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Naturdenkmal Kapffelsen
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Die Starzel
Unterlauf der Starzel, im Hintergrund der Kapffelsen (Ldkr. Tübingen)
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Bild: Lauf der Starzel am Kapffelsen (Ldkr. Tübingen)
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Die Starzel ist ein Nebenfluss des Neckars. Sie entspringt unmittelbar am Albtrauf rund drei Kilometer südlich von Hausen (Stadtteil von Burladingen) und mündet bei Bieringen (Ldkr. Tübingen) in den Neckar. Auf ihrem Weg zum Neckar durchfließt sie die Naturräume des Schwäbischen Keuper-Lias-Landes und der Oberen Gäue. Der Flusslauf besitzt eine Gesamtlänge von 38 km und verfügt über ein Wassereinzugsgebiet von ca. 302 km2.

Südlich von Schlatt (Zollernalbkreis) hat die Starzel in die Formation des Braunjura einen acht Meter hohen Wasserfall (''Junginger Wasserfall'') geprägt.

Naturdenkmal Kapffelsen:
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Übersicht

Naturdenkmal Kapffelsen

 

Der Kapffelsen bei Rottenburg am Neckar (Ldkr. Tübingen)

Der "Kapffelsen'' liegt eingebettet im Naturschutzgebiet Kapfhalde. Das 1983 ausgewiesene Schutzgebiet hat eine Größe von 11,8 ha. Im Norden grenzt es an den bekannten Muschelkalksteinbruch Burgmühle bei Rottenburg am Neckar. An den steilen Kanten des Felsens wurde durch die Starzel (= Nebenfluss des Neckars) ein Profil von ca. 70 m im Oberen Muschelkalk freigelegt. Vorort erkennbar sind auch aufgeschlossene, plattenartige Nodosus-Schichten (= versteinerte Kerne des Ammoniten Ceratites nodosus) mit einer Schichthöhe von etwa 30 m. Stellenweise sind auch Blockhalden und Rutschhänge ausgebildet.

Die regulierte, aber nicht verbaute Starzel hat sich hier tief in das Tal eingeschnitten. Im Talgrund finden sich quartäre Aufschüttungen grober Flußschotter - sowohl Muschelkalk aus dem Unterlauf als auch Keuper und Jura-Gesteine vom Oberlauf. Die Gesteinslagen werden von einer tiefgründigen Schicht angeschwemmter, kalkhaltiger Auenlehmböden überdeckt. Kennzeichnend für den anstehenden Boden ist sein aktives Bodenleben (Regenwürmer, Kleinsäuger) sowie der hohe Gehalt an pflanzenverfügbaren Nährstoffen.

Die nach Westen und Süden exponierten Hänge des ehemaligen Prallhangs werden durch lichten Buschwald eingenommen, in dem Eichen und sekundär eingewanderte Kiefern wesentliche Anteile haben. Die hochwertigen Bereiche nehmen offene Felspartien mit seltener Felsvegetation ein. Großklimatisch kann man das Gebiet als trockenheits- und wärmebegünstigt bezeichnen.

Bild: Der Kapffelsen
Der Kapffelsen (Ldkr. Tübingen)
(© LGRB, LUBW, Autor: Bergner)

Der Kapffelsen bei Rottenburg am Neckar. An seinen Steilkanten sind großflächige Profile des Oberen Muschelkalks aufgeschlossen. Ehemaliger Prallhang der Starzel liegt im Naturschutzgebiet (NSG Kapfhalde).