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Südliches Oberrheinisches Tiefland und Hochrheingebiet
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Südliches Oberrheinisches Tiefland, Hochrheingebiet und Freiburger Bucht
Isteiner Klotz
(Element 1 von 14: Bild)
Bild: Isteiner Klotz mit Hohlkehle (Ldkr. Lörrach)
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Der Isteiner Klotz stand vor der Rheinkorrektur durch Tulla dem Rhein als mächtiges Hindernis im Wege. Heute zeugt noch die große, vom vorbeiströmenden Wasser geglättete Hohlkehle am Fuß des Jurafelsens von dieser Zeit. Am Felsen wurde eine Kapelle errichtet.

Südliches Oberrheinisches Tiefland und Hochrheingebiet:
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Südliches Oberrheinisches Tiefland und Hochrheingebiet

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Landschaft und Geologie

 
Bild: Rhein bei Bad Bellingen
Blick auf Altrhein und Rheinseitenkanal bei Bad Bellingen (Ldkr. Lörrach)
(© Autor: W. Krause)
Blick vom lössbedeckten Tertiärhügelland nach Nordwesten ins Rheintal. Links Frankreich mit dem Rheinseitenkanal, rechts der Restrhein mit Steilanstieg zum Hügelland. Die heute trockenen Wälder entlang des Rheins waren früher grundwassernahe Auenwälder. Im Vordergrund fruchtbare Ackerflächen mit Pararendzina aus Löss.
 
Bild: Keuper- und Juraschichten der Vorbergzone
Schräggestellte Keuper- und Juraschichten in den Vorbergen
(© Autor: LGRB)
 
Bild: Rheinaue westlich von Istein
In der Rheinaue westlich von Istein
(© Autor: M. Weiß)
Nach einem Hochwasser im Sommer 2007 vom Rhein frisch angelandetes schluffig-sandiges Auensediment.

Landschaft in Bewegung

Die Region Südlicher Oberrhein und Hochrhein ist in Bewegung. Es geht hier in vielerlei Hinsicht drunter und drüber. Die Tektonik des Rheingrabenbruchs führte zu einer intensiven Zerstückelung der Oberfläche in oft kleinflächige Bruch- und Staffelschollen. Starke Hebungen und Senkungen bewirkten, dass die ältesten, unteren Schichten die Höhen des Gebietes bilden, während die jüngeren, bei der Ablagerung oberen Schichtpakete in den Tieflagen zu finden sind. Entsprechend ändern sich das Gestein, die Exposition und Neigung und damit die Faktoren der Bodenbildung kleinflächig und unregelmäßig. Selbst in der auf den ersten Blick monoton erscheinenden weiten Schotterebene des Rheins wechselt häufig das Substrat, bedingt durch die unterschiedlichen Ablagerungen der zahlreichen Zuflüsse aus dem Schwarzwald und den Lössgebieten. Hinzu kommt, dass die Böden der ganzen Region vom Menschen großflächig überprägt sind. Seit Jahrtausenden sind die Ebenen von Ober- und Hochrhein und deren angrenzende Gebiete wichtige Verkehrs- und Siedlungsachsen gewesen. Zersiedelung, Erosion und Schadstoffeinträge sind deshalb die bestimmenden Themen im Bodenschutz.

Grob lässt sich die Region Südlicher Oberrhein und Hochrhein in mesozoische Vorbergzone, lössbedecktes Tertiärhügelland, Niederterrasse und Rheinaue gliedern. Die Ausbreitung und Ausprägung dieser Zonen variieren aber lokal sehr stark und damit auch das entsprechende Bodenmuster. Die Vorbergzone gliedert sich deutlich in eine Innenzone, die zum Schwarzwald überleitet, und eine noch stärker abgesenkten Außenzone, die durch eine Aneinanderreihung mehrerer Hügel in nordsüdlicher Richtung, die aus der Ebene ragen, in Erscheinung tritt. Im Gebiet sind dies der Tuniberg, welcher die Freiburger Bucht nach Westen abschließt, und weitere kleinere Erhebungen, z. B. bei Biengen, Schlatt und Lehen. Treffenderweise werden sie „Bergle" genannt, wohl deshalb weil sie so unvermittelt steil aus der Ebene herausragen.

Anders sind die Verhältnisse am Hochrhein. Die Vorberge weiten sich dort im Norden zur großflächigen Bruchscholle des stark verkarsteten Dinkelbergs aus, das Tertiärhügelland fehlt ganz. Die Enge des Hochrheintals bietet für die Ausbildung einer breiten Niederterrasse und ausgedehnter Auen des Rheins wenig Raum.

Während es am Dinkelberg die Kalksteine des Muschelkalks sind, bauen im Oberrheingebiet überwiegend Kalk- und Tonsteine des Mitteljuras die Vorberge auf. Hier bilden die Kalksteine des Muschelkalks zusammen mit den Ton- und Mergelsteinen des Keupers in häufig steil gestellten und geringmächtigen Stufenkanten den Übergang zum Buntsandstein und weiter nach Osten zu den kristallinen Gesteinen des Schwarzwalds und tragen flächenhaft nur wenig zur Bodenbildung bei.

Tertiäre Bruchschollen bilden im Grabengebiet den markanten Abfall zur Oberrheinebene. Zusammen mit den mesozoischen Inselschollen sind sie meterhoch mit Löss bedeckt und zeigen nur an wenigen steilen Hängen ihren inneren Aufbau aus Kalk- und Mergelgesteinen.

Der zentrale Oberrheingraben wird vom Rhein durchflossen und ist von einer mächtigen Schicht quartärer Schotter überdeckt. Die aus pleistozänen Sand- und Kiesablagerungen bestehende Niederterrasse des Rheins und seiner Zuflüsse nimmt den größten Teil der Oberrheinebene ein. Im engen Tal des Hochrheins ist sie nur noch in Resten zu finden. Beim Eintritt der seitlichen Zuflüsse wird die weitläufige Kiesebene durchschnitten oder randlich von Schwemmfächern überdeckt. In den tieferliegenden Bruchzonen Freiburger und Staufener Bucht bildeten Dreisam, Glotter, Elz und Neumagen ausgedehnte Schwemmfächer, deren kristalline Schotter ehemals großflächig von Löss überdeckt waren.

Niederterrasse und Rheinaue sind meist durch eine bis 6 m hohe Geländestufe, dem Hochgestade, deutlich voneinander getrennt. Der Rhein floss, begrenzt durch das Hochgestade, in stark verästelten, flachen Rinnen, die nach jedem Hochwasser ihren Lauf änderten. Gering mächtige Flussterrassen, Prall- und Gleithänge markieren dagegen die Grenzen des Hochrheins, der vor dem Eintritt in die Oberrheinebene noch Gebirgsflusscharakter hat. Junge kalkreiche Auensedimente über Sand und Kies bilden die wellige Rheinaue, die bis zur Rheinkorrektion vor ca. 150 Jahren noch jährlich überschwemmt wurde.