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Landschaft und Böden im Neckarbecken
Die Felsengärten bei Hessigheim (Ldkr. Ludwigsburg)
(Element 1 von 19: Bild)
Bild: Felsengärten Hessigheim, Luftbild
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Neckarbecken:
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Neckarbecken: Gefährdung und Schutz der Böden

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Gefährdung und Schutz - Stadtlandschaft Heilbronn

Bild: Ausschnitt BK25 6821 Heilbronn
Ausschnitt aus der Bodenkarte 1 : 25 000, Blatt 6821 Heilbronn
(© LGRB, Autor: M. Weiß)
In der Umgebung der Stadt sind Pararendzinen aus Löss (hellviolett, Kartiereinheit 3) verbreitet. Daneben kommen noch Parabraunerden (braun; 6 u. 7) sowie Kolluvien in den Mulden (dunkelbraun; 9 u. 12) vor. An den Hängen gibt es auch Pararendzinen und Rigosole, die Neckarschotter oder Unterkeupermaterial enthalten (1, 2 u. 14). Sie sind auch unter den schwach (<30%) bis mäßig stark (30–70 %) versiegelten Ortslagen (grüne Schrägschraffur, Einheit E u. D) noch teilweise erhalten. Die kalkhaltigen Braunen Auenböden der Neckaraue (hellblau; 68, 69, 76 bzw. G) sind im Stadtgebiet z. T. durch Bahnschotter (I) und Aufschüttungen (J) überdeckt. Im sehr stark (>70 %, grüne Kreuzschraffur) versiegelten Stadtkern und den Industriegebieten haben sich i. d. R. keine natürlichen Böden mehr erhalten. In der ehemaligen Ziegeleigrube in Böckingen (rote Kreuzschraffur, 78) finden sich im heutigen Park kalkhaltige Auftragsböden aus Löss- und Schottermaterial.

Stadtlandschaft – Beispiel Heilbronn

Insgesamt sind von der knapp 100 km² großen Gemarkung der Stadt Heilbronn heute etwa 34 km² Siedlungsfläche. Der weit überwiegende Anteil des Flächenverbrauchs hat dabei seit der beginnenden Industrialisierung stattgefunden. So beanspruchte die Kernstadt von Heilbronn im Jahr 1895 lediglich eine Fläche von 1,75 km².

Neben der Zerstörung durch die Überbauung sind die Böden in den Städten auch durch Ablagerung von Schadstoffen, Verdichtung und Versiegelung gefährdet. Sie können deshalb ihre Funktionen im Naturhaushalt, z. B. das rasche Einsickern der Niederschläge und damit die Eindämmung der Hochwässer, häufig nur noch eingeschränkt erfüllen. Auf der anderen Seite ergeben sich aus der Erforschung der Stadtböden und den in ihnen erhaltenen Fundstücken immer wieder Hinweise zur Stadtgeschichte. Die Stadtböden haben also auch eine Archivfunktion.

Die Bodenkarte 1:25 000 gibt einen Einblick in die derzeitigen Bodenverhältnisse von Heilbronn. Auf dem Ausschnitt sieht man die Altstadt in der rechten oberen Ecke sowie Teile von Heilbronn-Sontheim und -Böckingen. Auf den landwirtschaftlich genutzten Freiflächen herrschen Lössböden vor. Daneben nimmt die Neckaraue größeren Raum ein. Lössböden verbergen sich auch unter einem Großteil der Siedlungsgebiete von Heilbronn. Allerdings muss man in den stark versiegelten Ortskernen und Gewerbegebieten davon ausgehen, dass praktisch keine natürlichen Böden mehr vorhanden sind. Im Bereich der Neckaraue überdecken künstliche Aufschüttungen z. T. die Auensedimente. Zusätzlich bilden die Bahngelände mit ihren Schotterflächen landschaftsfremde Extremstandorte.

Aber auch auf den Freiflächen gibt es immer wieder Auffüllungen oder rekultivierte Rohstoffabbauflächen, wie die heute als Park gestaltete ehemalige Ziegeleigrube im Heilbronner Ortsteil Böckingen.

Übersicht:

1 Gefährdung und Schutz - Stadtlandschaft Heilbronn