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Bodensee-Impressionen
Der Bodensee vom Pfänder (Vorarlberg) aus betrachtet
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Abendstimmung am Pfänder (Vorarlberg)

Bodensee:
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Bodensee: Seewasser

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Schadstoffe und Umweltgifte

Bild: Kanister
Gefahrenquelle Treibstoffe
(© public domain, Autor: JohnM)

Der Bodensee ist heute einer der saubersten Seen Europas. Schadstoffe, die nicht ins Wasser gehören, liegen weit unter den Grenzwerten für Trinkwasser. Trotzdem muss das Seewasser permanent auf solche Stoffe hin untersucht werden. Die Mitarbeiter des Instituts für Seenforschung in Langenargen wachen kontinuierlich über die Qualität des Bodenseewassers. Im Labor werden Wasserproben, Sedimente und Fische auf Schadstoffe untersucht.

Gefahrenquellen sind z.B. Treibstoffe und Verbrennungsrückstände aus dem Schiffsverkehr, Pflanzenschutzmittel aus den Obstplantagen oder auch Arzneimittelrückstände, die über die Kanalisation und die Zuflüsse in den See gelangen können. Außerdem können Schwermetalle und PolyChlorierteBiphenyle (PCB) das Trinkwasser gefährden. Gegen solche Fremdstoffe sind bisher auch die Kläranlagen weitgehend machtlos.

Mikroschadstoffe

Eine neue Herausforderung für die Kläranlagen sind von Menschenhand geschaffene Stoffe, die industriell oder pharmakologisch genutzt werden. Die Liste der Wirkstoffe wird immer länger und neu hinzukommende Substanzen haben oft unbekannte Wirkungen auf unsere Gewässer und deren Lebensgemeinschaften. Problematisch sind vor allem Arzneimittel, die über Ausscheidungen oder als Produktionsrückstände ihren Weg ins Abwasser finden. Gelangen z.B. Antibiotika in die Umwelt, können Resistenzen gefördert werden und das Medikament wird unwirksam.

Was beim Menschen wirkt, verfehlt auch seine Wirkung auf die Wasserlebewesen nicht. Häufig sind es hormonell wirksame Stoffe, die z.B. Fische aus dem Gleichgewicht bringen. Besonders das weibliche Hormon Östrogen wirkt in zu hohen Konzentrationen fatal: Die männlichen Tiere können verweiblichen und ihre Fortpflanzungsfähigkeit verlieren. Dazu muss es sich nicht einmal um hormonelle Medikamente handeln, auch Phenol-haltige Reinigungsmittel aus der Industrie können wie Östrogene wirken. Die Schweiz hat derartige Stoffe deshalb verboten.