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Keuperbergland
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Landschaft, Böden und Geotope im Keuperbergland
Die Kesselgrotte bei Welzheim (Rems-Murr-Kreis)
(Element 1 von 24: Bild)
Bild: Kesselgrotte bei Welzheim, Wieslaufschlucht
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Westlich von Welzheim befinden sich im Keuperbergland zahlreiche Klingen, Schluchten und Wasserfälle. Die Kesselgrotte hat sich im oberen Stubensandstein in einer kleinen Seitenklinge der Wieslaufschlucht gebildet. Sie entstand durch Verwitterung und Ausräumung weicher Sandsteinschichten unterhalb der aus harten Sandsteinen aufgebauten Höhlendecke.

Keuperbergland:
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Keuperbergland: Geologie und Ausgangsmaterial der Böden

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Geologie und Ausgangsmaterial der Böden

 
Bild: Sandgrube bei Wüstenrot
Sandgrube bei Wüstenrot (Ldkr. Heilbronn)
(© Autor: LGRB)

Der Stubensandstein besteht nicht nur aus Sandsteinen. Je nach den Umweltbedingungen zur Zeit der Ablagerung kommen auch Ton- und Mergelsteine (rotbraun, untere Bildmitte) vor. Gelegentlich können unter feuchtwarmen Verhältnissen auf dem Festland gebildete weißliche Krustenkarbonate (oben) auftreten.

 

 
Bild: Bodenprofil Verwitterungsfarben
Verwitterungsfarben im Stubensandstein
(© LGRB, Autor: M. Weiß)
Die ursprünglich hellgrauen Sandsteine im unteren Teil des Bodenprofils enthalten karbonatisch gebundenes Mangan. Bei der Verwitterung entstehen daraus dunkelbraune bis schwarze Manganoxide, die besonders auf den Hochflächen des (Mittleren) Stubensandsteins örtlich auch die Farbe an der Bodenoberfläche bestimmen.

Verwitterung und Farbenwechsel

Mit dem Wort „Keuper“ beschreibt man im fränkischen Sprachraum bröckelig zerfallende Gesteine. Die Keupergesteine spiegeln mit ihrem vielfachen Wechsel die unterschiedlichen Umweltbedingungen während der Keuper-Zeit vor 232–208 Millionen Jahren wider. So bildeten sich die Sandsteine aus Flussablagerungen. Im stehenden Wasser absinkende Tonteilchen sind das Ausgangsmaterial für die Mergelgesteine. Die Sulfatgesteine des Gipskeupers entstanden durch Verdunstung salzhaltigen Meerwassers. Zur Zeit des Unterjuras bildete sich der graue Psilonotenton und der grünliche oder hellgelbe Angulatensandstein, die heute die höchsten Erhebungen der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge darstellen (Hohe Brach, 586 m NN).

Auch die für den Mittelkeuper typischen bunten Gesteinsfarben sind Anzeiger für die wechselnden Bedingungen zur Zeit der Ablagerung. Rot gefärbte Eisenoxide entstehen bei Luftzutritt in warmem Klima auf dem Festland. Dunkelgraue und grünliche Gesteinsfarben (reduzierte Eisenverbindungen) sind für Meeressedimente kennzeichnend. Auch die Bodenfarben sind im Keuperbergland nicht selten noch stark von den Gesteinsfarben geprägt, wie z. B. bei den Rot gefärbten Tonböden. Oder es sind bei der Verwitterung der Gesteine neue farbige Minerale entstanden. So bilden sich aus dem im hellgrauen Stubensandstein z. T. vorkommenden karbonatisch gebundenen Mangan bei der Verwitterung dunkelbraune bis schwarze Manganoxide. Die dunklen Farben solcher Sandböden täuschen leicht einen hohen Humusgehalt vor.

Übersicht:

1 Geologie und Ausgangsmaterial der Böden