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Schwäbisches Keuper-Lias-Land
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Geologie im Keuper-Lias Land
Abbruchkante des sog. Angulatensandstein bei Alfdorf (Rems-Murr-Kreis)
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Bild: Angulatensandstein bei Alfdorf
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Die Gemeinde Alfdorf liegt ca. 10 km nordwestlich von Schwäbisch Gemünd auf einer durch den Schwarzen Jura gebildeten Hochfläche, die am südlichen Ortsrand mit einer etwa 10 m hohen Böschung (=„Lias-Kante“) abschließt. Im südöstlichen Teil dieser Abbruchkante sind gebankte, teilweise plattige feinkörnige Sandsteine (Angulatensandstein) aufgeschlossen, die im unteren Bereich eine tonige Zwischenlage mit kleinem Quellaustritt aufweisen. Neben zahlreichen Muschelabdrücken sind hier auch einige Kalksinterabsätze zu beobachten. Der geologische Aufschluss ist als Naturdenkmal ausgewiesen.


* Das baden-württembergische Naturschutzgesetz (2005) definiert als Naturdenkmale Gebiete bis zu 5 ha (flächenhafte Naturdenkmale) oder Einzelbildungen der Natur, deren Schutz und Erhaltung aus wissenschaftlichen, ökologischen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen oder kulturellen Gründen oder wegen ihrer Eigenart, Seltenheit oder landschaftstypischen Kennzeichnung erforderlich ist.

Schwäbisches Keuper-Lias-Land:
Weitere Informationen
 

Schwäbisches Keuper-Lias-Land: Geologie

 

Geologie

 
Bild: Hörschbachschlucht, Holzsteg (Rems-Murr-Kreis)
Hörschbachschlucht, Vorderer Wasserfall mit Tosbecken (Rems-Murr-Kreis)
(© UM, Autor: A. Schultze)
 
Bild: Liasabbruchkante
Lias-Abbruchkante am Langenberg bei Welzheim (Rems-Murr-Kreis)
(© LUBW, LGRB, Autor: M. Schöttle)

Der über 15 m hohe Steilhang am Langenberg befindet sich am Rand einer „Lias-Zunge“, einer schmalen, durch den Schwarzen Jura geprägten Hochfläche. Die geologische Formation liegt noch als schützende Decke über dem leicht erodierbaren Knollenmergel. Der Säbelwuchs der Bäume zeigt, dass der Hang noch immer in Bewegung ist. Naturdenkmal.

Mit dem Begriff „Keuper“ beschreibt man im fränkischen Sprachraum bröckelig zerfallende Gesteine. Die Keupergesteine spiegeln mit ihrem vielfachen Wechsel die unterschiedlichen Umweltbedingungen während der Keuper-Zeit vor 230–195 Millionen Jahren wider. So bildeten sich die Sandsteine aus Flussablagerungen. Im stehenden Wasser absinkende Tonteilchen sind das Ausgangsmaterial für die Mergelgesteine. Die Sulfatgesteine des Gipskeupers entstanden durch Verdunstung salzhaltigen Meerwassers. Zur Zeit des Unterjuras bildete sich der graue Psilonotenton und der grünliche oder hellgelbe Angulatensandstein, die heute die höchsten Erhebungen der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge darstellen (Hohe Brach, 586 m NN).

Auch die für den Mittelkeuper typischen bunten Gesteinsfarben sind Anzeiger für die wechselnden Bedingungen zur Zeit der Ablagerung. Rot gefärbte Eisenoxide entstehen bei Luftzutritt in warmem Klima auf dem Festland. Dunkelgraue und grünliche Gesteinsfarben (reduzierte Eisenverbindungen) sind für Meeressedimente kennzeichnend. Auch die Bodenfarben sind im Keuper-Lias-Land stark von den Gesteinsfarben geprägt, wie z. B. bei den rot gefärbten Tonböden. Oder es sind bei der Verwitterung der Gesteine neue farbige Minerale entstanden. So bilden sich aus dem im hellgrauen Stubensandstein z. T. vorkommenden karbonatisch gebundenen Mangan bei der Verwitterung dunkelbraune bis schwarze Manganoxide. Die dunklen Farben solcher Sandböden täuschen leicht einen hohen Humusgehalt vor.

Die nachfolgende Erdepoche des Juras begann vor 195 Millionen Jahren und endete vor ca. 145 Millionen Jahren. Am Beginn des Juras entstand der sog. Schwarze Jura füher auch "Lias" genannt. Das Schwäbische Keuper-Lias-Land zeigt in seinen landschaftlichen Ausprägungen somit die Geologie sowohl des Keuper als auch des Jura sowie ihre Übergangsformen.