Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Baden-Württemberg
BW-Standardkarte
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Beispiele zum Thema
Nächstes Beispiel
Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii) (20/20)
Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Stamm der Douglasie (Pseudotsuga menziesii)
Bild: Douglasie
Bild vergrößern

Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii)

Die Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii) ist ein Nadelgehölz aus Nordamerika. Es handelt sich um einen immergrünen Baum, in Europa kann er eine Höhe von 60 Metern erreichen und bis zu 1400 Jahre alt werden.

Ihre Verbreitung in Deutschland ist auf die Forstwirtschaft zurück zu führen. Der Anbau der Douglasie hierzulande begann im 19. Jh. Im Südwestschwarzwald. Sie gilt als wichtigste eingebürgerte Baumart in Baden-Württemberg. Besonders beliebt ist sie aufgrund ihrer Wuchsüberlegenheit, ihrer guten Holzeigenschaften, der Fähigkeit des Ausheilens von Rindenverletzungen, der Fähigkeit zur Naturverjüngung und der guten Streuzersetzung. In Baden-Württemberg macht sie schon 2% des Waldflächenanteils aus. Sie kommt in den Mittelgebirges Regionen mit kalkarmen Böden, bis in die Hochlagen vor. Man findet sie im Odenwald, wie im Schwarzwald. Auf der Schwäbischen Alb ist sie auf Grund des Karstgesteins kaum anzutreffen.
Mit 15 Jahren ist die Douglasie blühfähig, die Zapfen können eine Länge von 4 bis 10 cm aufweisen. Sie gilt als recht anspruchslos und wächst am besten auf sauren Böden. Durch Waldbrände gewinnt die Douglasie an Konkurrenzkraft. Trockene Standorte sind für sie von Vorteil. Lediglich auf Kalkböden mit „freiem Kalk" im Oberboden ist die Art instabil und neigt zu massivem Nadelabwurf.


Noch wurde die Douglasie nicht als invasive Art eingestuft. Eine Verdrängung einheimischer Arten konnte nicht festgestellt werden.

 

Neuankömmlinge: Neophyten, Neozoen

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Neophyten, Neozoen - gebietsfremde Pflanzen und Tiere

 
Bild: Ambrosia - Blüten
Blüten der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
(© public domain, Autor: USDA)

Das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia)- syn. Hohe Abrosia - ist ein Neophyt, der ursprünglich aus Nordamerika stammt. Beim Menschen können durch den Pollen, aber auch bei Hautkontakt mit den Blüten heftige Allergien ausgelöst werden. Die einjährige Pflanze blüht von Juni bis Oktober. Bislang ist sie vor allem in Süddeutschland verbreitet.

 

 
Bild: Ambrosia - Blätter
Blätter der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
(© GNU-FDL, Autor: USGS)

Vor der Blüte ist die Beifuß-Ambrosie an ihren charakteristischen Blättern zu erkennen. Sie sind zwei bis dreifach fiederspaltig und anliegend behaart. Blätter und Stängel können bei Hautkontakt zu starken Allergiereizen führen - (Schutzhandschuhe aus Leder werden empfohlen)

 
Bild: Ambrosia artemisiifolia
Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
(© GNU-FDL, Autor: S.B. Johnny)

Natürlicher Fressfeind der Beifuß-Ambrosie ist der aus Nordamerika stammende Blattkäfer Ophraella communa. In China gilt die Käferart als der effizienteste und erfolgreichste biologische Kontrollorganismus von Ambrosia.

Neophyten bzw. Neozoen (griechisch: neo = neu; phyton = Pflanze, zoon =Tier) sind Pflanzen bzw. Tiere, die bewusst oder unbewusst, durch den Menschen in Gebiete eingeführt wurden, in denen sie vorher auf natürliche Weise nicht verbreitet waren. Man spricht hier auch von sog. gebietsfremden Pflanzen- bzw. Tierarten. In Deutschland sind etwa 18 % (400 Arten) der Flora Neophyten (d.h. insgesamt 2.147 Arten). Von der Gesamtheit der eingeführten Pflanzen (ca. 12.000 Arten) konnten sich bei uns ca. 2 % dauerhaft etablieren. Der eingewanderte Anteil an Neozoen liegt deutlich darunter, bei ca. 0,4 %.

Ein aktuelles Beispiel ist das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia). Die Pollen der Pflanze wie auch einzelne Pflanzenbestandteile gelten als hoch allergen. Als Folge des Klimawandels und der zunehmenden Erwärmung, steigt die Gefahr, dass sich die aus Nordamerika eingeschleppte Pflanze hierzulande weiter ausbreitet.

Das Beifußblättrige Traubenkraut verbreitet sich überwiegend durch den internationalen Handel mit Saatgut sowie durch den Transport von Grünschnittt und Bodenaushub in der Bau- und Landwirtschaft. Ambrosiasamen finden sich auch im Vogelfutter für heimische Singvögel. Dadurch gelangt der Neophyt vielfach in Privatgärten und Parkanlagen. Normalerweise besiedelt die Beifuß-Ambrosie Brachflächen wie Straßenbankette, Schutthalden, Mülldeponien und Industriebrachen.

Ein vom Umweltministerium Baden-Württemberg und vom Ministerium für Arbeit und Soziales herausgegebenes Faltblatt gibt umfassende Informationen rund um die Ambrosia-Pflanze und zeigt mögliche gesundheitliche Belastungen sowie wirksame Abwehrmaßnahmen auf. Aufgefundene Pflanzen sollten mit der Wurzel ausgerissen und über die Restmülltonne und nicht über den Kompost oder Biomüll entsorgt werden. Größere Vorkommen des Gewächses sollen der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (E-Mail: Poststelle@lubw.bwl.de) gemeldet werden. Nur durch die Mithilfe von informierten Bürgern ist es möglich, die Pflanze an der weiteren Ausbreitung zu hindern.

Verbreitungsschwerpunkte der Ambrosia liegen derzeit im Oberrhein-Tiefland sowie in der Region um Stuttgart, Tübingen und Reutlingen. Nachweishäufungen ergeben sich u. a. auch in den Regionen Hochrhein-Bodensee (Kreis Konstanz) und Bodensee-Oberschwaben (Kreis Ravensburg). Bevorzugt werden Wuchsorte im Siedlungsbereich (u.a. Gärten, Grünflächen, Ruderalflächen, Erddeponien, Kompost- und Häckselplätze, Straßenränder, Bahnlinien), landwirtschaftlich genutzte Flächen und lichte Stellen in Wäldern (Wildäcker, Wegränder, Schneisen). Die Beifuß-Ambrosie tritt inzwischen in einzelnen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten sowie in zwei FFH-Schutzgebieten auf.

In Brandenburg wurde ein Programm (Ambrosia Scout) zur Bekämpfung der Ambrosia Pflanzen vorgestellt. Das Besondere ist eine kostenlose sogenannte Ambrosia-App für Smartphones zur Meldung von Standorten der Pflanze (s. weiterführende Links). Die App wurde von der Themenpark Umwelt Redaktion getestet. Das neuartige Erfassungsprogramm des Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg funktioniert gut.

Übersicht:

1 Neophyten, Neozoen - gebietsfremde Pflanzen und Tiere