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Nilgans (2/20)
Nilgänse am Unteren Neckar (Rhein-Neckar-Kreis)
Nilgansfamilie am Unteren Neckar
(Element 1 von 8: Bild)
Bild: Nilgans (Alopochen aegyptiacus)
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Nilgänse (Alopochen aegyptiacus) mit Küken auf dem Unteren Neckar bei Ladenburg (Rhein-Neckar-Kreis)

Ursprünglich war die Nilgans in Nordafrika beheimatet. Als Ziergeflügel wurde sie im 18. Jh. in Deutschland eingeführt. Momentan breitet sich die Art in Nordbaden an Neckar und Rhein stark aus.

Nilgans (Alopochen aegyptiacus)

Ursprünglich war die Nilgans in fast ganz Afrika, mit Ausnahme der extremen Trockengebiete beheimatet. Als attraktives Ziergeflügel im 18. Jh. in Deutschland erstmals eingeführt, breitet sich die Art in Deutschland momentan stark aus. In Schleswig-Holstein existiert seit einigen Jahren ein kleiner, jedoch beständig wachsender Brutbestand, ebenso in Niedersachsen und Hessen.

In Nordbaden am Unteren Neckar (Rhein-Neckar-Kreis), im Schlossgarten Schwetzingen, im Herzogenriedpark (Stadtkreis Mannheim) sowie im Hockenheimer Rheinbogen (Speyerer Grün) vermehren sich die Wasservögel seit 2007 sehr erfolgreich (s. Bildergalerie). Zahlreiche Gänse wurden 2010 auch in der Rastatter Rheinaue beobachtet.

Im August 2012 erteilt das Kreisjagdamt der Stadt Mannheinn als zuständige Jagdbehörde zwei Ausnahmegenehmigungen zum Abschuss von Nilgänsen. Demnach wird sowohl im Herzogenried- als auch im Luisenpark der Abschuss von sechs Tieren genehmigt. Wissenschaftler äußern sich zu solchen Aktionen sehr skeptisch: Die Bestände von Kanada- und Nilgänsen in Deutschland sind bereits viel zu groß, um sie regional vergrämen zu können.

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Neuankömmlinge: Neophyten, Neozoen

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Neophyten, Neozoen - gebietsfremde Pflanzen und Tiere

 
Bild: Ambrosia - Blüten
Blüten der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
(© public domain, Autor: USDA)

Das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia)- syn. Hohe Abrosia - ist ein Neophyt, der ursprünglich aus Nordamerika stammt. Beim Menschen können durch den Pollen, aber auch bei Hautkontakt mit den Blüten heftige Allergien ausgelöst werden. Die einjährige Pflanze blüht von Juni bis Oktober. Bislang ist sie vor allem in Süddeutschland verbreitet.

 

 
Bild: Ambrosia - Blätter
Blätter der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
(© GNU-FDL, Autor: USGS)

Vor der Blüte ist die Beifuß-Ambrosie an ihren charakteristischen Blättern zu erkennen. Sie sind zwei bis dreifach fiederspaltig und anliegend behaart. Blätter und Stängel können bei Hautkontakt zu starken Allergiereizen führen - (Schutzhandschuhe aus Leder werden empfohlen)

 
Bild: Ambrosia artemisiifolia
Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
(© GNU-FDL, Autor: S.B. Johnny)

Natürlicher Fressfeind der Beifuß-Ambrosie ist der aus Nordamerika stammende Blattkäfer Ophraella communa. In China gilt die Käferart als der effizienteste und erfolgreichste biologische Kontrollorganismus von Ambrosia.

Neophyten bzw. Neozoen (griechisch: neo = neu; phyton = Pflanze, zoon =Tier) sind Pflanzen bzw. Tiere, die bewusst oder unbewusst, durch den Menschen in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie vorher auf natürliche Weise nicht verbreitet waren. Man spricht hier auch von sog. gebietsfremden Pflanzen- bzw. Tierarten. In Deutschland sind etwa 18 % (400 Arten) der Flora Neophyten (d.h. insgesamt 2.147 Arten). Von der Gesamtheit der eingeführten Pflanzen (ca. 12.000 Arten) konnten sich bei uns ca. 2 % dauerhaft etablieren. Der eingewanderte Anteil an Neozoen liegt deutlich darunter, bei ca. 0,4 %.

Ein aktuelles Beispiel ist das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia). Die Pollen der Pflanze wie auch einzelne Pflanzenbestandteile gelten als hoch allergen. Als Folge des Klimawandels und der zunehmenden Erwärmung, steigt die Gefahr, dass sich die aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze hierzulande weiter ausbreitet.

Das Beifußblättrige Traubenkraut verbreitet sich überwiegend durch den internationalen Handel mit Saatgut sowie durch den Transport von Grünschnittt und Bodenaushub in der Bau- und Landwirtschaft. Ambrosiasamen finden sich auch im Vogelfutter für heimische Singvögel. Dadurch gelangt der Neophyt vielfach in Privatgärten und Parkanlagen. Normalerweise besiedelt die Beifuß-Ambrosie Brachflächen wie Straßenbankette, Schutthalden, Mülldeponien und Industriebrachen.

Ein vom Umweltministerium Baden-Württemberg und vom Ministerium für Arbeit und Soziales herausgegebenes Faltblatt gibt umfassende Informationen rund um die Ambrosia-Pflanze und zeigt mögliche gesundheitliche Belastungen sowie wirksame Abwehrmaßnahmen auf. Aufgefundene Pflanzen sollten mit der Wurzel ausgerissen und über die Restmülltonne und nicht über den Kompost oder Biomüll entsorgt werden. Größere Vorkommen des Gewächses sollen der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (E-Mail: Poststelle@lubw.bwl.de) gemeldet werden. Nur durch die Mithilfe von informierten Bürgern ist es möglich, die Pflanze an der weiteren Ausbreitung zu hindern.

Verbreitungsschwerpunkte der Ambrosia liegen derzeit im Oberrhein-Tiefland sowie in der Region um Stuttgart, Tübingen und Reutlingen. Nachweishäufungen ergeben sich u. a. auch in den Regionen Hochrhein-Bodensee (Kreis Konstanz) und Bodensee-Oberschwaben (Kreis Ravensburg). Bevorzugt werden Wuchsorte im Siedlungsbereich (u.a. Gärten, Grünflächen, Ruderalflächen, Erddeponien, Kompost- und Häckselplätze, Straßenränder, Bahnlinien), landwirtschaftlich genutzte Flächen und lichte Stellen in Wäldern (Wildäcker, Wegränder, Schneisen). Die Beifuß-Ambrosie tritt inzwischen in einzelnen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten sowie in zwei FFH-Schutzgebieten auf.

In Brandenburg wurde ein Programm (Ambrosia Scout) zur Bekämpfung der Ambrosia Pflanzen vorgestellt. Das Besondere ist eine kostenlose sogenannte Ambrosia-App für Smartphones zur Meldung von Standorten der Pflanze (s. weiterführende Links). Die App wurde von der Themenpark Umwelt Redaktion getestet. Das neuartige Erfassungsprogramm des Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg funktioniert gut.

Übersicht:

1 Neophyten, Neozoen - gebietsfremde Pflanzen und Tiere