Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Bodensee
Karte
Suche
Suche in …
Bodensee-Impressionen
Der Bodensee vom Pfänder (Vorarlberg) aus betrachtet
(Element 1 von 13: Bild)
Bild: Bodensee Überblick
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Abendstimmung am Pfänder (Vorarlberg)

Bodensee:
Weitere Informationen
 

Bodensee: Seewasser

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Nährstoffe und Überdüngung

 
Bild: Überdüngung
Überdüngung des Seewassers
(© Autor: Kümmerlin)

Üppiges Pflanzenwachstum im Bodensee durch Überdüngung im 20. Jahrhundert

 
Bild: Algenteppich
Algenteppich
(© ISF 2011)

Starkes Algenwachstum durch Überdüngung des Wassers

Im Wasser gelöste chemische Stoffe befinden sich in einem ständigen Prozess des Umbaus durch die Lebewesen im See. Auch Temperatur und Sonneneinstrahlung spielen in dieses dynamische System hinein. Viele biochemische Prozesse laufen im Wasser viel schneller ab als an Land. Verantwortlich dafür sind die Eigenschaften des Wassers als Lösungsmittel.

Eine besondere Rolle spielen die chemischen Elemente Stickstoff und Phosphor als Pflanzennährstoffe im Seewasser. Meist bestimmt der im Wasser als Phosphat gelöste Phosphor als Minimumfaktor, wie schnell und wie viel Algen und Wasserpflanzen wachsen können. Große Mengen Phosphate gelangten früher durch ungeklärte Abwässer in den Bodensee. Dadurch vermehrten sich die Algen übermäßig und bildeten große Algenteppiche.

Nährstoffanreicherung (Eutrophierung)

Durch die Überdüngung des Wassers wird der See sehr nährstoffreich (eutroph). Während sich dann an der Oberfläche des Sees durch die Aktivität der Algen massenhaft Sauerstoff ansammelt (Nährzone), fehlt der Sauerstoff in der Tiefe des Sees (Zehrzone). Weil die vielen absinkenden toten Wasserorganismen dort unten abgebaut werden müssen, ist der Verbrauch an Sauerstoff besonders hoch. Es kommt dann zu völlig sauerstofffreien Perioden in der Tiefe, was wiederum die Menge an gelösten Phosphaten ansteigen lässt und den Teufelskreis verstärkt. (Ist dagegen Sauerstoff vorhanden, verbindet sich der Phosphor mit Sedimentpartikeln und wird dem Wasser entzogen.)

Wegen des Temperatursprungs zwischen warmem Oberflächenwasser und kaltem Tiefenwasser findet im Sommer auch kein Austausch zwischen den Schichten statt. Ist der Algenteppich an der Oberfläche dann so dicht, dass kein Sonnenlicht mehr in den See eindringen kann, stirbt das Plankton ab und der See kippt um. Dank besonderer Aufmerksamkeit der Gewässerschützer ist dieses Schicksal dem Bodensee aber erspart geblieben.