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Bodensee-Impressionen
Der Bodensee vom Pfänder (Vorarlberg) aus betrachtet
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Bild: Bodensee Überblick
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Abendstimmung am Pfänder (Vorarlberg)

Bodensee:
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Bodensee: Seewasser

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Gefahr für den Bodensee

Bild: Phosphatreduktion im Obersee
Entwicklung der Phosphatbelastung im Obersee seit 1951
(© BodenseeWeb, 2008, Autor: T. Dombeck)

Die Grafik zeigt die Phosphatkonzentration im Seewasser in mg/m3 von 1951 bis heute. Mit der Verbreitung von Waschmaschinen und neuen Waschmitteln ab den 1960er Jahren ist der Phosphorgehalt im Bodensee auf das Zehnfache gestiegen! Erst seit 1981 gehen die Werte kontinuierlich zurück. Durch die Verbesserung der Abwasserreinigung und den Bau von Kläranlagen erreicht das Seewasser heute wieder Trinkwasserqualität.

Wohlstand und Bevölkerungswachstum sind dem ehemals nährstoffarmen Alpensee nicht gut bekommen. Mit dem Siegeszug der Waschmaschinen und neuen Waschmittel ist der Phosphorgehalt nach dem zweiten Weltkrieg auf das Zehnfache gestiegen! Die Kurve zeigt die Phosphat-Zunahme seit den 1960er Jahren und wie lange es dauerte, bis sich die verbesserte Abwasserreinigung auch in einer besseren Wasserqualität niederschlug. Erst seit 1981 gehen die Werte kontinuierlich zurück. Durch den Bau von Kläranlagen sowie das Verbot von Phosphaten in Waschmitteln erreicht das Seewasser heute wieder Trinkwasserqualität.

Erläuterungen zur Phosphatgrafik (Video)

Langfristige Erfolge des Gewässerschutzes

Der Bodensee gilt als Musterbeispiel für langfristig erfolgreichen Gewässerschutz in Europa. Die vor allem von der Internationalen Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) vorangetriebenen Maßnahmen machen nicht an Landesgrenzen halt und beziehen auch das gesamte Wassereinzugsgebiet mit ein. Ein ähnliches internationales Modell wird inzwischen auch an der Donau praktiziert.

Gewässerschützer brauchen aber auch einen langen Atem. Häufig zeigen die Maßnahmen erst nach Jahrzehnten Wirkung. Während im gesamten Bodenseegebiet seit 1960 Milliarden in den Bau von Kläranlagen und Kanalisation gesteckt wurden, stiegen die Phosphatwerte noch 20 Jahre weiter an. Erst heute profitieren wir als Trinkwasser-Konsumenten und Erholungssuchende von den damaligen Bemühungen. Auch ist der nährstoffarme See heute besser gegen die klimabedingte Erwärmung und den damit verbundenen zeitweiligen Sauerstoffmangel gewappnet, als zu Zeiten der Überdüngung.

Hier zeigt sich, wie weitsichtig Umweltschutz betrieben werden muss, um Erfolge zu bringen. Heute bleibt vor allem bei der ökologischen Sanierung der Zuflüsse noch einiges zu tun.

Die fetten Jahre sind vorbei

Wenig Phosphor bedeutet nicht nur sauberes Wasser und einen klaren See, sondern auch magere Kost für Fisch & Co. Wachsen weniger Algen, wirkt sich dies auf das gesamte Nahrungsnetz im See aus. Es gibt weniger Plankton und in Folge auch weniger Futter für die Fische. Manche Fischer forderten bereits eine künstliche Düngung des Bodensees, um wieder bessere Erträge zu erzielen. Ähnlich wie bei der Kormoran-Problematik zeichnet sich hier ein Nutzungskonflikt zwischen Fischern und dem Gewässerschutz ab.