugen unserer modernen Zivilisation, Plastiktüten, Büchsen und Kronkorken zu finden. Auch am Hochrhein, der von der Rheinkorrektur nicht direkt beeinflusst wurde und heute noch Gebirgsflusscharakter hat, liegen die älteren Auenterrassen nicht mehr im Überflutungsbereich und können deshalb schon eine terrestrische Bodenbildung zeigen (lessivierte Auenbraunerde). Sie tragen deshalb bereits entkalkte und verbraunte Auenböden. Nur auf einigen jungen Auenterrassen werden kalkhaltige Braune Auenböden gefunden. Gerade die ebenen Auenböden wurden in dem engen Hochrheintal durch Siedlungs- und Gewerbeflächen stark versiegelt.