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Albvorland
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Böden im Albvorland
Pararendzina aus Mergel- über Kalkstein (Numismalismergel-Formation, Schwarzjura γ)
(Element 1 von 19: Bild)
Bild: Pararendzina Schwarzjura gamma TB_n_15
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Diese flachgründigen und zu Trockenheit neigenden Böden kommen meist nur kleinflächig an Hangversteilungen und auf schmalen Scheitelbereichen im Unterjura-Hügelland vor. Sie sind mit noch flacheren Bodenprofilen vergesellschaftet, bei denen die Kalksteine bereits weiter oben im Profil auftreten (Rendzina). In der Regel werden sie durch extensives Grünland oder Wald genutzt.
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Böden der Täler im Albvorland

 
Bild: Kiesbedeckte Ackerfläche TB_n_4
Kiesbedeckte Ackerfläche im Starzeltal bei Hechingen (Zollernalbkreis)
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Stark kiesige Böden (Rendzinen) auf der Niederterrasse im Starzeltal, östlich von Hechingen, dahinter die Starzelaue mit feuchten Böden aus lehmigen Hochwassersedimenten (Auengleye)

 
Bild: Zimmerbachtal bei Hechingen TB_n_12
Kalksteinplatte im Zimmerbachtal bei Hechingen (Zollernalbkreis)
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Die Flüsse und Bäche im westlichen und mittleren Albvorland haben auf ihrem kurzen Weg von der Alb zum Neckar ein relativ hohes Gefälle zu überwinden. Dabei bilden sich häufig Prallhänge und Gefällsstufen an denen die Unter- und Mitteljuragesteine offen zu Tage treten. Hier stürzt der Zimmerbach bei Hechingen-Weilheim über eine Kalksteinplatte des Unterjuras

 
Bild: Kalkreicher Auenboden aus Auenlehm TB_n_2
Kalkreicher Auenboden aus Auenlehm
(© LGRB, Autor: K. Rilling)
Mächtiger, bei Hochwasserereignissen abgelagerter Auenlehm im Klingenbachtal nördlich von Balingen-Engstlatt
Wo die Alb ihren Schutt ablädt

Die Flüsse des westlichen und mittleren Albvorlands, deren Einzugsgebiet sich z. T. weit im Inneren der Schwäbischen Alb befindet, haben während der letzten Kaltzeit sehr viel Gesteinsschutt aus der Alb in das Albvorland transportiert. Da nur ein Teil des Schutts abtransportiert und dem Neckar zugeführt werden konnte, kam es zu einer Aufschotterung der Täler. Gleichzeitig führte die seitliche Erosion in den weichen Unterjura- und Mitteljura-Gesteinen zu einer Talverbreiterung. In die Schotterflächen (Niederterrasse) ist der heutige nacheiszeitliche Talboden, die Aue, eingetieft.

Die Niederterrassenfläche, die auch bevorzugter Siedlungsraum ist, wird von lehmigen Kiesböden (Rendzinen) eingenommen. Daneben sind auch kalkhaltige lehmige bis tonige Böden (Pararendzinen) aus kiesärmerem bis kiesfreiem Material verbreitet, bei dem es sich wohl größtenteils um Schwemmsedimente aus dem Mitteljuragebiet handelt. Teile der Niederterrasse werden randlich auch von jungen, durch Bodenerosion entstandenen Abschwemmmassen überdeckt (Kolluvisole, Pseudogleye).

Seit der Mensch durch Rodungen und Ackerbau in die Landschaft eingegriffen hat, kam es im Einzugsgebiet der Flüsse zu Bodenerosion und bei Überschwemmungen zur Ablagerung von Auenlehmen in den Tälern. Die Auenböden der größeren Täler, einschließlich des Neckars, sind meist tiefgründige, lockere humose Lehmböden, die nur wenig vom Grundwasser beeinflusst sind. Ihre Substratzusammensetzung und der Kalkgehalt hängt stark vom jeweiligen Einzugsgebiet ab. Stärker vernässte Auenböden (Auengleye) finden sich eher in den kleineren Bach- und Flusstälern und im östlichen Albvorland, wo die Täler ein geringeres Gefälle aufweisen.