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Bodenseefische
Döbel (Leuciscus cephalus)
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Bild: Döbel
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Döbel (Leuciscus cephalus) sind äußerst robuste und anpassungsfähige Fische, die nur geringe Ansprüche an ihren Lebensraum stellen. Die Palette der besiedelten Gewässer beinhaltet Fließgewässer von den Oberlaufregionen bis in die Mündungsbereiche, aber auch Grabensysteme und stehende Gewässer aller Art.

Döbel ernähren sich überwiegend von Wirbellosen und Anflugnahrung, aber auch von Pflanzenteilen und Plankton. Während sich die jüngeren Fische gerne in Gruppen oder kleinen Schwärmen zusammenscharen, werden ältere und größere Döbel zunehmend zu Einzelgängern, die auch Fischen und anderen Kleinwirbeltieren nachstellen. Mit etwa drei Jahren wird die Art geschlechtsreif. Die Laichzeit dauert von April bis Juni. Obwohl die Art gemeinhin kiesige Laichgründe bevorzugt, laicht sie auch auf anderen Substraten ab, ohne dass der Fortpflanzungserfolg dadurch merklich beeinträchtigt wird.

Mit einer Endlänge, die über 50 cm betragen kann, wird L. cephalus deutlich größer als der ähnlich aussehende Hasel (Leuciscus leuciscus), von dem er sich außerdem durch den konvex gebogenen Außenrand der Afterflosse unterscheidet. Der Döbel ist  eine der am weitesten verbreiteten und am häufigsten anzutreffenden Fischarten Baden-Württembergs.

Bodensee:
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Bodensee: Pflanzen- und Tierwelt

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Von großen und kleinen Fischen ...

 
Bild: Flussbarsch
Flussbarsch (Perca fluviatilis)
(© R. Berg 2003, Autor: R Berg)

Flussbarsch (Perca fluviatilis)

Flussbarsche erreichen eine durchschnittliche Länge von 20 Zentimetern und werden selten schwerer als ein Kilogramm.Die Fische laichen in der Uferzone in Form von Laich-Schnüren ab, die ein typisches Netzmuster tragen.

 
Bild: Raue Rampe
Raue Rampe
(© Autor: Zintz)

In Flüsse und Bäche eingebaute "Raue Rampen" machen das Gewässer durchgängig für die Fischwanderung.

 
Bild: Fischschonbezirk
Fischschonbezirk
(© Autor: Zintz)

Ausgewiesene Schonbezirke für den Fischnachwuchs

Was wäre ein richtiger See ohne Fische? Heute schwimmen im Bodensee etwa 35 Arten, vom Kleinfisch bis zum über 2 Meter großen Giganten. Als Besonderheit finden wir auch Arten, die in der Eiszeit aus dem Norden hierher gekommen sind, nämlich Felchen und Saibling. Andere, wie der Karpfen, sind erst später durch den Menschen in den See gelangt.

Die Fische sind eine wechselwarme Wirbeltiergruppe, die sich schon vor etwa 400 Millionen Jahren entwickelt hat. Alle Bodenseefische gehören zu den Knochenfischen. Sie besitzen ein Skelett und Flossen, die mit knochigen Strahlen verstärkt sind. Typisch für Fische sind Kiemen, über die sie Sauerstoff aufnehmen, sowie ihr oft silbriges Schuppenkleid. Unter den Bodenseefischen gibt es auch seltene und gefährdete Arten wie den Bitterling, das zierliche Moderlieschen oder die bizarre Groppe.

Häufige Fischarten im Bodensee

Gesund wie der Fisch im Wasser?

Wer Fische fängt und sie damit dem Ökosystem entzieht, muss dies unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit tun. In der Fachsprache bezeichnet man dies als Hege. Praktische Maßnahmen sind beispielsweise Fangbeschränkungen (Schonzeiten und Mindestgrößen), der Besatz mit Jungfischen oder der Einbau von Fischtreppen in den Zuflüssen. Häufig werden dabei Stauwehre zu sogenannten "rauen Rampen" umgebaut, die den Fischen ungehinderten Zugang in die Bäche und Flüsse verschaffen.

Besonderes Augenmerk gilt den Laichgebieten am Seeufer. Etwa 90% der Fischarten nutzen die warme Flachwasserzone mit ausgedehnten Wasserpflanzenbeständen für die Eiablage und als Kinderstube für ihren Nachwuchs. Dichter Pflanzenbewuchs bieten den Jungfischen Deckung und Schutz vor Fressfeinden. Teilweise wird heute auch wieder die traditionelle Technik der "Fischreiser" angewendet: Reisig und Äste werden ins flache Wasser eingebracht, um zusätzliche Refugien für die Fischkinder zu schaffen.

Auswirkungen und Erfolge der Hegemaßnahmen untersuchte das Projekt "Fischfreundliche Renaturierung Bodensee", ein gemeinsames EU-Projekt der Anrainerstaaten unter Leitung des Instituts für Seenforschung Langenargen und der Universität Konstanz. Die Fischereiforschungsstelle Langenargen betreibt dazu praxisbezogene Forschung zur Biologie der Fische und der Bodenseefischerei.