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Rennweghohle, Flora und Fauna
Blick in die Rennweghohle bei Zeutern (Ldkr. Karlsruhe)
(Element 1 von 38: Bild)
Bild: Rennweghohle
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Die Rennweghohle, nordöstlich von Zeutern gelegen, zählt zur Gemarkung der Gemeinde Ubstadt-Weiher. Sie ist eine der letzten, noch bestehenden größeren Lößhohlwege des Kraichgaus. Die Rennweghohle ist eine Teilfläche des Naturschutzgebiets "Beim Roten Kreuz", das 1985 durch das Regierungspräsidium Karlsruhe ausgewiesen wurde.

Rennweghohle:
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Die Rennweghohle bei Zeutern (Ldkr. Karlsruhe)

 
Bild: Rennweghohle
Rennweghohle - Westeingang
(© M. Linnenbach)
 
Bild: Rennweghohle, Lösswand
Rennweghohle, angeschnittene Hohlwegflanke
(© privat, Autor: M. Linnenbach)
Rennweghohle, angeschnittene Hohlwegflanke mit freigelegter Eichenwurzel

Die Rennweghohle, nordöstlich von Zeutern, gehört zur Gemarkung der Gemeinde Ubstadt-Weiher. Sie zählt zu den letzten, noch bestehenden größeren Lößhohlwegen im Kraichgau. Die Hohle erstreckt sich vom Wegestern am "Roten Kreuz" in nahezu gerader Linie nach Osten, hinab in die Talaue des Speitelsbachs (s. Kartenansicht oben).

Der Hohlweg war einst eine wichtige Verkehrsader zwischen den Ortslagen Zeutern und Östringen. Noch vor dem 2. Weltkrieg wurde der Weg täglich durch viele Menschen durchquert, entweder zu Fuß oder mit Fuhrwerken. So blieben sowohl die Sohle als auch die Seitenwände nahezu vegetationsfrei. Erosionsbedingte Abbrüche an den Hohlwegflanken wurden in Handarbeit rasch beseitigt. Die zunehmende Motorisierung und der Ausbau der Gemeindeverbindungstraßen in den 1950er Jahren ließen die historisch gewachsene Verkehrsadern schnell in Vergessenheit geraten. Hohlwege waren ab sofort ohne größere Bedeutung. Sie überwucherten oder stürzten durch Erosion ein.

Von den Flurbereinungsmaßnahmen der 1960er Jahre zunächst verschont, diente die Rennweghohle in der Folgezeit als "wilde Deponie" für Bauschutt und Müll aller Art. Mitte der 1980er Jahre wurden die illegalen Ablagerungen unterbunden und der untere Bereich des nahezu verfüllten Hohlwegs wieder freigelegt. 1992/93 schließlich konnte auch der obere, westliche Teil wieder begangen werden, nachdem Tonnen von Schutt und Abfall durch schweres Gerät beseitigt wurden. Die Organisation der Arbeiten erfolgte durch die Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden. Die Finanzierung übernahmen anteilig die Stiftung Naturschutzfonds, der Landkreis Karlsruhe sowie die Verbandsgemeinde Ubstadt-Weiher.

Die Rennweghohle steht heute unter Schutz. Sie ist Teilfläche des Naturschutzgebiets "Beim Roten Kreuz", das 1985 durch das Regierungspräsidium Karlsruhe ausgewiesen wurde. Schutzzweck ist die Erhaltung typischer Landschaftselemente des Kraichgaus, bestehend aus Terrassen mit trocken-heißen Lößböschungen, Rainen, Hohlwegen und Halbtrockenrasen sowie der für dieses Gebiet charakteristischen Tier- und Pflanzengemeinschaften.

Auf den Hangschultern  wachsen bunt blühende Halbtrockenrasen. Es ist der typische Lebensraum des Kleinem Wiesenknopfs, der Rundblättrigen Glockenblume und des Feld-Thymians. Hinzu gesellen sich seltene Pflanzenarten wie Gelber Zahntrost, Frühlings-Fingerkraut, Fransenenzian, Dost und Kalk-Aster (s. Bildergalerie). Überaus artenreich ist auch die Gruppe wärmeliebender Insekten (z. B. Schmetterlinge, Heuschrecken, Wildbienen).

Hinweise für Besucher: Seit 2005 zählt die Rennweghohle zum Natura-2000-Gebiet "Östringer Kraichgau" (Gebietsnr.: 6718341). Südlich davon befinden sich die sehenswerte Sternwarte Kraichtal und das Naturschutzgebiet "Kleiner Kraichbach" im Pfannenwald (s. Karte). Auch ein Besuch des nahegelegenen Römermuseums in Stettfeld ist sehr empfehlenswert.