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NSG Schwenninger Moos
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Schwenninger Moos
Blick vom Besucher-Lehrpfad auf die Moorflächen im südlichen Bereich des Schutzgebiets
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Bild: Schwenninger Moos (3) (Schwarzwald-Baar-Kreis)
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Anmoorige Flächen im Süden mit dichten Röhrichtbeständen, Gruppen von Moorbirken (Betula pubescens) und einzelnen Hängebirken (Betula pendula).

NSG Schwenninger Moos:
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Übersicht
 

Neckarquelle Schwenninger Moos (Schwarzwald-Baar-Kreis)

 
Bild: Schwenninger Moos, Neckarursprung
Neckarquelle Schwenninger Moos (Schwarzwald-Baar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Witschel)

Das Schwenninger Moos auf der Europäischen Wasserscheide zwischen Donau und Rhein auf der Baar. Das Moor gilt als Quelle des Neckars und wurde 1985 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Mit einer Fläche von ca. 98 ha stellen die naturnahen Flächen ein wertvolles Naherholungsgebiet  für die Stadt Schwenningen dar.

Das Foto zeigt den Bereich des Neckarursprungs (Neckarquelle).

 
Bild: Schwenninger Moos (2) (Schwarzwald-Baar-Kreis)
Moorflächen mit Kuppen aus Torfmoosen (Bulte)
(© privat, Autor: M. Schempp)

Teilweise schneebedeckter, vereister Moorboden mit erhöhten Kuppen aus Torfmoosen (sog. Bulte). Die Bulte stellen mikroklimatisch betrachtet kleine Wärmeinseln innerhalb der Moorflächen dar (Aufn. Februar 2011).

Das Schwenninger Moos (alemannisch = Moor) hat eine mehr als zehntausendjährige nacheiszeitliche Entstehungsgeschichte. Es ist das größte und am besten untersuchte Moor in der Riedbaar. Zusammen mit dem benachbarten Kugelmoos (nicht geschützt!) besitzt es eine Fläche von 1,2 km². In der Zeit zwischen 12.000 und 5.000 v. Chr. befand sich an dieser Stelle ein großer See, der ursprünglich durch die abgeschmolzenen Eismassen der letzten Eiszeit entstand und allmählich vermoorte (Verlandungsmoor).

Die im Nordosten gelegenen Moorflächen sind heute Quellgebiet des Neckars und der Stillen Musel. Die südlichen Teile des Moores dagegen entwässern über den Talbach zur Brigach zum Gewässersystem der Donau. Schwenninger Moos und das angrenzende Kugelmoos formen somit durch ihre topografischen Lage die Europäische Wasserscheide, die die Zuläufe von Rhein und Donau trennt. Die Wasserscheide auf der Baar war früher zugleich die Landesgrenze zwischen dem Königreich Württemberg und dem Großherzogtum Baden. Mehrere historische Grenzsteine erinnern noch daran.

Der heutige Zustand des Schwenninger Moos kann aus moorkundlicher Sicht nach zweihundert Jahren Torfstich als stark gestört bezeichnet werden. Schon 1748 begann hier intensiver Torfabbau, der bis nach dem Zweiten Weltkrieg (1947) anhielt. Der Abbau führte im Laufe der Zeit zu starken Veränderungen innerhalb des Hochmoorschilds und seiner Vegetation. Auch der Bau der Eisenbahn im Jahr 1869 durch das Kugelmoos veränderte den Wasserhaushalt. Darüberhinaus schnitten Straßenbaumaßnahmen an der B 27 und der K 5700 das Moor von weiteren Wasserzuflüssen aus dem Osten ab. Im Norden gingen große Teile der Moorflächen an den sich ausbreitenden Siedlungsbereich (Sportanlagen) von Schwenningen verloren.

Erste Bemühungen den Kernbereich des Gebiets unter Schutz zu stellen, erfolgten bereits 1939. Die fortschreitende Entwässerung der Flächen aber, bewirkte eine zunehmende Verlandung der restlichen Moorflächen, die 1980 so weit vorangeschritten war, dass zum Schutz des Moors einschneidende Pflegemaßnahmen in die Wege geleitet werden mussten. So wurden nach der vollständigen Unterschutzstellung, im Jahr 1985, in der Kernzone großflächig Baumbestand und Gehölze gerodet. Als flankierende Maßnahme erfolgte die Schließung der meisten Entwässerungsgräben, um das Niederschlagswasser im Gebiet zu halten. Heute sind erste Erfolge der Renaturierungsmaßnahmen bereits deutlich sichtbar.

Kartenansicht-Google.Maps (weitere Bilder)