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Nördlinger Ries und Steinheimer Becken
Der Goldberg bei Goldburghausen (Ostalbkreis)
(Element 1 von 10: Bild)
Bild: Der Goldberg
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Der Goldberg gehört zu einer randlich innerhalb des Rieskraters gelegenen Hügelkette und besteht aus jungtertiären Süßwasserkalken. Sie sind Bestandteil der nach dem Impakt im Riessee abgelagerten und insgesamt über 400 m mächtigen Sedimentfolge. Sein Anblick von Süden ist besonders markant. Geologisches Naturdenkmal seit 1936.


ausgewählte Literatur:

KRAUSE, R. (1992): Vom Ipf zum Goldberg. Achäologische Wanderungen am Westrand des Rieses.‑ Führer zu achäologischen Denkmälern in Baden‑Württemberg, 16: 155 S.

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Die Impaktgesteine des Nördlinger Ries und des Steinheimer Beckens

 
Bild: Rieskrater
Nördlinger Ries, Kraterrand bei Mönchsdeggingen (Ldkr. Donau-Ries)
(© Creative-Commons-Lizenz, Autor: H. Raab)

Nördlinger Ries, südlicher Kraterrand bei Mönchsdeggingen.

 

 
Bild: Der Burgstall - Rückseite
Kraterrand des Steinheimer Beckens bei Sontheim (Ldkr. Heidenheim)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die äußere Kraterwand des Steinheimer Beckens im Bereich des Burgstalls bei Sontheim. Beim Einschlag eines Asteroiden vor 15 Mill. Jahren, wurden große Gesteinsschollen des Weißjura aus dem Inneren des Kraters gegen den Rand geschoben. An einigen Stellen ist der damals entstandene Kraterrand noch heute erkennbar.

 
Bild: Exkursion 2008, (Ldkr. Heidenheim)
Sammleraufschluss Schneckensandgrube im Steinheimer Becken
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Bis in die 1960-er Jahre wurden Nördlinger Ries und Steinheimer Becken noch als eruptive Ausprägungen des Vulkanismus des Tertiärs diskutiert, bis sich ihre Entstehung eindeutig als Folge von Einschlägen kosmischer Körper (Kometen) aus dem Kleinplanetengürtel zwischen Mars und Jupiter erwies. Demnach entstanden vor ca. 15 Millionen Jahren durch gewaltige Meteoriteneinschläge die Krater des Ries und des Steinheimer Beckens mit Durchmessern von 25 km bzw. 3 km, wobei große Mengen an Auswurfmassen ihre nähere Umgebung überdeckten. In den Kratern und in genügend tief erodierten Vulkanschloten bildeten sich Seen und damit nachfolgend limnische Sedimente. Diese fossilienreichen Sedimente liegen heute noch als Reste von Schotterdecken (z.B. der Urbrenz) oder als Sand- und Tonfüllungen von Karstspalten und Karsthohlräumen vor.

Während das Steinheimer Becken vollständig auf der Landesfläche liegt, gehört nur der westliche Randbereich des Rieskraters zu Baden-Württemberg. Insbesondere das „Steinheimer Becken" zeigt die Kraterstruktur heute noch sehr anschaulich und gibt eine Vielzahl von geologischen Hinweisen auf seine Entstehung und die ungeheure Energie des Meteoriteneinschlags.

Der Meteorit traf Süddeutschland, als hier regelrecht paradiesische Zustände herrschten: Elefanten, Urpferde und Primaten durchstreiften im Zeitalter des Miozäns eine üppige subtropische Landschaft mit riesigen Sümpfen und dichten Wäldern. Pelikane, Schildkröten und Krokodile lebten in den Flachwasserzonen von Seen und Flüssen. Große Schlangen krochen durchs dichte Schilf- und Farngewächse. Das gesamte Leben war dem Tod geweiht, als der Kilometer dicke Himmelskörper Kurs Richtung Erde nahm.

Die Sprengkraft von 250.000 Hiroshimabomben katapultiert einen Hagel aus Gesteinen in die Landschaft - die Trümmer fliegen 400 Kilometer weit bis nach Österreich, in die Schweiz; sogar nach Böhmen. Durch den Aufprall und das Eindringen der Meteoriten in die Erdkruste entstanden tiefe Einschlagkrater (Nördlinger Ries ca. 400 m, Steinheimer Becken ca. 200 m), wobei die Auswurfmassen bis zu 50 km weit (Ries) in die Umgebung geschleudert wurden.

Die durch den Aufprall erzeugten Druck- und Temperaturerhöhungen verursachten in den betroffenen Gesteinen physikalische und chemische Veränderungen (Metamorphosen). Durch den Impakt entstanden auch ganz neue, glasähnliche Gesteinsbildungen wie z.B. der bekannte Suevit (abgeleitet vom lateinischen Suevia für Schwaben), der den Gesteinen auf der Mondoberfläche ähnlich ist.

In den Kratern entstanden durch Grundwasser und Niederschläge zunächst abflusslose Seen und damit limnische Ablagerungen (s. Schneckensandgrube bei Steinheim), von denen heute infolge fluviatiler Ausräumung nur noch Reste anstehen. Hierauf beruht die heutige flache Schüsselform der ehemals steilen Krater.

Übersicht:

3 Die Impaktgesteine des Nördlinger Ries und des Steinheimer Beckens