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Südliches Oberrheinisches Tiefland und Hochrheingebiet
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Südliches Oberrheinisches Tiefland, Hochrheingebiet und Freiburger Bucht
Isteiner Klotz
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Bild: Isteiner Klotz mit Hohlkehle (Ldkr. Lörrach)
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Der Isteiner Klotz stand vor der Rheinkorrektur durch Tulla dem Rhein als mächtiges Hindernis im Wege. Heute zeugt noch die große, vom vorbeiströmenden Wasser geglättete Hohlkehle am Fuß des Jurafelsens von dieser Zeit. Am Felsen wurde eine Kapelle errichtet.

Südliches Oberrheinisches Tiefland und Hochrheingebiet:
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Südliches Oberrheinisches Tiefland und Hochrheingebiet

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Böden der Vorberge

 
Bild: Rote Böden im Eggener Tal
Rote Böden im Eggener Tal (Markgräflerland)
(© Autor: W. Krause)
Typische Landschaft der Vorberge mit Blick nach Norden. Kleinflächiger Wechsel von Wald, Äcker, Obstwiesen und Weinbau. Der rote Boden im Vordergrund ist eine eisenreiche Braunerde aus dem roten Murchisonae-Oolith, ein Kalksandstein des Mitteljuras, der als Doggererz abgebaut wurde. Am Hang oben Pelosol-Braunerden aus Opalinuston. Hangabwärts treten in nicht zu steiler, geschützter Position Parabraunerden aus Lösslehm auf. In den Weinbergen am Gegenhang dominieren rigolte, kalkhaltige Pelosole.
 
Bild: MP8412.3 Terra fusca-Parabraunerde
Terra fusca-Parabraunerde (Dinkelberg)
(© Autor: LGRB)
Mäßig tief entwickelte Terra fusca-Parabraunerde aus umgelagertem Lösslehm auf Zersatz des Oberen Muschelkalks. Weit verbreiteter Boden im Muschelkalk-Hügelland des Dinkelbergs.

Wälder und Obstwiesen

Das durch die Bruchschollendynamik geologisch und morphologisch stark gegliederte Bergland besteht aus mesozoischen Kalk- und Tonsteinen. Diese sind mit tertiären Schichten an den Vorbergschollen, wie z. B. Lorettoberg, Schönberg, Föhrenbuck, Kastelberg und Staufener Burgberg auf engem Raum aufgeschlossen. Die Vielzahl der dadurch hervorgebrachten Bodenformen wird durch die unterschiedlichen Beimengungen von Löss im Ausgangsgestein und das Vorkommen von Lösslehm in flacheren Lagen noch vergrößert.

Auf den verkarsteten Hochflächen dominieren Lösslehme und lösshaltige Fließerden. Im Lösslehm haben sich tiefe Parabraunerden entwickelt, in denen eine Tonverlagerung vom Ober- in den Unterboden stattgefunden hat. Am Rande der Lösslehmdecken finden sich weniger dichte lösshaltige Fließerden, die häufig von tonreichem Material der Kalksteinverwitterung unterlagert sind. Hier konnten sich tiefe Terra fusca-Parabraunerden bilden. Beiden Böden ist ein hohes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen gemeinsam, ohne dass der Ton aus der Kalksteinverwitterung eine stauende Wirkung hat. Die Standorte sind für die Wertholzproduktion sehr gut geeignet. Besonders die Eiche findet auf diesen Böden ideale Bedingungen. Flachgründige, steinige Böden (Rendzina) kommen nur an den kurzen, steilen Talhängen vor und sind dort mit den Tonböden der Kalksteinverwitterung (Terra fusca, Braunerde-Terra fusca, Terra fusca-Rendzina) vergesellschaftet. Wo die Tonhorizonte auftreten, sind die Böden feuchter und trocknen nicht so schnell aus.

Die schweren, dicht gelagerten Tonböden (Pelosol, Braunerde-Pelosol) im Bereich des Opalinus- und Ornatentons dominieren an den Hängen. Sie sind meist von lösshaltigen Fließerden bedeckt und bilden Pelosol-Braunerde. Steuobstwiesen und Weiden prägen hier das Landschaftsbild. Parabraunerden sind mehr in für die Lössablagerung günstigen Lagen am Unterhang zu finden und wurden früher ackerbaulich genutzt. In den Weinbergen der Vorberge sind kalkhaltige, tonig-mergelige Böden (Pelosol-Pararendzina) und kalkhaltige Rigosole aus tonigen Fließerden zu finden. Rigosole haben sich unter jahrhundertealter Nutzung gebildet. Durch das regelmäßige tiefe Umgraben sind sie gut durchlüftet und bis zu einer Tiefe von 4-7 dm humos.

Am Übergang zu den kristallinen Gesteinen des Schwarzwalds zeichnet ein kleinflächiger Wechsel von Tonböden (Pelosole), flachgründigen, steinigen Böden (Rendzinen) und sandigen Braunerden die steil gestellten, geringmächtigen Stufenkanten von Unterjura, Keuper, Muschelkalk und Buntsandstein nach. Unterhalb der Schwarzwaldrandverwerfung überdecken altpleistozäne Solifluktionsdecken fingerartig die Hänge. Diese blockreichen Schuttdecken bestehen aus Verwitterungsmaterial der oberhalb anstehenden Schichten und tragen oft staunasse Braunerden und Parabraunerden. Wobei die Verbreitung von Parabraunerden ab einer Meereshöhe von ca. 400 m NN stark zurückgeht.

Im stark verkarsteten Dinkelberg bilden Rendzinen aus Kalksteinen des Oberen Muschelkalks die steileren Waldflächen. In den reliefarmen Scheitellagen konnten sich Parabraunerden aus Lösslehm bilden. Im Bereich des Unter- und Mittelkeupers mit Mergel- und Tonsteinen treten Pararendzinen und Pelosol-Pararendzinen auf. Die pleistozänen Deckenschotterkonglomerate auf den rheinnahen Hochlagen des Dinkelbergs sind eine ältere eiszeitliche Bildung und größtenteils von Lösslehm überdeckt, wie auch die flachen Unterhänge im südlichen Randbereich des Berglandes. Auch hier konnten sich aus dem lössbürtigen Material Parabraunerden bilden. Eine natürliche Grenze nach Norden bildet am Dinkelberg das Wiesetal. Wo die Auen nicht durch große Gewerbegebiete versiegelt sind, dominieren Braune Auenböden aus lehmigen Auensedimenten.

Eine Besonderheit am Tuniberg und Kaiserstuhl stellen die in die mächtigen Lössschichten künstlich geformten Großterrassen der Rebflurbereinigung dar. Es entstanden anthropogene Böden aus umgelagertem Lössbodenmaterial (kalkreiche Auftragsböden und Pararendzina aus Löss).

Die meist schmalen Auen werden von kalkhaltigen Braunen Auenböden gebildet und können in Grundwasser näheren Bereichen bis zum Braunen Auenboden-Auengley variieren. Die Sedimente sind meist lössbürtig, können aber am Schwarzwaldrand auch eine sandig-kristalline Komponente haben.