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Der Heidengraben
Keltische Grabhügel beim Burrenhof (Ldkr. Esslingen)
(Element 1 von 3: Bild)
Bild: Hügelgräber, Grabenstetten
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Etwa 400 v. Chr. entstand ein frühkeltisches Gräberfeld beim „Burrenhof“, 3,5 km nordwestlich von Grabenstetten, das ursprünglich aus einer Gruppe von mehr als 20 Grabhügeln bestand. Ausgrabungen des Landesdenkmalamtes Anfang der 1970-er Jahre, brachten zahlreiche Grabbeigaben zu Tage, von denen ein Teil sowohl im Heimatmuseum der Gemeinde Grabenstetten als auch im Landesmuseum in Stuttgart ausgestellt sind.


Literatur (Auswahl):

Huth, T. & B. Junker (2003): Geotouristische Karte Nationaler GeoPark Schwäbische Alb mit Umgebung 1 : 200 000 - Erläuterungen mit 165. S., Freiburg i.Br.

Heidengraben:
Weitere Informationen
In der Nähe befinden sich:
 
Übersicht
 

Der Heidengraben bei Grabenstetten (Ldkr. Esslingen, Reutlingen)

 
Bild: Der Heidengraben
Der Heidengraben bei Grabenstetten (Ldkr. Esslingen)
(© Innenministerium BW, Nr. 12901, Autor: A. Brugger)

Der Heidengraben zwischen Neuffener Steinachtal und Lenninger Tal ist ein Relikt eines keltischen Oppidums (keltische Siedlung). Die von den äußeren Befestigungen umschlossene Albhochfläche umfasst etwa 1.662 ha. Auf dem Gelände fanden sich Scherben von Amphoren, Glasarmringe, Fibeln aus Bronze und Eisen, sowie einige Münzen. Sie belegen eine rege Handelstätigkeit der Kelten bis in den Mittelmeerraum.

Private Grabungen sind hier streng verboten!


Literatur (Auswahl):

Hertlein, F., Paret, O. & Gössler, P. (Hrsg.) (1930) In: Die Römer in Baden-Württemberg, Bd. 2 , Kohlhammer Verlag, Stuttgart.

Huth, T. & Junker, B. (2003): Geotouristische Karte Nationaler GeoPark Schwäbische Alb mit Umgebung 1 : 200 000 - Erläuterungen mit 165. S., Freiburg i.Br.

Der Heidengraben bei Grabenstetten von Franz Fischer, Theiss-Verlag.

 
Bild: Heidengraben bei Grabenstetten
Heidengraben bei Grabenstetten, Grabhügel 19
(© Landesamt für Denkmalpflege BW)

Hügelgrab mit zwei konzentrischen Kreisgräben.

Südlich der Gemeinde Grabenstetten beeindruckt noch heute ein auffälliger, ca. 700 m langer Erdwall (s. Luftbild), der im letzten Jahrhundert vor Christus durch Tausende von schanzenden Menschen - Männern wie Frauen - entstanden ist. Einst existierte hier eine große keltische Siedlung umringt von zahlreichen Befestigungsanlagen, deren ehemalige Flächen in unseren Tagen als „Heidengraben“ bezeichnet werden. Es waren keltische Siedlungszentren in denen Märkte abgehalten, Münzen geprägt wurden und politische Versammlungen stattfanden. Der von den äußeren Befestigungen umschlossene Zipfel der Albhochfläche umfasst 1.662 ha. Erreichbar war die Berghalbinsel nur durch schmale Zugänge von der Albhochfläche her.

Funde im nördlichen Teil des Plateaus belegen, dass das Gebiet schon in der frühen Keltenzeit (8. Jh. v. Chr.) besiedelt war. Dort hat man bisher 30 Hügelgräber lokalisiert, sowohl mit Brand- als auch Körperbestattungen. Flächige Besiedlung mit Landwirtschaft fand wohl im Bereich der "Elsachstadt" statt.

Selbst Julius Caesar war einst persönlich vor Ort, wagte damals aber nicht die riesige Befestigungsanlage der Kelten anzugreifen. „Murus gallicus“ nannte er die kompakten Mauern aus aufgehäufter Erde, die zur besseren Stabilität durch eingelassene dicke Holzpfosten gestützt wurden. In definierten Abständen waren die Wehranlagen durch sog. „Zangentore“ unterbrochen. Die in diesen Festungsanlagen beherbergten Städte trugen den Namen „Oppidum“. Auch diesen Begriff prägte J. Caesar in seinem bekannten Buch "De Bello Gallico". Das Werk erläutert Caesars Feldzüge der Jahre 58 bis 51/50 v. Chr.

Hinweise für Besucher: Drei Wanderungen führen zu den archäologischen Denkmälern des Heidengrabens. Günstigster Ausgangspunkt ist der Parkplatz nördlich von Erkenbrechtsweiler, wo eine Relieftafel dem Wanderer gute Übersicht bietet. Angaben zur geologischen Situation vor Ort enthält das Blatt 7422 Lenningen der Geologischen Karte von Baden-Württemberg 1 : 25.000 - Wichtiger Hinweis: Private Grabungen sind hier streng verboten! Seit 1998 zeigt ein Museum (Grabenstetten, Böhringerstraße) Fundstücke aus der Späthallstatt-, Spätlatène- und frühmittelalterlichen Zeit mit erläuternden Tafeln, Karten und Rekonstruktionszeichnungen (geöffnet Mai bis September an Sonntagen 14-16 h und nach Absprache, Bürgermeisteramt, Tel.: 07382/387). Seit 2008 zählt Grabenstetten mit seiner gesamten Gemarkung zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

Kartenansicht Google Maps