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Vulkanschlot Jusi
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Vulkanschlot Jusi
Der Jusi aus der Luft
(Element 1 von 7: Bild)
Bild: Jusi Luftbild
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Die Vulkanruine des Jusi als gehölzfreier Bergrücken in unmittelbarer Nähe der Gemeinde Kohlberg. Im Hintergrund liegt das Albvorland mit der Stadt Dettingen an der Ems.
Vulkanschlot Jusi:
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Übersicht

Vulkanschlot Jusi

 

Der Jusiberg - ein tertiärer Vulkanschlot

 
Bild: Der Jusi
Vulkanschlot Jusi (Ldkr. Esslingen)
(© LUBW, Autor: Klotz)

Der Jusi ist der größte bekannte Tuffschlot des „Schwäbischen Vulkans“. Sein Basaltmassiv wurde durch Erosion aus dem Kalkgestein des Albkörpers herauspräpariert. Mit einem Durchmesser von etwa 1,1 km und annähernd dreieckigem Querschnitt hebt er sich deutlich von seiner Umgebung als Bergrücken ab. Aufgeschlossen sind Basalttuffe, die große Weißjura-Sinkschollen, Weißjurateile kleineren Durchmessers, Bohnerzton-Einschlüsse sowie Beimischungen des Braunen und Schwarzen Juras, der Trias und des Grundgebirges enthalten.

Sehr vielfältig strukturierte, durch den Vulkanismus geprägte Landschaft mit Heideflächen, Hecken, extensiven, artenreichen Wiesen, naturnahen Laubwäldern und wärmeliebenden Waldsäumen. Seit 1992 Naturschutzgebiet (49 ha).

 

 
Bild: Basalttuffe am Jusi
freigelegter Basalttuff am Jusi vermengt mit Weißjura
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

Aufschluss im ehemaligen Steinbruch am Jusi. Gut erkennbar sind aufgeschlossene Basalttuffe (ehemals tropfenförmige Kügelchen aus Basalt) vulkanischen Ursprungs vermengt mit abgesunkenen Weißjurasteinen und Beimischungen des Braunen und Schwarzen Juras. Naturdenkmal.

 

Östlich von Metzingen bei der OrtslageKohlberg (Ldkr. Esslingen) befindet sich der 673 m hohe Jusiberg, einer der größten Vulkanschlote des sog. ''Schwäbischen Vulkans''. Der Schlot ist Zeuge der geologischen und erdgeschichtlichen Vorgänge, welche die weiträumige und reich strukturierte Landschaft der Schwäbischen Alb und des Albtraufs nachhaltig geprägt haben. Der einst vollständig von den Jura-Kalken der Alb eingeschlossene Vulkan wurde im Lauf der Zeit durch die Erosion freigelegt und ist heute nur noch über einen schmalen Grat mit der Albhochfläche verbunden. In der West-Ost-Richtung beträgt der Durchmesser des Schlots stellenweise bis zu 1.1 km.

Das Zentrum des vor ca. 15 bis 17 Millionen Jahren entstandenen ''Schwäbischen Vulkan'' liegt im Bereich zwischen Kirchheim unter Teck und Bad Urach. Allerdings darf man hier keine spektakulär hohen Vulkankegel erwarten. Vielmehr findet man zahlreiche einzeln auftretende, kleinere vulkanische Explosionsröhren, deren Durchmesser von wenigen Zentimetern bis über einen Kilometer reichen. Derzeit sind insgesamt 356 Schlote aus dem fast kreisrunden Gebiet mit etwa 40 km Durchmesser bekannt.

Viele Schlote konnten nur mit hochempfindlichen Magnetometern entdeckt werden. Dabei halfen u.a. die Gehalte an Magnetit, die in basalthaltigen Schlotfüllungen vermehrt auftreten. Durch ihre magnetischen Feldkräfte zeigten sie der Wissenschaft den Weg.

Das vulkanische Material (meist Basalttuff) drang vor allem an sich kreuzenden Klüften und Verwerfungen, also an Schwächezonen der Erd­­kruste empor. Die Nordwest-Südost-verlaufende Vaihinger Bruchzone, die den Fildergraben begrenzt, zieht in den Albtrauf hinein und streift damit den Jusiberg bei Dettingen/Erms. Das Lockermaterial der ursprünglichen Schlotfüllung wurde nachträglich durch Kalkausscheidungen von oben her verfestigt. Von unten drang nur wenig massige Lava gangförmig in den Tuffschlot ein.

Während und nach den Eruptionen stürzten viele kleinere, aber auch größere Weißjura-Bruchstücke vom Kraterrand ab. Sie steckten anschließend als Sinkschollen im lockeren Tuffmaterial der Schlotfüllung und treten heute durch die fortlaufende Abtragung der Landoberfläche an der Nordwest-Flanke des Jusi wieder zu Tage. Bedingt durch die geologischen Vorgänge und frühe Entwaldung ist der Oberboden am Jusiberg sehr flachgründig. Damit ist auch die Wasserhaltefähigkeit des Bodens stark eingeschränkt.

Mit einer Gesamtfläche von 49 ha ist das Gelände um den ''Jusi - auf dem Berg'' seit 1992 als Naturschutzgebiet ausgewiesen.Seit 2008 gehört der Jusi auch zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb.

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