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Wieslaufschlucht
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Wieslaufschlucht
Wieslaufschlucht und Edenbachschlucht (Rems-Murr-Kreis)
(Element 1 von 17: Bild)
Bild: Wieslaufschlucht, Edenbachschlucht, Luftbild
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Die tief eingeschnittenen Schluchtwälder der Wieslauf und des Edenbachs (Staatswald Welzheimer Wald) im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

Wieslaufschlucht:
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Wieslaufschlucht

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Die Wieslaufschlucht im Keuperbergland (Rems-Murr-Kreis)

 
Bild: Klingenmühle an der Wieslauf
Die Klingenmühle an der Wieslauf (Rems-Murr-Kreis)
(© RP Stuttgart, Autor: R. Wolf)

Die historische Gebäude der Klingenmühle ruht auf einer verwitterungsresistenten Geländestufe des Mittleren Keupers. Sägemühlen spielten im Schwäbisch-Fränkischen-Wald eine besondere Rolle. Noch im 16. Jahrhundert waren sie meist mit Mahlmühlen kombiniert und dem Mahlbetrieb untergeordnet.

Die romantisch gelegene Klingenmühle war in den Jahren 1812-1815 Aufenthaltsort des bekannten schwäbischen Arztes und Dichters Justinus Kerner, der dort das Gedicht „Der Wanderer in der Sägemühle“ schrieb.

 
Bild: Wieslaufschlucht Welzheimer Wald (Rems-Murr-Kreis)
Wieslaufschlucht am Eisenbahnviadukt
(© LUBW, LGRB, Autor: M. Schöttle)

Die 5 m hohe Wasserfallstufe am Eisenbahnviadukt durchfließt die unterste Schicht des Stubensandsteins.

Die Wieslaufschlucht gehört zu den größten und tiefsten Schluchten im Welzheimer Wald. Hier reichen die geologischen Schichten von den Bunten Mergeln über den Kieselsandstein, bis zu den härteren Schichten des Stubensandsteins (Mittlerer Keuper), der vorort auch als Fleins bezeichnet wird.

Die Wieslauf, ein Nebenfluss der Rems, entspringt in mehreren Quellen im Welzheimer Wald, ca. 2 km westlich von Kaisersbach, auf etwa 520 Metern über NN. Nach kurzem Lauf unter dem Namen Sommerbach erreicht sie den Ebnisee, ein künstlich angelegtes Schwallgewässer der Flößerei, die hier bis 1865 betrieben wurde. Geflößt wurde nur loses, ca. 1,20 m langes Scheiterholz, das v.a. der Brennstoffversorgung der Städte Stuttgart und Ludwigsburg diente. Nach dem Ebnisee fließt die Wieslauf zunächst nach Süden weiter. Danach wendet sie sich in Höhe der ehemaligen Laufenmühle in Richtung Nordwesten und schneidet sich unterhalb des Viadukts der Wieslauftalbahn mit einem 5 m hohen Wasserfall in die Wieslaufschlucht ein.

Die Böden der Wieslaufschlucht liegen in den geologischen Schichten des Stubensandsteins sowie im Knollenmergel. Sie sind nährstoffreich, stellenweise sogar kalkhaltig. Die eher sandigen, rutschigen Hanglagen sowie die Liashochflächen dagegen sind kalkarm. Das luftfeuchte Klima am Grund der Schlucht begünstigt den kompakten Schluchtwald aus Esche, Berg-Ahorn und Schwarz-Erle. Der Schluchtwald ist als Bannwald ausgewiesen. Feuchtigkeitsliebende Pflanzenarten wie der Wald-Geißbart (Aruncus dioicus) sowie zahlreiche Farne und Moose bedecken die Bodenoberfläche. Auch der Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia) zeigt die hohe Sickerfeuchte des Bodens an. Wohl fühlen sich auch Wasseramsel, Gebirgsstelze und Zaunkönig. Im Wasser leben Bachforelle, Groppe sowie der seltene Steinkrebs. Nicht zuletzt wegen der Artenvielfalt wurde hier 1980 das Naturschutzgebiet „Wieslaufschlucht und Edenbachschlucht" ausgewiesen.

Die ertragsschwachen Keuperböden mit Steillagen und wechselnder Bodengüte waren meist nur als Wiesen oder Weiden nutzbar. Ackerbau fand nur in den Tälern auf halbwegs fruchtbaren Böden in hochwasserfreien Lagen statt. Eine Ausnahme bilden die guten Ackerböden auf den Liashochflächen im Welzheimer Wald.

Wo viel Waser läuft, spielen Mühlen eine wirtschaftliche Rolle. Zahlreiche Mühlen im Gebiet enstanden schon im 16. Jahrhundert. Um die Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten waren Sägemühlen zunächst mit Mahlmühlen kombiniert oder dem Mahlbetrieb strikt untergeordnet. Reine Getreide- bzw. Ölmühlen gab es erst ab dem 18. Jahrhundert. Neben Getreide wurden hier vor allem Früchte von Raps, Lein und Bucheckern zu Öl verarbeitet. Daneben existierten Pochmühlen zur Gesteinsverkleinerung und Hammerschmieden zur Eisenbearbeitung.

Wer heute die Spuren der alten Mühlen suchen möchte, kann den Mühlenwanderweg bei Welzheim, Alfdorf und Gschwend erwandern.

 

Übersicht:

1 Die Wieslaufschlucht im Keuperbergland (Rems-Murr-Kreis)