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NSG Isteiner Klotz
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Eisenbahnlinie am Isteiner Klotz
Blick auf den Kirchbergtunnel
(Element 1 von 4: Bild)
Bild: Isteiner Kirchbergtunnel
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Die Abbildung zeigt die heutige, beengte Situation des Schienenverkehrs am Kirchbergtunnel (Foto: 2008). Im Hintergrund sind die aufgeschlossenen Weißjura-Felsen des Hardbergs sichtbar.
NSG Isteiner Klotz:
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Übersicht
 

Der Bau der Bahnlinie

 
Bild: Klotzentunnel, Südportal (2008)
Klotzentunnel, Südportal (1848)
(© GLA Karlsruhe)
 
Bild: Isteiner Klotz - Litographie
Isteiner Klotz - historische Ansicht 1853
(© public domain, Autor: unbekannt)
Isteiner Klotz (Rückseite) - historische Ansicht von Landschaft und Bahnlinie (Großherzogliche Badische Staatsbahn in Fahrtrichtung Kleinkems, hier noch mit breiter Spurweite von 160 cm). Gut erkennbar sind die im Rahmen der Baumaßnahmen freigesprengten, kahlen Felsflächen des Klotzen. Noch fließt der Rhein parallel zur Bahnlinie.

Begünstigt durch die topografischen Gegebenheiten der Oberrheinebene, schritt der Streckenbau der Badischen Staatsbahn rasch voran. Von Heidelberg aus wurden 1843 Karlsruhe, 1844 Offenburg und 1845 Freiburg erreicht. Von 1845 und 1855 wurde die Gleistrasse zwischen Freiburg und Basel gebaut, die im Streckenabschnitt von Müllheim bis Haltingen das teuerste Bauprojekt der Badischen Staatseisenbahn werden sollte.

Besonders die Streckenführung von Schliengen bis Istein war aufgrund der Topografie zunächst unklar. Letztendlich entschied man sich gegen die Steigungsstrecke bei Schliengen und für die Linie am Westhang des Isteiner Klotzens. Hierfür mussten zwischen Kleinkems und Efringen vier Tunnel durch das Weiß-Jura Gestein des Isteiner Klotz gebohrt werden. Aufgrund der Brüchigkeit des anstehenden Korallenkalks war es erfoderlich, die Innenwände mit einem Backsteingewölbe (Klotzentunnel, Hardbergtunnel) und einem Gewölbe aus Sandsteinquadern (Kirchbergtunnel) zu verkleiden. Der Gesteinsschutt der Tunnelarbeiten wurde am Fuß des Klotzen abgelagert und diente danach als Untergrund zum Bau der alten Rheinstrasse (heutige L 137) von Istein nach Kleinkems.

Die badischen Eisenbahnstrecken waren zunächst in 1.600-mm-Breitspur angelegt. Nachdem sich herausstellte, dass alle Nachbarländer eine engere Spurweite bevorzugten, baute die Badische Staatsbahn innerhalb nur eines Jahres 1854/55 ihre bis dahin erstellten Strecken ebenfalls auf die einheitlich genutzte Normalspur (Spurweite 1.435 mm) um.

Etwa ein Jahrhundert später begannen durch die Elektrifizierung der Bahnstrecke erneute Bauarbeiten bei Istein: Die Gleistrasse musste durch Sprengung und anschließende Planierung um 40 Zentimeter abgesenkt werden, damit sowohl die Oberleitungen als auch die Züge durch die Tunnel passten. Am 5. Oktober 1952 konnte der elektrische Betrieb aufgenommen werden.

Da die Bahnstrecke Freiburg - Basel sehr kurvenreich ist, kann sie von Schnellzügen nur mit geringer Geschwindigkeit befahren werden. Daher startete am 1. September 2003 der Bau des 9385 Meter langen Katzenbergtunnels, der vor Efringen-Kirchen abzweigt und hinter Bad Bellingen wieder auf die Rheintalstrecke zurückführt. Somit kann der schwierigste Streckenabschnitt beim Isteiner Klotz umfahren werden.