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Albvorland
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Böden im Albvorland
Pararendzina aus Mergel- über Kalkstein (Numismalismergel-Formation, Schwarzjura γ)
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Bild: Pararendzina Schwarzjura gamma TB_n_15
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Diese flachgründigen und zu Trockenheit neigenden Böden kommen meist nur kleinflächig an Hangversteilungen und auf schmalen Scheitelbereichen im Unterjura-Hügelland vor. Sie sind mit noch flacheren Bodenprofilen vergesellschaftet, bei denen die Kalksteine bereits weiter oben im Profil auftreten (Rendzina). In der Regel werden sie durch extensives Grünland oder Wald genutzt.
Albvorland:
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Böden im Unterjura-Hügelland und im Bereich der Ölschieferverebnungen

 
Bild: Unterjura-Hügelland bei Balingen-Erzingen TB_n_14
Unterjura-Hügelland bei Balingen-Erzingen, Blick auf das Lochen-Massiv (Schwäbische Alb)
(© LGRB, Autor: K. Rilling)
 
Bild: Ölschieferverebnung bei Bisingen TB_n_25
Ackerbaulich genutzte Ölschieferverebnung bei Bisingen-Steinhofen
(© LGRB, Autor: K. Rilling)
hinter der Ackerfläche sind im sanft ansteigenden Gelände schwere, z. T. staunasse Tonböden aus Opalinuston verbreitet, die durch Grünland und Wald genutzt werden; im Hintergrund die Schwäbische Alb mit dem Hohenzollern

Duftende Obstwiesen und stinkende Steine

Die dominierenden Gesteine in diesem Lanschaftsabschnitt sind Ton- und Mergelsteine. Eine entsprechend weite Verbreitung haben kalte, schwere Tonböden (Pelosole), die in Flachlagen und Mulden in Staunässeböden (Pseudogleye) übergehen. Daneben treten auf gewölbten Hügelrücken und an Hängen verbreitet auch stark kalkhaltige Böden auf, die noch viel rohes Mergelmaterial und auch Kalksteine enthalten (Pararendzinen). Im westlichen Albvorland bilden die harten Karbonatgesteinsbänke der Numismalismergel-Formation (Schwarzjura γ) örtlich eine kleine Landschaftsstufe. Wo sie in Oberflächennähe anstehen, sind flachgründige, zu Trockenheit neigende Böden entwickelt (Rendzinen). In den Senken und Mulden befinden sich wiederum dicht gelagerte, tonreiche, oft von Grund- oder Stauwasser beeinflusste Böden (Kolluvisole, Pseudogleye, Gleye). Das landschaftlich reizvolle Hügelland wird überwiegend durch Grünlandwirtschaft oder Streuobstwiesen genutzt. Ackerbaulich genutzte Bereiche finden sich in weiten Teilen des mittleren Albvorlands zwischen Reutlingen und Göppingen, wo die flacheren Landschaftsteile von einer geringmächtigen Lösslehmdecke überzogen sind. Es dominieren dort mehr oder weniger stark zu Staunässe neigende, oft tongründige Lehmböden (Pseudogley-Parabraunerde, Pelosol-Parabraunerde)

Im oberen Abschnitt des Unterjuras bilden die Ölschiefer (Posidonienschiefer-Formation, Schwarzjura ε) oft Verebnungen unterschiedlichen Ausmaßes. Die dunklen Ölschiefer, die vor allem durch die Fossilfunde von Holzmaden bekannt sind, sind aus faulschlammartigen Ablagerungen eines sauerstoffarmen Randmeeres entstanden. Beim Aufschlagen der frischen Schiefer oder der zwischengelagerten "Stinkkalke", kann man das enthaltene Bitumen riechen.

Die auf Ölschiefer entwickelten Pelosole besitzen wegen des hohen Gehaltes an gesteinsbürtiger organischer Substanz eine günstigere Bodenstruktur als andere Tonböden. Sie sind wesentlich besser zu bearbeiten und neigen kaum zu Staunässe. Die Verebnungen werden daher überwiegend ackerbaulich genutzt. An den Rändern treten flachgründigere Bodenprofile (Pararendzinen) auf, die im Herbst gut an den aufgepflügten grauen Schieferplatten zu erkennen sind.

Im östlichen Albvorland sind im Niveau der dort bitumenärmeren und z. T. Mergellagen enthaltenden Ölschiefer auch Böden verbreitet, die zu Staunässe neigen.