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Böden als Quelle erneuerbarer Energie
Nachwachsende Rohstoffe
Biomasseheizwerk zur Nahwärmeversorgung - Bis 2020 sollen 40% der Wärme aus erneuerbaren Energien stammen
(Element 7 von 7: Bild)
Bild: Biomasseheizwerk zur Nahwärmeversorgung
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Biomasseheizwerk Stadt Pegnitz, Landkreis Bayreuth.

Bio-Kraftstoffe

Auf heimischen Böden gewachsende Rohstoffe leisten einen wichtigen Beitrag für eine importunabhängige und ressourcenschonende Rohstoff- und Energieversorgung.

Voraussetzung ist die kostengünstige Bereitstellung in den erforderlichen Mengen und Qualitäten sowie eine nachhaltige, umweltfreudliche Erzeugung der Produkte.

Große Hoffnungen setzt man vor allem auf Biokraftstoffe der 2. Generation, die eine besonders gute Klimabilanz haben. Für diesen Sprit können alle Pflanzenteile und damit auch Holzabfall genutzt werden. Holz wird in dem sogenannten BtL-Verfahren (= Biomass to Liquid / Biomasse zu Flüssigkeit) etwa erst in Gas umgewandelt und dann zu Ethanol verarbeitet.

weiterführende Information:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Boden erzeugt Energie

 

Nachwachsende Rohstoffe - ein Bodenmarkt mit Zukunft

 
Bild: Zuckerrübe_Detail- Aufnahme
Energiespender Zuckerrübe (Beta vulgaris)
(© LUBW, Autor: Kolompar)

Die Zuckerrübe (Beta vulgaris) zählt botanisch zu der Familie der Gänsefußgewächse (Chenopodiaceae). Sie ist eine zweijährige Pflanze mit fleischigem Rübenkörper. Die Blüte zeigt sich erst im zweiten Jahr an einem 1-2 m hohem verzweigtem Spross.

Die Zuckerrübe ist die wichtigste zuckerliefernde Nutzpflanze innerhalb Europas. In Deutschland bauen ca. 55.000 landwirtschaftliche Betriebe Zuckerrüben an. Die Anbaufläche von ca. 500.000 ha entspricht etwa 4 % des gesamtdeutschen Ackerlandes. In Deutschland hat der Anbau von Zuckerrüben zugenommen. Sie haben ein modernes und umweltfreundliches Image.

 
Bild: Raps Blüten, Früchte
Raps (Brassica napus), Blüten und Früchte
(© M. Linnenbach)

 

Raps (Brassica napus) ist eine wirtschaftlich bedeutende Nutzpflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Tiefgründige Lösslehmböden sind für den Anbau besonders geeignet.

Die auf heimischen Böden gewachsenen Rohstoffe leisten einen wichtigen Beitrag für die importunabhängige Rohstoff- und Energieversorgung. Voraussetzung ist die kostengünstige Bereitstellung in den erforderlichen Mengen und Qualitäten sowie eine nachhaltige, umweltfreudliche Erzeugung. Zu den wichtigsten landwirtschaftlich angebauten Rohstoffen gehören Raps, Sonnenblumen, Lein und Zuckerrüben.

 

Nachwachsenden Rohstoffen kommt im Rahmen der Ressourcenschonung eine maßgebliche Bedeutung zu. Unter nachwachsenden Rohstoffen versteht man land- und forstwirtschaftlich erzeugte Produkte, die im Nichtnahrungsbereich verwendet werden. Man unterscheidet allgemein zwischen den industriell, stofflich genutzten nachwachsenden Rohstoffen und den energetisch genutzten nachwachsenden Rohstoffen. Holz ist sicherlich der wichtigste nachwachsende Rohstoff Baden-Württembergs, der sowohl stofflich als auch energetisch im großen Umfang genutzt wird und auch noch ein großes Entwicklungspotenzial besitzt.

Auf heimischen Böden gewachsene Rohstoffe leisten einen wichtigen Beitrag für eine importunabhängige Rohstoff- und Energieversorgung. Voraussetzung ist die kostengünstige Bereitstellung in den erforderlichen Mengen und Qualitäten sowie eine nachhaltige, umweltfreudliche Erzeugung.

Zu den wichtigsten energetischen Produkten aus hierzulande angebauten Nutzpflanzen zählen: Rapsöl, Stärke, Sonnenblumenöl, Leinöl, Zucker, Hanföl und Hanffasern. Ihre Verwendung reicht von Treib- und Schmierstoffen (z. B. Biodiesel) über Faserverbundstoffe bis zu Biokunststoffen. Das Potenzial für weitere Anwendungen ist aufgrund der derzeitigen Rahmenbedingungen noch nicht ausgeschöpft.

In Deutschland haben sich die Anbauflächen z.B. für Energiemais im Jahr 2006 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Es ist davon auszugehen, dass der Anbau von Mais und anderen Energiepflanzen in den nächsten Jahren noch weiter ansteigen wird. Die derzeitige Ausweitung des Energiemaisanbaus führt automatisch auch zu einer Verdrängung von Winterkulturen und Zwischenfrüchten sowie zu einem vermehrten Umbruch von ackerfähigem Grünland.

Man unterscheidet die landwirtschaftlich nachwachsenden Rohstoffe nach ihrer Nutzung in sogenannte Industriepflanzen, die einer stofflichen und Energiepflanzen, die einer energetischen Nutzung zugeführt werden können.

Industriepflanzen werden untergliedert in:

  • Ölpflanzen (Raps, Sonnenblume, Öllein, Mohn),
  • Stärke- und Zuckerpflanzen (Kartoffeln, Weichweizen, Mais, Zuckerrübe, Topinambur),
  • Faserpflanzen (Faserlein, Hanf, Fasernessel),
  • Färberpflanzen (Krapp, Färberknöterich, Färberwaid, Saflor),
  • Arzneipflanzen (Wurzeldrogen, Blatt- und Blütendrogen, Frucht- und Samendrogen)
  • Proteinpflanzen (Ackerbohne, Lupine und Eiweißerbse).

Wichtige Energiepflanzen sind:

  • Gräser (z. B. Chinaschilf, Zuckerrohr)
  • Öl- und Stärkepflanzen (Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben)

Viele Untersuchungen unterstreichen inzwischen die Differenziertheit mit der der ökologische Nutzen des Energiepflanzenanbaus beurteilt werden muss. Vor allem der Humushaushalt, der bei einseitigem Dünge- und Fruchtfolgemanagement deutlich zurückgehen kann, darf nicht unberücksichtigt bleiben, denn Humus ist ein wichtiger CO2-Speicher und daher klimarelevant.