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NSG Isteiner Klotz
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Isteiner Klotz - Fauna
Admiral (Vanessa atalanta) auf Blutweiderich (Lythrium salicaria)
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Bild: Admiral, Blutweiderich
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Der farbenprächtige Admiral ist in Baden-Württemberg eigentlich nur Gast, der alljährlich im Mai / Juni bei uns aus Südeuropa einwandert. Vermehrte Fundnachweise liegen insbesondere aus der Oberrheinebene, dem Kraichgau und aus dem Bodenseebecken vor. Das abbgebildete Tier zeigt stark abgeflogenene Flügelränder.

NSG Isteiner Klotz:
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Tiere am Isteiner Klotz

Bild: Gottesanbeterin
Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
(© LUBW, Autor: M. Witschel)

Ausgewachsene Gottesanbeterin (Mantis religiosa) am Isteiner Klotz. In Baden-Württemberg ist die Verbreitung auf sog. Wärmeinseln begrenzt. Verbreitungsschwerpunkt ist der Südliche Oberrhein mit dem Isteiner Klotz und dem Kaiserstuhl. Neuerdings konnte die Fangschrecke auch in Nordbaden im Raum Karlsruhe nachgewiesen werden.

Das Imaginalleben der Gottesanbeterin kann bei günstigen Umgebungtemperaturen und Nahrungsangebot bis zu 12 Monate dauern. Die Fangschrecken sind ausgesprochene Tagtiere.  Die natürlichen Feinde sind vor allem Vögel, Fledermäuse und Spitzmäuse.

Im Gegensatz zu den Saltatoria haben die Mantiden keine Sprungbeine, sie bewegen sich meist durch ein Schreiten oder Klettern mit allen drei Beinpaaren fort; während die Männchen auch kurze Strecken fliegen, sind die Weibchen dazu nach der Befruchtung nicht mehr in der Lage. Größere Wanderungen wurden noch nicht beobachtet.

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Die Wärmeinsel Isteiner Klotz ist naturgemäß reich an Insekten. Insbesondere die Trockenrasen beherbergen eine hohe Artenvielfalt an Schmetterlingen, Käfern und Heuschrecken. Besondere zoologische Kostbarkeiten sind unter den Netzflüglern zu verzeichnen, so findet sich hier neben dem Ameisenlöwen auch der mediterrane Libellen-Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus). Die scheuen Tiere fliegen an warmen, sonnigen Tagen von Mai bis Juli.

Die vom Kaiserstuhl bekannte Gottesanbeterin (Mantis religiosa) wird seit den 1940-er Jahren auch am Isteiner Klotz und seiner näheren Umgebung nachgewiesen. Die in diesem Zeitraum für die Öffentlichkeit gesperrten Festungsareale und deren angrenzenden militärische Flächen haben vermutlich dieser Art unbeabsichtigt bei ihrer Ausbreitung am Isteiner Klotz geholfen. Auch die zunehmende Austrocknung der Südlichen Oberrheinebene durch die fortlaufende Absenkung des Grundwasserspiegels als Folge der Rheinkorrektion und dem Bau des Rheinseitenkanals, kam der Ausbreitung fördernd entgegen. Bei anderen Arten dagegen kam es durch die wasserbaulichen Eingriffe zu erheblichen Lebensraumverlusten. Insbesondere für auentypische Arten wie z.B. Biber, Schwarzstorch und Eisvogel.

Heute werden insbesondere noch die Isteiner Schwellen und der Restrhein von Wasservögeln aufgesucht. Als Brutvögel trifft man dort auf Blässhühner, Zwergtaucher und Graureiher. In dem hügeligen, warmen Umfeld des Isteiner Klotz finden sich insbesondere Dohle, Wiedehopf und Wendehals. Noch zu Beginn des vorigen Jahrhundert kam an den Jurafelsen der seltene Steinrötel (Monticola saxatilis) vor.