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Uferrenaturierung
Zerstörte Ufermauern bei Langenargen
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Bild: Zerstörte Ufermauern, Bodensee
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Zerstörte Ufermauer bei Langenargen nach dem Hochwasser 1999: Mauern können Hochwasser und Sturm oft nicht standhalten.

Bodensee:
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Bodensee: Uferzone

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Schutz für das Seeufer

 
Bild: Renaturierung, Bodenseeufer
Verbautes, Asphaltiertes Seeufer
(© Autor: IGKB)

Uferabschnitt am Rheinsee bei Öhningen vor der Renaturierung: Ein verbautes Ufer verhindert den natürlichen Austausch zwischen Flachwasserzone und Land-Lebensgemeinschaften.

 
Bild: Renaturiertes Seeufer
Renaturiertes Bodenseeufer bei Öhningen (Ldkr. Konstanz)
(© IGKB, Autor: Zintz)

Uferabschnitt bei Öhningen nach der Renaturierung. Begrünte Boden- und Kiesanschüttungen sowie Anpflanzungen von Schilf bewirken naturnahe Verhältnisse.

 

Die inzwischen erreichte Verbesserung der Seewasserqualität und die begonnenen Renaturierungs-Maßnahmen bedeuten noch keine Entwarnung für das gesamte Seeufer: Vielfach sind ursprünglich vorhandene Schilfgürtel und Strandrasen verschwunden oder stark beeinträchtigt worden. Oft trennen Mauern den See von seinem Hinterland, so dass die Vernetzung der Naturräume unterbrochen ist. Die Ufer- und Flachwasserzone als Heimat der vielfältigsten und empfindlichsten Lebensgemeinschaften des Bodensees benötigt daher besonderen Schutz!

Aktionsprogramm Uferzone

Deshalb hat die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) ein "Aktionsprogramm 2004 - 2009" ins Leben gerufen. Dort werden die Grundlagen für Maßnahmen erarbeitet, die dem Schutz natürlicher und naturnaher Ufer und der Renaturierung naturferner Abschnitte dienen. Die tatkräftige Mitarbeit aller Länder, Kantone und Gemeinden rund um den Bodensee ist dazu notwendig.

Zunächst wurde der Ist-Zustand der Ufer- und Flachwasserzone rund um den Bodensee dokumentiert: In 50-Meter-Abschnitten wurde das Ufer betrachtet und mit "Schulnoten" zwischen 1 und 5 bewertet. Dabei flossen viele Einzelaspekte wie Uferverbau, Vegetation am Ufer bzw. Flachwasser, Substrat oder Vernetzung mit dem Hinterland in die Gesamtnote ein. Die Bestandsaufnahme zeigt für den überwiegenden Teil des Seeufers einen mehr oder weniger naturfernen Zustand. Die Ergebnisse sind in Form einer Karte dokumentiert:

Karte zum Uferzustand

Mittlerweile konzentriert man sich auf die Erarbeitung von Grundlagen zur seeweiten Renaturierung der Ufer- und Flachwasserzone. Eine komplette Wiederherstellung des Naturzustandes ist allerdings nicht überall möglich. Vorhandene Infrastruktur (wie Verkehrswege oder Siedlungen) und Nutzungsinteressen erfordern auch Kompromisse. Es hat sich allerdings gezeigt, dass ökologisch funktionsfähige Flachufer, wo See und Land sanft ineinander übergehen, Hochwasser und Wellenschlag oft besser widerstehen als Ufermauern.