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NSG Neckarhochufer Haßmersheim
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Neckar bei Haßmersheim
Neckarschleife bei Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis)
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Bild: Neckarschleife bei Haßmersheim, Bauland
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Haßmersheim liegt im Naturraum Bauland in einem weiten Tal, das sich aus der geologischen Formation des Unteren Muschelkalks aufbaut.

Im frühen Mittelalter wurde der Neckar hier von den Bischöfen aus Worms beherrscht. Später versuchte die Kurpfalz ab Haßmersheim ein Verkehrsmonopol durchzusetzen. Auf dem damals noch unverbauten Neckar vereitelte aber die niedrige Wasserführung während der Sommermonate einen geregelten Schiffsverkehr. In Haßmersheim, dem größten Schifferdorf Süddeutschlands, ist die Geschichte der Neckarschifffahrt noch heute lebendig.

NSG Neckarhochufer Haßmersheim:
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Übersicht

NSG Neckarhochufer Haßmersheim

 

Naturschutzgebiet Neckarhochufer bei Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis)

 
Bild: Neckarhochufer
Neckarhochufer bei Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis)
(© A. Wolf)

Südlich der Stadt Mosbach, auf der Gemarkung der Gemeinden Haßmersheim und Hochhausen, ragt in Höhe von Neckarzimmern ein bis zu 10 m hoher Prallhang aus dem Neckar, der sich aus Schichten des Unteren Muschelkalks aufbaut.

Die stark zerklüftete Gesteinswand ist weitgehend vegetationsfrei, da mitgeführtes Geröll des Neckars an der Außenböschung des Felsens stets scheuert - insbesondere wenn der Fluss Hochwasser führt. Dieser Vorgang wird auch  „Seitenerosion“ genannt.  Naturschutzgebiet.

 
Bild: Neckarhochufer bei Haßmersheim
Neckarhochufer bei Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis)
(© Autor: A. Wolf)

Blick vom gegenüberliegenden Ufer auf den Prallhang des Neckars.

Das Steilufer des Neckars unterhalb von Haßmersheim wird aus den Schichten des Unteren Muschelkalk aufgebaut. Die eindrucksvoll erodierte Oberfläche des Prallhangs ist wohl nicht allein das Ergebnis der vorbeifließenden Wasserkraft des Neckars. Vor allem der Druck früherer Hochwässer drang tief in die fossilen Ablagerungen des anstehenden Muschelkalks ein und führte zu einer vollständigen Durchfeuchtung des Gesteins. Unterstützt durch wechselnde Witterungseinflüsse (Frost, Sonne) ist die exponierte Muschelkalkwand ständig starken Erosionseinflüssen ausgesetzt.

Bei Niedrigwasser wird am Fuß der Wand eine Felsenbank sichtbar, auf der stellenweise herabgestürzte, erodierte Gesteinstrümmer auffindbar sind. Sie können Fossilieneinschlüsse aufweisen (Trochitenkalk: Brachiopoden, Seelilien). Das nächste Hochwasser räumt diese geologischen Zeugnisse wieder ab und verdriftet sie neckarabwärts. Mit welcher Gewalt die Hochwässer vor der Kanalisierung des Neckars (Bauende: im Jahr 1935) hier gewütet haben, bezeugt ein Obelisk auf der Kuppe des Hochufers, der so genannte „Pfaffenstein" aus dem Jahr 1830. Auch 1824 und 1729 fanden hier gewaltige Hochwassereignisse statt, die die Ortslage von Haßmersheim teilweise zerstörten.

Das witterungsanfällige, poröse Gestein der Steilwand ist im unteren Bereich weitgehend vegetationsfrei. In den Felsspalten oberhalb haben sich Hirschzunge, Braunstieliger Streifenfarn sowie verschiedene Moosarten angesielt. Der Wald oberhalb der Felsen ist ein hainbuchenreicher Niederwald mit Eiche und Winter-Linde (Klebwald). Die hangseitigen entkalkten Flächen werden von der Weißen Hainsimse, dem Engelsüß und dem Hain-Rispengras besiedelt. An eine kurze Kluftspalte in der Felsenwand, die Nothburgahöhle, knüpft eine im Mosbacher Raum verbreitete Sage an, nach der sich die heilige Nothburga, eine fränkische Königstochter, in dieser Höhle versteckt hielt, um sich der Verheiratung mit einem heidnischen König zu entziehen.

Im Jahr 1979 wurde das Neckarhochufer vom Regierungspräsidium Karlsruhe als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es umfasst eine Fläche von 5,9 ha.