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Klimawandel am Bodensee
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Die globale Heizung wirkt auch am Bodensee.

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Bodensee: Bodensee im Wandel

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Wasserspiegelschwankungen

 
Bild: Pegel Konstanz
Extreme Schwankungen des Wasserspiegels am Pegel Konstanz
(© BodenseeWeb, 2008, Autor: T. Dombeck)

Die Entwicklung am Pegel Konstanz zeigt es deutlich: Extreme Wasserspiegelschwankungen treten immer häufiger auf (Jahresgänge in den letzten Jahren).

 
Bild: Trockenes Ufer
Trockenes Ufer beim Niedrigwasser 2003
(© BodenseeWeb, 2008, Autor: T. Dombeck)

Frisches Schilf sprießt auf den trockengefallenen Uferberichen im Sommer 2003.

 
Bild: Schilfgürtel
Schilfgürtel - Zwischen Wasser und Land
(© BodenseeWeb, 2003, Autor: T. Dombeck)

Der Schilfgürtel ist besonders von schwankenden Wasserständen betroffen.

Der Trend ist deutlich: In Süddeutschland verschieben sich die Niederschläge in Folge des Klimawandels immer mehr vom Sommer in den Winter. Trockene, heiße Sommer treten immer öfter auf, während im Winter (regional verschieden) häufiger starke Niederschläge zu erwarten sind. Zudem gehen die Niederschläge auch in den Alpen vermehrt von Schnee in Regen über.

Diese Entwicklung schlägt sich natürlich auch auf den Wasserspiegel des Bodensees nieder: Während die Hochwassergefahr in den Zuflüssen besonders im Winter steigt, verringern zurückgehende Niederschläge und fehlendes Schmelzwasser im Frühjahr den Zufluss über den Rhein erheblich. Der Rückgang der Alpengletscher verstärkt das sommerliche Niedrigwasser noch, da im Hochsommer und Herbst dann auch weniger Schmelzwasser durch die Gletscherbäche zufließt. Die Klimamodelle gehen davon aus, dass bis 2050 zwei Drittel der Alpengletscher verschwunden sein werden.

Die Folge sind häufige Extrema wie das anhaltende Niedrigwasser in den Jahren 2006 / 2007 und im Sommer 2003, als große Uferbereiche völlig trockenfielen, oder das Jahrhunderthochwasser 1999, dessen Folgen noch lange nachwirkten. Trotzdem ist die Trinkwasserversorgung über den Bodensee auch längerfristig gesichert. Die Entnahme erfolgt in 60 m Tiefe und ist auch in Extremjahren noch gering im Vergleich zum Zufluss.

Karte zu Hoch- und Niedrigwasserständen

Folgen für Mensch und Natur

Besonders die niedrigen Wasserstände im Sommer lassen die Biotope am Seeufer alt aussehen: Nicht nur die Flachwasserzone als wichtiges Brutgebiet für Fische und Krebstiere wird kleiner, auch viele der wertvollen Feuchtgebiete am Seeufer trocknen im Sommer stärker aus und sind bedroht. Dagegen breitet sich der Schilfgürtel in trockenen Jahren weiter in Richtung See aus. So entstehen neue Schilfröhrichte, die aber wieder durch Hochwässer gefährdet sind. Ein stabiles ökologisches Gleichgewicht in der Uferzone ist so nicht mehr absehbar.

Ein weiteres Problem ist die Ufererosion. Bei sinkenden Wasserständen verändert sich die Brandung und es werden verstärkt feinkörnige Sedimente vom Ufer abgespült. Das betrifft vor allem die touristischen Einrichtungen am Ufer. Die ausgespülten Sedimente lagern sich schließlich auch in Häfen und Schifffahrtsrinnen ab, die bereits heute mit hohem Aufwand freigebaggert werden müssen