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Keuperbergland
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Landschaft, Böden und Geotope im Keuperbergland
Die Kesselgrotte bei Welzheim (Rems-Murr-Kreis)
(Element 1 von 24: Bild)
Bild: Kesselgrotte bei Welzheim, Wieslaufschlucht
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Westlich von Welzheim befinden sich im Keuperbergland zahlreiche Klingen, Schluchten und Wasserfälle. Die Kesselgrotte hat sich im oberen Stubensandstein in einer kleinen Seitenklinge der Wieslaufschlucht gebildet. Sie entstand durch Verwitterung und Ausräumung weicher Sandsteinschichten unterhalb der aus harten Sandsteinen aufgebauten Höhlendecke.

Keuperbergland:
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Keuperbergland

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Typische Böden

 
Bild: Derdinger Horn
Derdinger Horn (Ldkr. Karlsruhe)
(© KIT, Autor: Düpmeier)

Das Geotop Derdinger Horn, auf der Oberderdinger Gemarkung, zeigt eindrucksvoll den Übergang des Gipskeupers zum Schilfsandstein. Der geomorphologisch attraktive Aufschluss ist öffentlich zugänglich. Es wird vorort anhand von Schautafeln näher erläutert.

 
Bild: MP_7022_1, Backnang (Rems-Murr-Kreis)
Podsolige Braunerde aus Kieselsandstein-Verwitterung
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Auf den Hochflächen und Bergrücken im Kieselsandstein entwickelten sich verbreitet nährstoffarme Sandböden mit geringer Wasserspeicherfähigkeit. Die hellen Quarzkörner zwischen dem Humus des Oberbodens sind Kennzeichen für die Versauerung (Podsolierung) dieser Böden.

Das abgebildete Bodenprofil liegt am „Eulenberg“ nördlich von Backnang. Charakteristisch sind diese Böden auch für die Waldenburger Berge.

Bunte Tone und karge Sande

Die Bodenlandschaft des Keuperberglands wird besonders durch den raschen Wechsel der im Untergrund anstehenden Gesteine geprägt. Lösslehm überdeckt nur in wenigen Gebieten die Festgesteine.

Aus den Sandsteinen haben sich nährstoffarme Braunerden entwickelt. Sie zeigen unter Wald häufig Merkmale der Bodenversauerung (Podsolierung). In Gebieten mit Ton- und Mergelsteinen finden wir heute Pelosole als stark tonige Böden. Unter Wald können die Pelosole noch von einer sandigen bis lehmigen Deckschicht überzogen sein, in der sich Braunerden entwickelten. Solche zweischichtigen Bodenprofile nennt man Pelosol-Braunerden. Dagegen sind auf Rücken und steilen Hängen unter Ackernutzung die Pelosole z. T. bereits vollständig durch Bodenerosion abgetragen, so dass die Ton- und Mergelsteine direkt unter dem gepflügten Oberboden anstehen (Pararendzina). In Mulden und abzugsträgen Plateaulagen staut sich das Niederschlagswasser über den dichten Tonen, so dass sich stark staunasse Böden (Pseudogley) entwickeln. Die großflächigen, weniger hoch gelegenen Plateaus des Schilfsandsteins (z. B. Heuchelberg) sind z. T. von Löss und Lösslehm überkleidet. Hier herrschen deshalb tief entwickelte, sehr fruchtbare Lehmböden vor (Parabraunerde).

Die höchsten Bereiche des Keuperberglands werden bereits von inselhaften Vorkommen der Gesteine des Unterjuras eingenommen. Auf den Hochflächen im Angulatensandstein sind Braunerden die typischen Böden. Besonders auffällig sind die unterhalb anschließenden Hänge im Knollenmergel (Mittelkeuper), die durch junge Rutschungen häufig ein unruhiges buckeliges Relief aufweisen. Hier hat sich ein Bodenmosaik aus trockenen bis vernässten und meist tonigen oder lehmigen Böden gebildet.

Die Talauen der Bäche werden häufig durch oberflächennahes Grundwasser beeinflusst (Auengley). Entlang der Flüsse, wie z. B. an Rems und Murr, sowie in Bachauen mit stärkerem Gefälle gibt es vermehrt grundwasserferne Talabschnitte mit Braunen Auenböden.

Die Böden der Weinberge sind die am stärksten durch den Menschen beeinflussten Böden in der Kulturlandschaft des Keuperberglands. Durch Anlage von Terrassen, den regelmäßigen Tiefumbruch (das „Rigolen“) bei der Neuanpflanzung und die starke Bodenerosion an den oft steilen Hängen entstanden die z. T. tiefgründig humosen und kalkhaltigen Rigosole. In jüngster Zeit wurden diese Böden bei der Rebflurbereinigung durch die Anlage von Großterrassen und Planierung der unruhigen Keuperhänge teilweise zerstört. Hier sind heute kaum entwickelte kalkhaltige Auftragsböden anzutreffen.

Übersicht:

2 Typische Böden