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Isteiner Klotz
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Isteiner Klotz
Blick auf den Isteiner Klotz und die Rheinaue
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Bild: Isteiner Klotz und Rheinaue
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Das Südostende des Oberrheingrabens ist durch den auffälligen Isteiner Klotz geprägt. Das einzige oberflächlich anstehende Oberjura-Gestein (Malm) in der Rheinebene. Der hohe Karbonatgehalt der Kalksteine des Isteiner Klotzen veranlasste zum intensiven Abbau des Gesteins. Daneben sind Teilflächen des Isteiner Klotz auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen.
Isteiner Klotz:
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Übersicht

Isteiner Klotz

 

Der Isteiner Klotz

 
Bild: Isteiner Klotz Übersicht
Blick auf Istein und den Isteiner Klotz vom Hardberg aus
(© LUBW, Autor: T. Rabus)

Als Natur- und Siedlungsraum gehört die Landschaft um Istein zu den reizvollsten in Baden-Württemberg. Die Gunst des Klimas, fruchtbare Böden und die (ehemals direkte) Lage am Rhein ließen hier schon sehr früh menschliche Siedlungen entstehen. Im Mittelalter trug der Isteiner Klotz eine große Burg.

 

 
Bild: Isteiner Klotz, Felsnase
Isteiner Klotz, Felsensporn mit Hohlkehle
(© LUBW, Autor: R. Steinmetz)

Der Felsenporn des Isteiner Klotz, bis in das 19. Jh. floß hier der Rhein vorbei. Im Mittelalter war der Jura-Felsen um ein vielfaches größer und trug eine Felsenburg, von der stellenweise noch heute Mauerreste vorhanden sind.

Von 1902 bis 1914 wurde der Klotzen als militärische Festung ausgebaut und ab 1936 von der deutschen Wehrmacht in den Westwall miteinbezogen. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die militärischen Anlagen sowohl innerhalb des Felsens als auch außerhalb durch die französische Besatzung gesprengt. Das einzigartige Naturdenkmal wurde dabei fast zerstört.

Das Landschaftsbild am Isteiner Klotzen wird im Jahr 1927 von dem Geografen H. Schrepfer als - „der schönste Punkt badischer Landschaft, die einzige Stelle, wo senkrechter Fels der oberrheinischen Ebene entsteigt und so die landschaftlichen Kontraste aufs höchste sich steigern" - beschrieben.

Die Weißjura-Felsformationen (hier: ehemalige Riffgesteine aus Korallenkalk), die zusammen mit dem Kirchberg und dem Hardberg das Dorf Istein umgeben, wurden vor der Rheinkorrektion durch den anprallenden Rheinstrom geformt und weisen hierdurch unzählige Nischen, Grotten und Höhlen auf. An der ehemals dem Rhein unmittelbar zugewandten Felswandfläche des Klotzen (Brandungshohlkehle) sind noch heute die Hochwassermarken von 1824 bis 1876 zu sehen.

Eingeengt zwischen Rhein und Felsen liegt das Dorf Istein, das noch im 19. Jh. hauptsächlich vom Fischfang und Weinbau lebte. Erst nach der Rheinkorrektion 1876 konnte sich die Ortslage Istein nennenswert erweitern. Ab diesem Zeitpunkt begannen gravierende Eingriffe in die einzigartige Landschaft Südbadens, die praktisch bis zur Ausweisung des Isteiner Klotzen als Natuschutzgebiet anhielten.

Der Isteiner Klotz wurde vor allem durch die Rheinkorrektion, den Bau der Bahnlinie, den Festungsbau und etliche kriegsbedingte Sprengungen stark verändert und ist hierdurch auf ein Zehntel seiner ursprünglichen Größe geschrumpft. Doch trotz aller Eingriffe weist der Felsen noch heute eine solch artenreiche Fauna und Flora aus, dass er im Jahr 1986 mit einer Fläche von etwa 25 Hektar als das 500. Naturschutz­gebiet von Baden-Württemberg ausgewiesen wurde.

Seit 2006 zählt der Isteiner Klotz auch zu den 77 bedeutendsten Nationalen Geotopen.

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