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Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald
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Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald
Das Keuperbergland mit dem Murrtal bei Oppenweiler
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Bild: Keuperberge Murrtal (Rems-Murr-Kreis)
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Im Vordergrund das teilweise von Lösslehm überdeckte und ackerbaulich genutzte Gipskeuperhügelland. Die südwestexponierten steilen Stufenhänge unterhalb der Burg Reichenberg tragen Streuobstwiesen. Rechts davon der breite Einschnitt des Murrtals. Im Hintergrund die Plateaus des Stubensandsteins.

Die Burg Reichenberg verdankt ihre Lage auf einem Vorsprung der Keuperstufe dem hier aufgrund der tektonischen Störungen der Neckar-Jagst-Furche weiter nach Südwesten hervortretenden Kieselsandstein.

Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald:
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Übersicht

Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald

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Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, Plateaubergland im Nordosten Baden-Württembergs

 
Bild: Breitenauer See bei Löwenstein
Breitenauer See bei Löwenstein (Ldkr. Heilbronn)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der Breitenauer See ist der größte Badesee Nord-Württembergs. Der landschaftlich schön gelegene See liegt im Landschaftsschutzgebiet Oberes Sulmtal sowie im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

 
Bild: Ostkastell Welzheim, Denkmal, Rems-Murr-Kreis
Ostkastell von Welzheim (Obergermanischer-Raetischer Limes)
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Die Rekonstruktion des Limes-Ostkastells soll einen Eindruck vermitteln, wie die römischen Wehranlagen im 2. Jh. n.Chr. auf der Gemarkung der heutigen Stadt Welzheim (Rems-Murr-Kreis) errichtet wurden. Für die Konstruktion und Funktion der Anlage gab es bereits damals genaue bauliche Vorgaben. Der Limes mit seinen Kastellen und Wachtürmen war zwar als Grenzsicherung gedacht, die Grenzübergänge waren jedoch für den Handel mit Kelten und Germanen offen.

 
Bild: Gallengrotten, Kaisersbach
Untere Gallengrotte bei Kaisersbach (Rems-Murr-Kreis)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Zahlreiche Schluchten im Keuperbergland enden in gerundeten, grottenförmigen Felsformationen. Diese für den Mittleren Keuper typische Nischenbildung beruht auf der stets wechselnden Beschaffenheit und Härte des anstehenden Gesteins. Die Gallengrotten sind als Naturdenkmal ausgewiesen und geschützt.

Der Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald ist nicht deckungsgleich mit dem gleichnamigen Naturraum. Im Zentrum des Naturparks liegen der Murrhardter sowie der Mainhardter Wald. Im Nordwesten begrenzen ihn die Löwensteiner Berge, im Nordosten sind es die Hochebenen der Waldenburger Berge. Im Süden ist der Welzheimer Wald. Der Naturpark dient vor allem als Naherholungsgebiet für die Ballungsräume Stuttgart und Heilbronn. Über die Hälfte besteht aus Waldflächen. Hier gibt es rund 3.000 Kilometer Wander-, Rad- und Reitwege. Ein Mühlenwanderweg beginnt bei Welzheim und führt auf 32 Kilometer Länge an zahlreichen historischen Wassermühlen vorbei. Unterwegs laden Weiher und Seen zum Baden ein.

1993 wurde das ca. 90.400 ha große Schutzgebiet in seiner heutigen Ausdehnung ausgewiesen. Die Höhenlage reicht von 200 m ü. NN im Sulmtal bis 586 m bei Gschwend und Großerlach. Wind und Regen bearbeiteten in Millionen Jahren die Landschaft und formten den anstehenden Schilfsandstein. Dadurch entstanden vielerorts bizarre geologische Naturdenkmale (Geotope) wie z.B. die Gallengrotten oder die Kesselgrotte.

Charakteristisch für die hier anstehende geologische Formation des Keupers ist der Wechsel zwischen harten und weichen Gesteinsschichten. Dies verursacht einerseits steile Hänge, andererseits breite Hochflächen oder auch ausgeprägte terrassenförmige Hangstufen. Da die Gesteine des Keupers nur wenig durchlässig für Wasser sind, ist die Erosion der Böden erheblich. Das bedingt die reiche Zertalung der Landschaft mit relativ weicher, harmonischer Ausprägung. Der rasche Wechsel der verschiedenen Stubensandsteinschichten im Unteren Keuper führt zu deutlichen Variationen der Talbreiten.

Die Oberläufe vieler Bäche sind zunächst sehr flach, dann erfolgt ein plötzlicher Einschnitt, häufig unter Bildung von steilwandigen "Klingen" (z. B. Hörschbachklinge, Wieslaufschlucht). Charakteristisch ist auch das Auftreten von Blockhalden.

Die Wälder waren schon immer das Kapital der Region. Früher nutzte man sie intensiv als Rohstofflieferant. So wurde zum Beispiel der Ebnisee im Jahr 1735 für die Flößerei künstlich angelegt. Damals sorgte der steigende Brennholzbedarf der Stadt Stuttgart für eine wichtige Einnahmequelle. Auf einem 22 Kilometer langen Flussweg transportierte man das Holz talwärts in Richtung Neckar. Im Jahr 1861 wurde die Flößerei eingestellt. Heute ist der Ebnisee ein wichtiges Naherholungsgebiet.

Der Limes zählt zu den herausragenden archäologischen Denkmälern Europas. Ein großer Abschnitt davon befindet sich in Baden-Württemberg. Auch im Gebiet des Schwäbisch-Fränkischen Waldes war der römische Schutzwall von insgesamt fünf Kastellen und 115 Wachtürmen abgesichert.

Übersicht:

1 Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald, Plateaubergland im Nordosten Baden-Württembergs