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Gewässerforschung
Wasserschöpfer
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Bild: Wasserschöpfer
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Mit diesem Schöpfer können Wasserproben in verschiedenen Tiefen entnommen werden.
Bodensee:
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Bodensee: Seenforschung

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Aktuelle Schwerpunkte der Seenforschung

Bild: Sedimentprobe
Sedimentprobe aus der Tiefenzone
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Einholen eines Bohrkerns vom Gewässerboden aus ca. 70 Meter Tiefe. Extremer Sauerstoffmangel, wie er zeitweise in den 1970-er und 1980-er Jahren in den Tiefenzonen festgestellt wurde, trat in letzter Zeit nicht mehr auf. Wesentlich für diesen Rückgang waren vor allem Maßnahmen im Bereich der Abwasserreinigung (Kläranlagen).

Der Bodensee hat ein Alter von rund 12 000 Jahren. Dokumentiert sind alle Vorgänge seither im Seeboden in einer Mächtigkeit bis zu mehreren zehn Metern. In der Seemitte haben sich die Sedimente zwischen 30 und 40 Metern Höhe angehäuft.

 

Aktuell gewinnt neben der Hydrobiologie und Hydrochemie besonders der Fachbereich der Hydrophysik an Bedeutung. Strömungs- und Schichtungsvorgänge im See verlangen heute nicht zuletzt wegen der klimabedingten Veränderungen im und am See mehr Aufmerksamkeit. Untersucht wird auch, wie sich Stoffe im Seewasser unter verschiedenen Bedingungen verhalten und ausbreiten, um im Ernstfall z.B. Unfällen mit Chemikalien wirksam begegnen zu können. In einem großen Forschungsvorhaben namens "Bodensee Online" haben Forscher Simulationsmodelle für den See entwickelt, in die alle bisher gewonnenen Erkenntnisse der Seenphysik einflossen.

Da der Bodensee in vielfältiger Weise mit dem Umland vernetzt ist, beobachten die Wissenschaftler auch die Gewässer und klimatischen Entwicklungen im Einzugsgebiet des Sees. Fallen dort z.B. große Regenmengen in kurzer Zeit, wie etwa im August 2005, kann der Seespiegel in einem Tag bis zu einem halben Meter ansteigen! Diese Wasserspiegelschwankungen stellen heute bereits ein Problem für Mensch und Natur dar. Nicht allein die Abflussmengen spielen dabei eine Rolle, auch die mitgeführten Stofffrachten sind bei solchen Ereignissen erheblich.