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Albvorland
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Böden im Albvorland
Pararendzina aus Mergel- über Kalkstein (Numismalismergel-Formation, Schwarzjura γ)
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Bild: Pararendzina Schwarzjura gamma TB_n_15
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Diese flachgründigen und zu Trockenheit neigenden Böden kommen meist nur kleinflächig an Hangversteilungen und auf schmalen Scheitelbereichen im Unterjura-Hügelland vor. Sie sind mit noch flacheren Bodenprofilen vergesellschaftet, bei denen die Kalksteine bereits weiter oben im Profil auftreten (Rendzina). In der Regel werden sie durch extensives Grünland oder Wald genutzt.
Albvorland:
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Böden im Bereich der Unterjura-Platten (Stufenfläche des Schwarzjura α)

 
Bild: Mittleres Albvorland bei Walddorfhäslach TB_n_30
Mittleres Albvorland bei Walddorfhäslach
(© LGRB, Autor: M. Kösel)
Großenteils mit Lösslehm bedeckte Verebnungsbereiche im tieferen Unterjura (Arietenkalk- und Angulatensandstein-Formation) bei Walddorfhäslach, im Hintergrund die Oberjura-Schichtstufe der Schwäbischen Alb
 
Bild: Albvorland mit Vulkankuppen bei Metzingen TB_n_31
Mittleres Albvorland mit Vulkankuppen bei Metzingen (Ldkr. Esslingen)
(© LGRB, Autor: M. Kösel)

Blick vom Rand der mit Lösslehm bedeckten Verebnungsbereiche im tieferen Unterjura bei Metzingen auf das ansteigende Hügelland im höheren Unterjura und im Mitteljura einschließlich einzelner „Vulkankegel“, z. B. linkes Drittel, im vorderen Mittelgrund der „Berg“ bei Grafenberg und im Hintergrund der Vulkanschlot Jusi; im Hintergrund die vorspringende Blaukalk-Schichtstufe, im rechten Hintergrund die Oberjura-Schichtstufe der Schwäbischen Alb mit dem Neuffener Hörnle.

Die Kornkammer des Albvorlands

Die harten Gesteine des Schwarzjura α bilden über den weichen Knollenmergeln des Keupers ausgeprägte Stufenkanten mit dahinter anschließenden weitläufigen ebenen bis schwach geneigten Stufenflächen. Durch Verwitterung von kaltzeitlichem Löss sind auf diesen Flächen v. a. im mittleren Albvorland ausgedehnte, z. T. mächtige Lösslehmdecken entstanden. Die steinfreien Lehmböden (Parabraunerden) in nahezu ebener Lage und mit hohem Wasser- und Nährstoffspeichervermögen zählen zu den besten Ackerböden des Landes. Sie sind großflächig auf der Filderebene („Filderlehm") und inselhaft beiderseits des Neckartals zwischen Tübingen und Plochingen verbreitet. In den übrigen Gebieten ist der Lösslehm geringmächtiger. Die Böden weisen dort oft Staunässemerkmale auf (pseudovergleyte Parabraunerde bis Pseudogley). Der Grund dafür ist tonreiches Verwitterungsmaterial des Unterjuras, das dem Lösslehm beigemischt ist und diesen unterlagert.

An den Rändern der Unterjura-Platten sowie in dem Gebiet südwestlich von Balingen (Kleiner Heuberg) dünnt der Lösslehm deutlich aus und macht sich nur noch gelegentlich als Beimengung in den Oberböden bemerkbar. Die stufenbildenden Kalksteine treten meist nur in der Nähe des Stufenrands an die Oberfläche und bilden dort flachgründige, steinige Böden (Rendzinen). Im östlichen Albvorland, im Raum Esslingen-Schwäbisch Gmünd-Ellwangen tritt auf den Plateauflächen häufig der Angulatensandstein mit lehmig-sandigen Braunerden in Erscheinung. Im südwestlichen Albvorland sind eher schwere, dicht gelagerte Tonböden (Pelosole) verbreitet, die sich aus dem Verwitterungsmaterial von Ton- und Mergelsteinen gebildet haben. In Flachlagen und Mulden neigen sie zu Staunässe (Pseudogleye). Eine hohe Verbreitung besitzen dort auch Pararendzinen. Bei ihnen handelt es sich um tonig-mergelige Böden mit wechselndem Steingehalt, die schon an der Oberfläche kalkhaltig sind. Sie sind ein Produkt der jahrhundertelangen Bodenbearbeitung und Bodenerosion.

Auch in reliefarmen Landschaften wie den Unterjura-Platten sammelt sich im Laufe der Zeit das durch Erosion abgeschwemmte Bodenmaterial in Mulden und Tälchen an. Wo es keine Überprägung durch Grund- oder Stauwasser gibt, handelt es sich in diesen Positionen um günstige Ackerböden (Kolluvisole).