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Keuperbergland
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Landschaft, Böden und Geotope im Keuperbergland
Die Kesselgrotte bei Welzheim (Rems-Murr-Kreis)
(Element 1 von 24: Bild)
Bild: Kesselgrotte bei Welzheim, Wieslaufschlucht
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Westlich von Welzheim befinden sich im Keuperbergland zahlreiche Klingen, Schluchten und Wasserfälle. Die Kesselgrotte hat sich im oberen Stubensandstein in einer kleinen Seitenklinge der Wieslaufschlucht gebildet. Sie entstand durch Verwitterung und Ausräumung weicher Sandsteinschichten unterhalb der aus harten Sandsteinen aufgebauten Höhlendecke.

Keuperbergland:
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Keuperbergland: Weinbergsböden

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Weinbergsböden

 
Bild: Auftragsboden Rebflurbereinigung
Auftragsboden aus Keuper-Material
(© LGRB, Autor: M. Weiß)
Durch die Anlage von Großterrassen und die Geländeeinebnung wurde im Zuge der Rebflurbereinigung ein erheblicher Teil der alten Weinbergsböden (Rigosole) zerstört. Um den Reben ausreichenden Wurzelraum zu geben, trug man nach der Neugestaltung der Hangformen lockeres Keuper-Material auf. Mit Ausnahme einer schwachen Humusanreicherung im Oberboden ist nach der kurzen Entwicklungszeit noch keine neue Bodenentwicklung erkennbar. Typische Merkmale solcher Auftragsböden sind außerdem der z. T. hohe Kalkgehalt und der Anteil an frischen, völlig unverwitterten Keupergesteinen.
 
Bild: Mergelabbau historisch
Historischer Mergelabbau durch die sog. "Wengerter"
(© LUBW, Autor: BofaWeb)

Historischer Mergelabbau durch die sog. "Wengerter" (Weingärtner).

Die lockeren, feinkörnigen Bunten Mergel des Keupers sind seit langer Zeit als Dünger im Weinbau begehrt. Durch die Verwitterung der kalkhaltigen Tonsteine erfolgt ein konstanter Nährstoffeintrag in den Boden. Mit Hilfe der Mergelauflagen entsteht gleichzeitig ein gewisser Wärmeschutz für die Bodenoberfläche.

Gut gekalkt und tief gelockert

Welche Einflüsse hat die Rebkultur auf den Boden? Die Reben bevorzugen gut durchlässige, tief durchwurzelbare Standorte. Damit sie auch auf den schweren Keuperböden gut gedeihen, haben die „Wengerter“ (Weingärtner) früher vor dem Pflanzen der neuen Reben die Böden von Hand tief umgebrochen („rigolt“) und Mist oder Kompost eingemischt. Außerdem wurde häufig mit Keupermergel gedüngt. Dadurch entstanden aus den vorhandenen entkalkten Pelosolen und Pelosol-Braunerden kalkhaltige und tiefgründig humose Pelosol-Rigosole. Außerdem war der zeitweise unbewachsene Boden zwischen den Reben auf den Rücken und steilen Hängen verstärkt der Erosion ausgesetzt. Deshalb finden sich örtlich auch Pararendzina-Rigosole als durch Bodenabtrag verkürzte Böden.

Durch die Rebflurbereinigung wurden die vorhandenen Böden überdeckt oder völlig zerstört. An ihre Stelle sind schwach entwickelte kalkhaltige Auftragsböden und Rigosol-Auftragsböden getreten. Im Vergleich zu den Rigosolen enthalten diese Böden geringere Humusmengen. Zum Einen fand häufig noch keine Einmischung organischen Materials in den tieferen Bodenbereich durch wiederholtes Rigolen statt. Zum Anderen gibt es bisher aufgrund der kurzen Dauer der Bodenbildung nur eine schwache Humusanreicherung (Ah-Horizont) im Oberboden. Am ehesten lassen sich diese neu geschaffenen Böden also mit Pararendzinen vergleichen. Je nach den örtlichen Verhältnissen unterscheiden sich die Bodenarten und Steingehalte der Auftragsböden. Überwiegend handelt es sich um sandige Lehme bis lehmige Tone, die auch in mehreren Schichten wechselnd gelagert sein können.

Unabhängig von ihrer Entstehung sind die Weinbergsböden durch die intensive Bewirtschaftung verschiedenen Gefährdungen ausgesetzt. Die Lage in z. T. steilen Hangbereichen bei gleichzeitiger Bewirtschaftung in Gefällerichtung führt zu einer erhöhten Erosionsgefahr, die man durch die mittlerweile auf großen Flächen eingeführte Dauerbegrünung jedoch eindämmen kann. Auch das Rigolen der Böden ist nicht unproblematisch. Die größere Durchlässigkeit der gelockerten Böden und die dadurch hohe Freisetzung von Nährstoffen auf den noch unbewachsenen Flächen können zu überhöhter Nitratauswaschung führen. Deshalb werden neue Techniken zur Pflanzbettvorbereitung bei der Neuanlage von Rebflächen erprobt. Um Belastungen mit Schadstoffen zu vermeiden, suchen die Weingärtner und ihre Berater heute verstärkt nach Wegen, die den Einsatz gefährlicher Pflanzenschutzmittel verringern helfen.

Übersicht:

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